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Frauentag: „Dieselben Themen, für die wir kämpfen“

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Sechs Frauen vor lila- und orangefarbenen Plakaten.
Zeigen sich kampfbereit für die Rechte der Frauen: Sigrid Ittermann, Regine Balk, Carol Winkelhaus, Luca Pühl, Klara Landwehr und Friederike Geißler (v.l.) aus dem Team der Beratungsstelle. © Haubrock-Kriedel

Frauenberatung zeigt am Internationalen Frauentag Flagge

Verden – Zum Internationalen Frauentag am 8. März zeigt die Frauenberatung Verden Flagge. Nicht nur die Regenbogenfahne weht vor dem Eingang. Im Fenster kann jeder lesen, wofür die Frauen nicht nur an diesem Tag kämpfen „Abtreibung legalisieren“, „Stoppt Femizide“, „Mein Körper gehört mir“ oder „Feuer und Flamme dem Patriarchat“ ist dort unter anderem in weithin sichtbaren Buchstaben zu lesen.

Themen immer wieder dieselben

„Wir begehen heute den 111. Internationalen Frauentag. Immer sind es noch dieselben Themen, für die wir kämpfen, wie zum Beispiel die Abschaffung der Paragrafen 218 und 219 a“, erklärt Regine Balk. Auch seien medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche noch immer nicht überall im Landkreis Verden möglich und die Frauen müssten in andere Bundesländer ausweichen.

Gewalt gegen Frauen in der Pandemie verstärkt

Friederike Geißler weiß aus ihrem Beratungsalltag, dass Gewalt an Frauen immer noch ein großes Thema ist, das sich in der Pandemie sogar noch verstärkt hat. „Die Beratungszahlen steigen. Viele haben in dieser Zeit ihren Job verloren, das Geld ist knapp, die Familien haben existenzielle Sorgen und sind mit den Kindern überfordert.“ Die Frauen fielen in ihre traditionelle Rolle zurück und säßen mit ihren Kindern zu Hause, so Geißler weiter.

Besonders leiden alleinerziehende Mütter

„Alleinerziehende Mütter leiden besonders stark unter dieser Situation.“ Zwar gebe es die Istanbul-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, aber das stehe nur auf dem Papier. „Das, was in der Praxis ankommt, ist noch viel zu wenig“, betont Geißler.

Mittel für Gewaltberatung in Niedersachsen nicht erhöht

Leider seien in Niedersachsen die Mittel für die Gewaltberatung nicht erhöht worden. Da es sich um eine Richtlinienfinanzierung handelt, gebe es zudem keine sichere Finanzierung. Die Anträge müssten jedes Jahr neu gestellt werden.

Knappe Mittel in der Schwangerenberatung

Auch in der Schwangerenberatung sind die Mittel knapp. „Wir bekommen nur die Beratung finanziert. Wir sind daher froh, dass wir mit Sigrid Ittermann eine ehrenamtliche Mitarbeiterin gefunden haben, die sich um den Verwaltungsbereich kümmert“, berichtet Regine Balk.

Die Beratungsstelle möchte verstärkt auch ganz junge Frauen erreichen. Daher bietet Luca Pühl jede Woche eine Mädchensprechstunde an. „Ich habe gemerkt, wie groß der Bedarf ist. Es geht in der Beratung um Basics feministischer Anliegen wie das Recht am eigenen Körper. Hier merkt man, dass die Grundsätze des feministischen Kampfes immer noch aktuell sind“, so Pühl.  ahk

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