AOK fördert Projekte von Selbsthilfegruppen / Antragsfrist jedes Jahr Ende März

Was tun für sich und andere

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Doris Winn-Kaschner, Maike Jaschok (Öffentlichkeitsarbeit), Gerd Schmidt und Irene Stellmann (v.l.).

Verden - Von Erika Wennhold. Gerd Schmidt weiß, wovon er spricht. Der Dörverdener leitet seit über 30 Jahren eine Diabetes-Selbsthilfegruppe in Dörverden. „Damals war ich von einem Tag auf den anderen krank – meine Bauchspeicheldrüse hatte aufgehört zu arbeiten.“ Inzwischen ist er Fachmann, was Fragen rund um die Diabetes-Formen Typ 1 und Typ 2 betrifft.

Unterstützung bei all seinem Einsatz zunächst für sich selbst, später in erster Linie für die anderen, bekam Schmidt von der Gesundheitskasse AOK, die alle gesundheitsbezogenen Selbsthilfegruppen fördert. Geld gibt es zum Beispiel für Projekte wie Vorträge, Seminare, Fortbildungen oder auch Flyer – auf Antrag selbstverständlich. Für dieses Jahr ist die Antragsfrist allerdings abgelaufen. Sie endete am 31. März. Inzwischen steht auch schon fest, wer wie viel Geld bekommt. Es sind neun Selbsthilfegruppen im Bereich Verden, die mit insgesamt 8300 Euro finanziell gefördert werden. Im Gesamtförderbereich Mittelweser wurden 32000 Euro bewilligt. Im Jahr zuvor konnten elf Verdener Selbsthilfegruppen mit insgesamt 6300 Euro Förderung ihre Projekte verwirklichen.

Irene Stellmann, AOK-Geschäftsbereichsleiterin Gesundheitsprävention, erklärt, warum die AOK und andere Krankenversicherungen das tun. „Selbsthilfegruppen leisten das, was Ärzte nicht können. Sie leisten Hilfe, um mit der Krankheit besser leben zu können. Für betroffene Familien ist die Selbsthilfegruppe ein Halt, wenn man nicht weiß, was zu tun ist.“

Anders als die meisten Krankenkassen behält die AOK 50 Prozent der für alle obligatorischen Gemeinschaftsförderung zurück, um sie individuell im Bereich Mittelweser zu verteilen und auf die Weise den Gruppen ganz direkt zu helfen. Präventionsberaterin Doris Winn-Kaschner: „Das Geld kommt den Gruppen so zu hundert Prozent zu Gute.“ Die Ansprechpartnerin für die Selbsthilfegruppen ermuntert alle, diese Hilfe anzunehmen. Zum Beispiel auch jene, die keinen großen Dachverband haben, sondern Einzelkämpfer sind. „Die können bei uns nicht nur finanzielle Hilfe bekommen, sonder auch Beratung.“

Zusammenarbeit mit der AOK-Geschäfsstelle in Verden bietet sich für 49 Selbsthilfegruppen im Landkreis an. An erster Stelle stehen Suchterkrankungen mit elf Gruppen, danach folgen Krankheiten des Nervensystems mit zehn, Tumorerkrankungen mit sieben und psychische Erkrankungen mit sechs Gruppen.

Gerd Schmidt beschreibt die Diabetes-Selbsthilfegruppe so: „Wir bedauern uns nicht, verändern auch keine Therapie. Aber wir unterstützen uns und geben Informationen und Erfahrung weiter.“

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