Frühstart der ersten Blüten

Frühlingswetter: Wie kommen Blumen mit hohen Temperaturen zurecht?

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Freut sich über die Blütenpracht: Iris Tellermann mit einem Strauß lila Tulpen vor ihrem Laden Blickfang in der Großen Straße.

Obwohl der Frühlingsanfang laut Kalender eigentlich erst am 20. März startet, schien er schon gestern vor jedermanns Tür zu stehen. Viele Menschen freuen sich zwar über die ungewöhnlich hohen Temperaturen, doch wie kommen insbesondere die Blumen mit dieser verfrühten Entwicklung zurecht? Wir haben uns umgehört.

Verden – „Tulpen, Hyazinthen, Schneeglöckchen, Fritillaria – allesamt blühen sie schon.“ Iris Tellermann, Inhaberin des Blumenladens Blickfang in Verden, schaut auf das Sortiment. „Ein Großteil der Zwiebelpflanzen ist sogar schon voll da“, so Tellermann, insbesondere mit Blick auf die Tulpen. Auch im eigenen Garten der Ladeninhaberin werde es schnell bunter. „Wie denn auch nicht? Immerhin sind es schon 13 Grad und die Sonne scheint wie verrückt.“

Auf die Frage, ob bei den Menschen denn überhaupt schon Frühlingsstimmung herrsche, antwortet sie: „Auf jeden Fall, die Nachfrage ist groß. Viele kommen rein und fragen direkt nach Frühlingsblumen, -kränzen und ähnlichem.“ Das mache sich zwar gut für den Verkauf, spiegelt für Tellermann aber eine eher traurige Entwicklung wider. „Es war nicht einen Tag lang richtig Winter, meine Blumen im Garten brauchten nicht einmal Frostschutz.“

Besonders pflegeleicht und ausdauernd: Perlhyazinthen.

Dem stimmt Inken Ohlmeier, Mitarbeiterin bei Blume und Co. in Kirchlinteln, zu. Andererseits kann sie die Leute aber verstehen. „Es war so grau die letzten Tage, da sehnt man sich nunmal einfach nach schönen Frühlingsfarben“, so Ohlmeier. Auch bei Blume und Co. blühten bereits viele Pflanzen, die eigentlich erst später im Jahr ihre Köpfe aus dem Boden strecken. Das mache aktuell zwar ordentlich was im Garten her, aber „die meisten Blumen werden zweifellos wieder eingehen und absterben, wenn es doch noch einmal richtig Winter wird und friert“. Die Frühblüher und ausdauernden Pflanzen könnten das zwar durchhalten, aber auch nicht über längere Zeit.

Steht bereits in voller Blüte: die Ranunkel.

Das sei mitunter einer der Gründe, weswegen sich das Team vom städtischen Betriebshof noch im Wintermodus befindet. „Aktuell sind wir mit der Gehölz- und Baumpflege sowie mit Heckenschnitten beschäftigt“, informiert Julian Lenz, Leiter des Betriebshofs. „Wenn wir mit allem wie geplant vorankommen und uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, starten wir mit der Frühjahrsbepflanzung Anfang März“, erklärt Lenz. Trotz der hohen Temperaturen stehen er und sein Team weiterhin in Bereitschaft für den Winterdienst. Schließlich könnte nicht ausgeschlossen werden, dass es vom einen auf den anderen Tag doch mal friert.

Am Klimawandel macht keiner der Befragten den verfrühten Frühlingstag fest. Ausreißer gebe es immer wieder und die Natur ist dementsprechend relativ anpassungsfähig.

Einen Frühlingsworkshop

bietet Iris Tellermann aktuell in ihrem Laden in der Großen Straße 113 an. Für fünf Euro können Interessierte heute, in der Zeit von 17 bis 19 Uhr, ohne Voranmeldung einen Frühlingskranz unter Anleitung gestalten.

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