„Flüchtlings-Oase“ mit Deutschunterricht in den Räumen der LKG / Ein Projekt

Raus aus der engen Halle

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Die jüngeren Kinder sind dabei , wenn die Eltern Deutsch lernen.

Verden - Einfach einmal raus aus den beengten Verhältnissen in der Sporthalle, sich entspannen oder aber gemeinsam Deutsch lernen – seit dem 19. November gibt es in den Räumen der Landeskirchlichen Gemeinschaft Verden (LKG) in der Georgstraße die „Flüchtlings-Oase“, ein Projekt von „Verden hilft“.

„Angesichts der Erstaufnahmeeinrichtung direkt vor der Tür haben wir gesagt, wir müssen etwas tun und der Not begegnen. In der LKG entstand so die Idee, den Flüchtlingen zu ermöglichen, einige Zeit abseits der großen Halle in einer gemütlicheren und ruhigeren Atmosphäre zu verbringen“, erzählt die Koordinatorin der Flüchtlings-Oase, Tanja Brockmann. Die LKG habe sich dann mit diesem Angebot an die Stadt gewandt. Diese wiederum verwies an den Verein „Verden hilft“. So wurde die Flüchtlings-Oase zu einem Projekt von „Verden hilft“ in Kooperation mit der LKG. „Viele ehrenamtliche Mitarbeiter sind Mitglieder unserer Gemeinde. Sie mussten von Anfang an sehr flexibel sein, denn jeden Tag kommen andere Menschen, mal sind es vier, dann wieder 35“, so Brockmann.

Anfangs sei eigentlich nur geplant gewesen, für die Flüchtlinge eine Art Café zu schaffen, wo sie sich mit Kaffee, Tee und Kakao bedienen, Kekse essen oder auch einmal mit dem Tischkicker oder Jakkolo spielen können. „Schnell haben wir aber gemerkt, dass die Flüchtlinge nicht unbedingt Ruhe haben wollten, vielmehr wollten alle Deutsch lernen“, lacht Tanja Brockmann.

So wurde aus der Flüchtlings-Oase schnell auch ein Sprachcafé. Mit großen Enthusiasmus üben die Flüchtlinge, nur die wenigsten können Englisch, hier mit den ehrenamtlichen Helfern, sich in der deutschen Sprache zu verständigen. Auch Sprachkurse finden in den Räumen statt. „Die Flüchtlinge sind alle dankbar und motiviert, und auch unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter gehen anschließend ganz beschwingt wieder nach Hause. Für sie ist es ganz toll, die schnellen Fortschritte zu erleben“, erzählt die Koordinatorin.

Auch die Kinderbetreuung gehört zum Projekt Flüchtlings-Oase. Im „Camp“, der Sporthalle des GaW, leben momentan über 20 Kinder. Montags und dienstags werden sie in den Räumen der LKG betreut, mittwochs bis freitags direkt in der Halle. „Begonnen haben wir mit ganz einfachen Spielen wie Memory und leichten Puzzeln. Mittlerweile spielen wir auch kompliziertere Spiele, denn die Kinder verstehen die Anleitungen schon sehr gut“, erzählt Tanja Brockmann. Es wird aber auch gebaut, gemalt und mit Lego gespielt, auch Bewegungsangebote gehören zur Betreuung.

„Zwischendrin reden und kuscheln wir natürlich sehr viel. Wie heißt du, wie alt bist du, wie geht es dir, sind die meist gestellten und beantworteten Fragen. Mit manchen Kindern können wir aber schon gute Gespräche auf Deutsch führen. Das macht richtig Spaß, denn man kann Tag für Tag die Fortschritte sehen“, berichtet Tanja Brockmann begeistert.

Neben dem Erlernen der deutschen Sprache ist auch das Thema Fahrräder für die Flüchtlinge sehr wichtig. Daher gibt es einen Kooperation mit der „Bruchbude“ der LKG. Hier werden die Fahrräder, zum Teil mit den Flüchtlingen gemeinsam, repariert.

Wer Lust hat, sich für die Flüchtlinge zu engagieren: Für Sprachkurse, im Sprachcafé, in der Kinderbetreuung oder als Helfer bei der Fahrradreparatur werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht. Wer etwas spenden möchte, gerade Fahrradhelme und Lego werden dringend gesucht. Weitere Informationen erteilt Tanja Brockmann, E-Mail oase@verden-hilft.de, Telefon 04232/7732.

ahk

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