Friedel Plenge wohnt jetzt in Verden und tritt vom Amt des Ortsbürgermeisters zurück

Trotz Umzug: „Wir bleiben Waller“

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Friedel Plenge vor dem Waller Heimathaus.

Walle - Friedel Plenge zieht weg. Als die Information in Walle die Runde machte, glaubte so mancher, sich verhört zu haben. Was soll das denn? Der gehört doch hierher. Schließlich ist er Ortsbürgermeister, Mitbegründer des Heimatvereins und dort mittlerweile Ehrenmitglied. Seit Anfang September aber wohnt der 77-Jährige mit seiner Frau Ursula in Verden. Eine Entscheidung, die sich das Ehepaar nicht leicht gemacht hat.

Grund für den Umzug war der Wunsch, das Haus mit der vielen damit verbundenen Arbeit zu verkaufen und eine Wohnung zu beziehen. Da es eine Eigentumswohnung ihres Sohnes ist und diese nun mal in Verden liegt, mussten schweren Herzens die Koffer gepackt werden. Damit zwingend verbunden war das Ende seiner Amtszeit als Ortsbürgermeister. „Denn da hat man Repräsentationspflicht“, erklärt er.

Die hatte er auch während seiner beruflichen Tätigkeit als Gerichtsvollzieher, die er mit 24 Jahren nach vorheriger Ausbildung und Tätigkeit bei der Justiz begonnen hat. „Damals war ich der jüngste Gerichtsvollzieher in Niedersachsen“, verrät er. Geboren in Moringen am Solling wurde er nach Verden abgeordnet, weil hier ein Kollege aus Krankheitsgründen ausgeschieden war. Hier wollte er bleiben, und so baute das Ehepaar recht schnell ein Reihenhaus in der Salzstraße.

Auf einer ihrer Wanderungen entdeckten sie ein Grundstück in Walle, auf dem gebaut werden sollte, und entschlossen sich zum Kauf. „Ich komme aus einem kleinen Ort und wollte immer schon auf dem Land wohnen“, so der 77-Jährige. 1986 wurde das neue Familiendomizil bezogen.

46 Jahre bei der Justiz, davon 36 Jahre als Gerichtsvollzieher, da war der Ruhestand im Jahr 2001 wohlverdient. Doch was machte Friedel Plenge? Er ging in die Politik. Eine Parteizugehörigkeit sei dabei für ihn nie von Bedeutung gewesen. „Mir ging es um Walle“, sagt er. Bevor er sich 2006 von der CDU zur Wahl aufstellen ließ, habe seine Frau noch gesagt, dass er kein Ortsbürgermeister werden soll. „Ich bekam 460 Stimmen“, erzählt er so, als könne er dies bis heute nicht fassen. Da konnte er das Amt nicht ablehnen.

Bei der Wiederwahl 2011 kassierte er im Ortsrat vier Gegenstimmen. So hatte es die SPD-Fraktion beschlossen, wie sie hinterher bestätigten. „Da hätte ich fast alles hingeschmissen“, verriet Plenge jetzt. Doch er machte weiter. Das Ganze habe schließlich eine Vorgeschichte gehabt und ansonsten habe man immer gut zusammengearbeitet, betont er. Alles im Sinne des Ortes.

Heute Abend bei der Ortsratssitzung wird sein Nachfolger gewählt. Die Wahl seines bisherigen Stellvertreters Detlef Peterson gilt als sicher. Der 77-jährige Plenge will heute und auch darüber hinaus oft nach Walle kommen. Schließlich gebe es dort viele Freunde und Vereinsmitgliedschaften bleiben bestehen. Und für Friedel Plenge steht fest: „Wir sind aus Walle weggezogen, aber wir bleiben Waller.“

wb

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