Unterschiedliche Resonanz aufs freie Angebot

Freies Impfen in Verden: Erst Ansturm, dann Abflauen

Menschenschlange auf Parkplatz
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Zum Auftakt bildete sich vor dem Impfzentrum eine Menschenschlange. Später fiel die Resonanz zurückhaltender aus.

Verden – Der Auftakt fiel fulminant aus. Eine Menschenschlange versammelte sich vor dem Verdener Impfzentrum, so lang, dass sie über den ganzen Parkplatz reichte. Später wurde es dann ruhiger beim ersten offenen Impfen im Containerdorf gegenüber des Hauptportals der Kreisverwaltung, ehe der Zulauf zum Nachmittag hin noch einmal wieder anzog. Jedermann durfte ohne Anmeldung zum Piks antreten, der ihm in bereits zwei Wochen ein Stückchen mehr Freiheit beschert.

Und am Ende zog Zentrums-Leiterin Andrea Schröder ein zufriedenstellendes Fazit. Rund 450 Menschen hatten die Chance bis zum späten Nachmittag genutzt. Das endgültige Ergebnis soll am heutigen Dienstag bekannt gegeben werden.

Ein Infoblatt der Gemeinde Langwedel hielt er in Händen. Ein Zettel, der dem Mittzwanziger Türen öffnete, jedenfalls bei den Bundeswehrsoldaten, die sich auch gestern der Menschen annahmen, die vom Parkplatz den Impf-Schildern folgten. Türen öffnete, selbst dann, wenn sie nur ein Papier mitbrachten und sich nicht äußerten. Ob er einen Dolmetscher brauche? Der junge Mann deutet auf das Schild, auf dem Romana steht. Und schon konnte ihm geholfen werden. Auf Rumänisch erklärte man ihm, was jetzt zu tun sei. Und die Umstehenden vermochten ebenfalls ihr Allgemeinwissen zu vertiefen. Das Wort Formular klingt in allen Sprachen irgendwie gleich.

Alles kein Einzelfall. Ein möglichst niederschwelliges Angebot hatte das Impfzentrum bei diesem ersten anmeldungsfreien Termin auf den Weg gebracht, eines auch noch mit einem besonderen Service. Verabreicht wurde vorrangig das Präparat des Herstellers Johnson & Johnson. „Ein einziger Termin genügt für den Vollschutz“, sagt Schröder, „das soll allen entgegenkommen, für die ein Besuch am Kreishaus einen besonderen Aufwand bedeutet.“ Insgesamt 900 Impfdosen waren für diesen Anlass vom Land zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig standen Dolmetscher in zwölf Sprachen bereit. Neben Rumänisch wurden unter anderem bis zum frühen Nachmittag auch Arabisch und Französisch nachgefragt.

Die höchst wechselvolle Resonanz hatte rasche Reaktionen im Impfteam ausgelöst, was einen Fingerzeig auch auf die kommenden Wochen geben kann. Vor allem der Ansturm zum Start. „Wir haben eilig einen weiteren Arzt gewinnen müssen, um die Wartezeit nicht allzu lang werden zu lassen.“ Nach Abarbeiten der ersten Welle tröpfelte der Zulauf jedoch über längere Zeit nur noch. „Unsere Kapazitäten waren vor allem zwischen dem späten Vormittag und dem Nachmittag alles andere als ausgeschöpft.“

Ein Großteil der Besucher gestern nutzte die Gelegenheit, den ganz persönlichen Impfkreis zu schließen. „Mein Mann und meine Kinder sind bereits über ihren Arbeitgeber versorgt gewesen. Ich war die einzige in der Familie, die noch fehlte“, sagte etwa die Verdenerin Erika Ziemann, und füllte die Formulare aus. Die Umstehenden pflichteten ihr bei. „Wem ein Impfschutz wichtig ist, der hat ihn inzwischen auch. Das hört man aus dem ganzen Bekanntenkreis.“

Unkompliziertes Procedere: Die Anmeldeformulare konnten unter freiem Himmel vor dem Impfzentrum ausgefüllt werden.

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