Roller-Club freut sich über Zuwachs / Mit Abstand auch jetzt unterwegs

Freunde der Landstraße

Überzeugte Rollerfahrer: Lars Krumm auf seinem taiwanesischen SYM 300, Uwe Hermann mit dem Forza 300 von Honda und Lutz Dießner auf dem Piaggio Beverly 300 (v.l.).
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Überzeugte Rollerfahrer: Lars Krumm auf seinem taiwanesischen SYM 300, Uwe Hermann mit dem Forza 300 von Honda und Lutz Dießner auf dem Piaggio Beverly 300 (v.l.).

Landkreis – Geschnackt wird auf der Terrasse, mit Blick auf die freie Pleine. Dort ist es zwar frisch, aber das stört Lars Krumm, Uwe Hermann und Gastgeber Lutz Dießner nicht. Sie sind warm eingepackt, zwei von ihnen tragen sogar Motorrad-Kombis.

Die drei sind Freunde, Rollerfreunde, um genau zu sein. Und sie haben sich an diesem Morgen in Narthauen im Flecken Ottersberg getroffen, um für ihre Vereinigung die Werbetrommel zu rühren. „Wir sind ein aufstrebender Club“, sagt Lars Krumm lächelnd. Soll heißen: Weitere Mitfahrer und vor allem Mitfahrerinnen sind herzlich willkommen. „Das macht das alles ein bisschen bunter“, findet Lutz Dießner mit Blick auf Frauen im Club. Sie machen derzeit etwa ein Fünftel der Mitglieder aus. Da ist noch Luft nach oben.

Zum Dabeisein braucht es nicht viel: einen Roller, Fabrikat egal, aber mit mindestens 125 Kubikzentimeter Hubraum, und den dazu erforderlichen Führerschein natürlich, vor allem aber Lust an der Gemeinschaft. Denn die steht bei den Rollerfreunden Verden-Rotenburg-Heidekreis im Vordergrund.

Beweisen muss hier keiner was. Es geht nicht darum, wer die schnellste Maschine fährt, um Tuning zur Steigerung der Motorleistung oder darum, wer die auffälligste Lackierung hat. Es geht ums Miteinander. Der Umgang sei wirklich sehr freundschaftlich, berichtet Lars Krumm. Uwe Hermann kann das bestätigen. Er stieß erst in diesem Sommer dazu und freut sich noch immer über die herzliche Aufnahme.

Das prima Klima in der Gruppe schlägt sich auf den Fahrstil nieder. „Wir sind so schnell wie das langsamste Glied“, verdeutlich Lutz Dießner, dass Geschwindigkeit bei den Ausfahrten keine Hexerei ist. Sicher schwärmt auch der 66-Jährige davon, wie es ist, wenn er sich mit seiner 350er Piaggio Beverly in die Kurven legt. „Das macht halt Spaß“, sagt er. Viel wichtiger sei aber das gelassene Fahren durch die Landschaft, inklusive der Gerüche, die man dabei wahrnimmt, bekräftigt Krumm. Autobahn würden daher weitestgehend gemieden.

Wie Hermann und Ließner war auch der 61-jährige Sittensener früher mit dem Motorrad unterwegs. Alle drei seien sie dann ganz bewusst auf den Roller umgestiegen. „Die Schalterei nervte“, sagt Lars Krumm. „Und das Alter macht es auch nicht mehr mit“, fügt Uwe Hermann hinzu. So ein Roller bringt vielleicht 200 Kilo auf die Waage und damit einiges weniger als die Honda Africa Twin, die der 68-Jährige aus Otterstedt früher mal fuhr.

Dass manch Biker sie nicht grüßt, ficht die drei nicht an. Ob sie von ihnen belächelt werden? Lars Krumm grinst und winkt ab. „Ich denke, die sind neidisch, weil sie nicht gemeinsam fahren, sondern alleine herumtuckern.“

Die Rollerfreunde sind jedoch kein eingetragener Verein mit Vorstand, Satzung oder gar Anwesenheitspflichten. „Wir sind ein loser Zusammenschluss, jeder kann eine Tour machen“, beschreibt Lutz Dießner die Organisationsform. „Einen Chef haben wir nicht.“

Regeln für die gemeinsamen Touren gibt es aber. Die beginnen beim pünktlichen Erscheinen mit vollem Tank, gehen weiter mit der Reihenfolge – die langsamen und unsicheren Fahrer vorne, die schnellen hinten – und enden mit der Bedeutung von Hupzeichen. Lars Krumm lacht und fügt noch ein ungeschriebenes Gesetz hinzu: „Es müssen Pipi- und Tankstopps eingeplant werden.“

Corona zum Trotz hatten die Rollerfreunde in diesem Jahr eine Menge Ausfahrten. Von Oyten Richtung Weser, den Fluss entlang bis Nordenham und retour, von Munster Richtung Wendland, ab Visselhövede zum Steinhuder Meer, dazu Mehr-Tagesfahrten nach Schleswig-Holstein oder Thüringen – der Terminplan bestätigt, was Lars Krumm zufrieden feststellt: „Immer auf Abstand, aber wir waren unterwegs.“

Nur, dass sie auf das sonst obligatorische Einkehren verzichten mussten, bedauern alle drei und blicken nun hoffnungsvoll auf das neue Jahr. Zwei Mehr-Tagestouren stehen schon im Terminkalender. Sie sollen ins Weserbergland und nach Mecklenburg-Vorpommern führen, so die Pandemie es denn zulässt.

Weitere Informationen

unter rollerfreunde-rotenburg.de. Wer Kontakt aufnehmen möchte, kann dies per E-Mail an Lars Krumm, krumm@web.de oder unter Telefon 0151/20051772 tun.

Von Katrin Preuss

Jeder der Rollerfreunde ist eingeladen, Touren zu planen. Aber bitte mit navi-fähigen Zwischenzielen.
Der Stauraum unter der Sitzbank und im Topcase reicht aus für das Gepäck einer Mehr-Tagestour.

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