Frieden liegt in der Hand der Frauen 

Rasha Jarhum aus dem Jemen erhält Anita-Augspurg-Preis im Rathaus

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Die Sonne strahlte für die Augspurg-Preisträgerin Rasha Jarhum (vorne, Mitte). An ihrer Seite Heidi Meinzolt (l.) und die IFFF-Vorsitzende Irmgard Hofer (r.) beim Empfang im Rathaus. Gleichstellungsbeauftragte Katrin Packham (l.) und und Bürgermeister Lutz Brockmann (r.) begrüßten die Gäste von der Frauenliga.

Verden – Als große Ehre und Verpflichtung für das Erbe von Anita Augspurg wertete die Jemenitin Rasha Jarhum ihre Auszeichnung mit dem Preis „Rebellinnen gegen den Krieg – Anita Augspurg-Preis der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF)“. Bereits zum dritten Mal vergab die Frauenliga, die ihre Wurzeln selbst in der gebürtigen Verdenerin Anita Augspurg sieht, den Preis gemeinsam mit der Stadt Verden. Über diese Zusammenarbeit zeigte sich Bürgermeister Lutz Brockmann Freitag bei der Verleihung im Rathaus „glücklich und stolz“.

„Genau wie Anita Augspurg rebelliert Rasha Jarhum gegen den Krieg in ihrem Land als Friedens- und Frauenrechtsaktivistin“, begründete Laudatorin Julia Trippo den Grund für die Auszeichnung. Bereits im dritten Jahr unterstützt die Liga mit dem Preis eine Frau, die im Ringen um Frieden in ihrem Land oder ihrer Region an herausragender Stelle steht. „Wir wollen damit auch das Andenken an die Friedensfrauen wahren, auf die wir uns als Gründerinnen beziehen“, erklärte die Liga-Vorsitzende, Irmgard Hofer, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dabei gehe es darum, die geehrten Frauen in den Ländern bei ihrer Arbeit zu unterstützen, erläuterte IFFF-Sprecherin Donata Fink. Die Europakoordinatorin der Liga, Heidi Meinzolt, hoffte dabei auch, das Bewusstsein dieses Friedensengagements in der Gesellschaft bekannter zu machen und so vielleicht auch die politisch Handelnden zu erreichen.

Dass diese Wahrnehmung dringend nötig ist, wurde bei den Äußerungen der Preisträgerin deutlich. Die Laudatorin bezeichnete die grausamen Auseinandersetzungen in dem Land als vergessenen Krieg: „Dass seit einiger Zeit über diesen Krieg berichtet wird, hat auch Rasha Jarhum bewirkt.“ Die frischgekürte „Rebellin“ gründete 2015 die „Peace Track“-Initiative, der ausschließlich Frauen angehören. Sie sei überzeugt davon, dass der „Frieden im Jemen in der Hand der Frauen“ liegt“, berichtete die Preisträgerin selbst im Pressegespräch. Viele würden in Ländern wie dem Jemen die Frauen als Kriegsopfer sehen. Aber sie seien handelnde Personen. Oft sei es eher so, dass Frauen mit ihren Aktionen die Männer schützen, denen die Verschleppung drohe. Sie habe gelernt Feminismus, anders zu verstehen.

Das ist etwas, das wir häufig erleben, bestätigte Heidi Meinzolt. Und von der Wirkung des Preises konnte sie neben den Glückwünschen berichten, dass die Preisträgerin des vergangenen Jahr, Gulnara Shahinian, mit dem Preisgeld in ihrer Heimat wichtige Projekte unterstützen konnte.

Ähnlich plant auch Rasha Jarhum. Als Preisträgerin erhält sie 5 718 Euro aus einem eigens dafür bei der Frauenliga angelegten Spendentopf. Die Zahl ist eine Drehung und Ehrung des Geburtsjahres der Friedenskämpferin Anita Augspurg, die 1857 in Verden geboren wurde. Die Summe soll eine Jemenitische Müttergruppe erhalten, die für die Rückkehr ihrer Söhne kämpft.  kle

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