Frauenberatung Verden eine anerkannte Einrichtung / Größere Herausforderungen

Seit 20 Jahren für Schwangere da

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Für jedes Jahr Schwangerschaftsberatung eine Sonnenblume: Regine Balk (links) und Inge Dotschkis-Hillejan haben viel Erfahrung mit der Thematik.

Verden - Seit dem 1. Februar 1995 bietet die Frauenberatungsstelle Verden Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung an. Sie ist anerkannte Beratungsstelle nach dem Gesetz zur Bewältigung und Vermeidung von Schwangerschaftskonflikten. Diplom-Sozialpädagogin Inge Dotschkis-Hillejan und HP-Psychotherapeutin Regine Balk sind hier die Ansprechpartnerinnen für Rat suchende. Vor 20 Jahren wurde auch der Paragraf 218 neu geregelt. Am 25. August 1995 trat das Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz in Kraft.

„Eine Herausforderung ist die immer breitere Palette von Themen, die unsere Beratung abdecken muss“, erklärt Inge Dotschkis-Hillejan. So geht es zum einen darum, schwangere Frauen, die sich in einer schwierigen Situation befinden, zu helfen. „Informationen über finanzielle Leistungen für junge Familien nehmen einen immer größeren Raum ein“, weiß die Expertin. Gemeinsam mit den Frauen werden zudem Lösungsmöglichkeiten zu Fragen des Alltags und der Lebensbewältigung erarbeitet.

Der zweite Bereich ist die Konfliktberatung. „Im Umgang mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch wünschen sich die Mitarbeiterinnen mehr Offenheit und Rahmenbedingungen, die das Recht von Frauen, sich für einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden, bekräftigen. Frauen, die sich zu einem Abbruch bekennen, laufen immer noch Gefahr, dafür moralisch verurteilt zu werden“, so Dotschkis-Hillejan.

Regine Balk weist darauf hin, dass seit 2005 der Zugang zu günstigen Verhütungsmitteln massiv eingeschränkt wurde. Die Regelungen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes sehen vor, dass Verhütungsmittel für Frauen ab 20 Jahren vom Leistungskatalog ausgeschlossen sind. „Wir verhandeln seit Jahren auf Landes- und Bundesebene. Unser Ziel ist, das Verhütungsmittel für alle Frauen kostenfrei sind, zumindest aber für die, die sich keine Verhütung leisten können, wie Hartz-IV-Empfängerinnen, Studentinnen oder Geringverdienerinnen“, berichtet Regine Balk.

Seit 2010 gehört auch Begleitung und Beratung bei der pränatalen Diagnostik zu den verpflichtenden Aufgaben der Beratungsstellen. „Wir klären mit den Frauen oder Paaren, was die Diagnose bedeutet, für sie selbst, für das Kind und für ihren Alltag. Wir arbeiten auch mit dem zuständigen Humangenetiker am Krankenhaus Rotenburg zusammen“, erklärt Dotschkis-Hillejan.

2014 wurde der Aufgabenbereich der Schwangerschaftsberatungsstellen durch die neue Möglichkeit der vertraulichen Geburt noch einmal erweitert. „Das Gesetz war gerade durch, da stand schon die erste Frau vor der Tür“, erinnert sich Regine Balk. Vorrangiges Ziel der Beratung ist es, der Schwangeren eine medizinisch betreute Entbindung zu ermöglichen. Unter einem Pseudonym bringt die Frau ihr Kind zur Welt. Ihre persönlichen Daten werden beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben aufbewahrt. Nach seinem 16. Geburtstag hat das Kind die Möglichkeit, den Umschlag einzusehen.

Im vergangenen Jahr suchten 329 Frauen Hilfe bei der Schwangerschaftsberatung. Die hohe Qualität der Beratung wird durch die umfassende Vernetzung der Einrichtung gewährleistet. „Wir arbeiten eng mit den Frauenärzten und Hebammen des Landkreises zusammen“, so Dotschkis-Hillejan. Des Weiteren besteht Kontakt mit dem Dachverband „Paritätisches Niedersachsen“ sowie eine Vernetzung mit anderen Beratungsstellen auf Landkreis-, Landes- und Bundesebene.

Regelmäßige Fortbildungen der Mitarbeiterinnen und Supervision garantieren zudem eine gleichbleibend hohe Beratungsqualität.

ahk

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