„Frischer Wind in der Bude“

Selbsthilfe-Kontaktstelle in Verden: Melanie Noack verstärkt Team

Bilden gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeiterin Angela Menke das Team der Kontaktstelle für Selbsthilfe: Melanie Noack (l.) und Heike Hansmann.
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Bilden gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeiterin Angela Menke das Team der Kontaktstelle für Selbsthilfe: Melanie Noack (l.) und Heike Hansmann.

Verden – Über zu wenig Arbeit konnte sich Heike Hansmann noch nie beklagen. Auch jetzt, in der Pandemie nicht. Gut also, dass die Leiterin der Kontaktstelle für Selbsthilfe im Kirchenkreis Verden Unterstützung erhalten hat.

Einen „Glücksgriff“ nennt Hansmann ihre neue Kollegin Melanie Noack. Denn für die Arbeit in der Kontaktstelle brauche es eine gewisse Lebenserfahrung, sagt sie.

Eine Lehre zur Bürokauffrau im Anschluss an die Schulzeit, die Tätigkeit als Tagesmutter, die eigenen Kinder großgezogen, die Ausbildung zur Rettungsassistentin plus sieben Jahre in diesem Beruf, danach den Bachelor in Gesundheitswissenschaften an der Bremer Uni, wo jetzt noch der Master ansteht: Die 41-jährige Verdenerin kann eine beeindruckende Vita vorlegen. „Eigentlich ist sie überqualifiziert“, scherzt Heike Hansmann über Melanie Noack. Nach zwölf Jahren im Job weiß sie, dass man das bei der Kontaktstelle eigentlich gar nicht sein kann. Zu weit ist das Feld, dass es im Bereich Selbsthilfe zu beackern gilt.

Knapp 70 Gruppen kreisweit führt die Kontaktstelle in ihren Listen. Einige lösen sich irgendwann auf. Neue kommen hinzu. So erwartet Hansmann mittelfristig auch für den Landkreis Verden die Gründung einer Gruppe von Corona-Geschädigten. „In größeren Städten gibt es sie schon“, berichtet sie.

Corona-Pandemie verhindert Treffen des Gruppen

Allein in sieben Selbsthilfegruppen tauschen sich pflegende Angehörige regelmäßig aus. Sie zu betreuen, ist ein Arbeitsschwerpunkt von Melanie Noack. Dabei kommen der 41-Jährigen Erfahrungen zugute, die sie selber bei der Pflege ihrer Großeltern sammelte. „Aber ich lege auch nicht auf, wenn jemand anderes am Telefon ist“, sagt sie lächelnd. Da sich die Gruppen aktuell nicht von Angesicht zu treffen können, sind Telefon, Handy und PC die wichtigsten Werkzeuge, um in Verbindung zu bleiben. Untereinander, mit den jeweiligen Gruppensprechern und auch mit der Kontaktstelle.

Erkrankungen, Behinderungen, soziale Notlagen bei sich selber oder bei Angehörigen veranlassen Menschen, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen oder eine zu gründen. Die Menschen wollten „Dinge loswerden ohne Druck“, weiß Heike Hansmann. Aber nicht jedes Anliegen eignet sich für eine Selbsthilfegruppe. Und so klären Hansmann und Noack zunächst, wie sinnvoll eine Teilnahme überhaupt ist, vermitteln dann gegebenenfalls weiter an andere Stellen, an eine schon existierende Gruppe oder sind behilflich bei einer Neugründung.

„Besserungen oder Lösungen von Problemen oder Erkrankungen selbst in die Hand zu nehmen“, wie es auf der Webseite der Kontaktstelle formuliert ist, bilden den Kern der Selbsthilfe. Diese sei „ein großer Baustein“, wenn es um das Thema Gesundheit geht, weiß Heike Hansmann. Dabei werden die Mitglieder und Leiter der Gruppe oftmals selber zu Experten. „Fachleute ihrer eigenen Gesundheit“, nennt Melanie Noack sie.

Aktuelle, oft gestellte Nachfrage: Abhalten von Videokonferenzen

Hier ist die Kontaktstelle ein Sprachrohr und Multiplikator. Sie gibt beispielsweise Informationen weiter an Kostenträger, wenn es um den Sinn oder Unsinn neuer Hilfs- und Heilmittel geht, ermutige Betroffene auch schon mal, an die Öffentlichkeit zu gehen, und hilft bei der Umsetzung. Oder aber Hansmann und Noack berichten den Gruppen über die jeweiligen Sprecher von Neuerungen. Ganz aktuell: die Frage nach dem Abhalten von Videokonferenzen. „Frischen Wind in die Bude bringen“, beschreibt Heike Hansmann, was sie sich von ihrer neuen Kollegin wünscht. Das nötige Temperament dafür hat Melanie Noack.

Und Ideen seien auch schon da, verrät sie. In Gedanken wieder ganz bei den pflegenden Angehörigen, möchte sie beispielsweise die Verbindungen zu den Pflegeeinrichtungen ausbauen. „Die Digitalisierung bietet sich da super an.“

Weitere Informationen: Die Kontaktstelle für Selbsthilfe im Stadtkirchenzentrum, Hinter der Mauer 32, in Verden, ist erreichbar unter Telefon 04231/937974 oder 800430 und per E-Mail an selbsthilfe.verden@evlka.de. Weitere Informationen sind auch zu finden über die Website des Kirchenkreises Verden unter www.kirchenkreis-verden.de.

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