Klärschlammentsorgung als Problem

Abwassergebühr für 2018 wird erhöht

Verden - Einen verbalen Schlagabtausch gab es zwischen der SPD-Fraktion und dem Leiter des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung der Stadt Verden, Uwe Gerdes, in der Sitzung des Betriebsausschusses. Der Grund: die geplante Erhöhung der Schmutzwassergebühr für 2018.

Als Uwe Gerdes für seinen verhinderten Kollegen Christian Mattke dem Gremium den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung für das Jahr 2018 präsentierte, gab es immer mal wieder Nachfragen zu einigen Punkten des Erfolgs- und Vermögensplanes, die meist relativ schnell geklärt wurden. Diskussionen gab es, als Gerdes zum Bilanzpunkt Klärschlamm gelangte. Im Vergleich zum Jahr 2017 (192.000 Euro) kalkuliert der Betrieb mit einem erhöhten Materialaufwand und veranschlagte Ausgaben von 403.000 Euro. „Die Kosten für die Entsorgung des Klärschlamms werden deutlich steigen“, begründete Gerdes.

In der Vergangenheit konnte ein großer Teil der entstehenden Abfallprodukte kostengünstig in der Landwirtschaft als Düngemittel verwendet werden. Inzwischen ist dies aufgrund der im Klärschlamm enthaltenen Schadstoffe, wie giftige Schwermetalle, Krankheitserreger oder Rückstände von Arzneimitteln, stark reglementiert. Daher sind die Klärwerke gezwungen, für andere Wege der Entsorgung, wie Verbrennung, zu sorgen. Gerdes schlug dem Ausschuss deswegen eine Erhöhung der Schmutzwassergebühr von 2,40 auf 2,54 Euro sowie des Starkverschmutzerzuschlags von 98 Cent auf 1,04 Euro pro Kubikmeter vor. Auch die Niederschlagswassergebühr solle von 40 auf 42 Cent pro Quadratmeter angehoben werden.

„Uns fehlt hier eindeutig ein Konzept“

Ein Vorschlag, den die SPD-Fraktion um Heinz Möller und Dietmar Teubert nicht unkommentiert lassen wollte. „Dass die Kosten in Zukunft steigen werden, ist nicht zu vermeiden, aber uns fehlt hier eindeutig ein Konzept, um den Anstieg der Abwassergebühren zumindest bremsen zu können“, appellierte Teubert an Gerdes, der dies nicht auf sich sitzen lassen wollte. „Meine Aufgabe ist es, den Betrieb am Laufen zu halten. Die neu entstehenden Kosten sind aufgrund der Änderung der Düngeverordnung unvermeidlich.“

SPD-Mann Möller ließ sich davon aber nicht beschwichtigen und bestand auf die Erstellung eines schlüssigen Zukunftskonzeptes. „Ich verstehe Ihre Argumentation, aber wir Kommunalpolitiker müssen uns dafür schließlich vor unseren Wählern verantworten“, sagte er zu Gerdes, ehe der Ausschuss den Beschlussentwurf einstimmig verabschiedete.

ntr

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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