Fleischermeister Heinz-Hermann Bartels schließt seinen Wochenmarktstand

Das Ende der Wurst

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Ines Hoffmeyer gehörte zu den Kunden, die sich von Bartels mit einem Geschenk verabschiedeten.

Verden - Zwiebel-, Beutel-, Jagd- und Rotwurst, Schinken, Steaks und vieles mehr: Seit 53 Jahren weiß der Verdener Fleischermeister Heinz-Hermann Bartels, was seinen Kunden auf dem Verdener Wochenmarkt das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Doch es gibt schlechte Nachrichten für seine Fans, denn gestern hat der traditionsreiche Marktstand für immer geschlossen.

Alles hat ein Ende, und bezogen auf Bartels nun auch die Wurst. Mit 68 Jahren geht der Fleischermeister in den Ruhestand und mit ihm sein Verkaufswagen, mit dem er über fünf Jahrzehnte auf den Verdener Wochenwochenmärkten und seit vielen Jahren auf dem Markt in Gröpelingen stand.

„Ich habe meinen Beruf immer gerne ausgeübt, aber früher war es hier noch schöner. Es fehlen zunehmend die kleinen, regionalen Anbieter, die das eigentliche Flair eines Wochenmarktes ausmachen“, sagt Bartels. Auch die typischen Marktgänger würden immer weniger. „Früher war es hier immer rappelvoll. Es wurde gekauft und miteinander geplaudert. Das ist heute nicht mehr so.“

Bartels Geschäftsaufgabe ist vor allem für seine Stammkunden ein Verlust. „Im Grunde genommen ist er unersetzlich. Unsere ganze Familie ist traurig“, sagt etwa Ines Hoffmeyer, die seit Ende der 70er-Jahre bei Fleischermeister Bartels kaufte. Schinken, Wiener und Steaks von Bartels mochte sie besonders, und für die Enkel Leberwurst, von der sie bereits einen größeren Vorrat eingefroren hat. „Er wird uns hier fehlen. Seine Wurst- und Fleischwaren sind von ausgezeichneter Qualität. Ein Ersatz ist bislang nicht in Sicht“, so Hoffmeyer.

Zweimal wöchentlich hat sich ihre Familie auf die Produkte von Bartels gefreut, denn „kein anderer reicht an den Geschmack dieser Wurst- und Fleischwaren ran“.

Auf die Frage nach dem Grund für seinen Rückzug, antwortete der Fleischermeister, ohne groß zu überlegen. Zum einen mache die staatliche Bürokratie kleinen Betrieben wie dem seinen zunehmend das Leben schwer und es habe auch einige, wenn auch kleine Differenzen mit dem städtischen Ordnungsamt gegeben. Weiter habe die Fleischqualität spürbar nachgelassen, sodass es für ihn immer schwieriger geworden sei, die von den Kunden gewohnte und erwartete Produktqualität zu halten. „Und nicht zuletzt bin ich mit meinen 68 Jahren über das Renteneintrittsalter ja schon hinaus, da muss man halt irgendwann aufhören.“

Aber er sei nicht traurig sondern guter Dinge. Er habe ja ein halbes Jahr Zeit gehabt. um sich an den Gedanken zu gewöhnen. Keine Angst vor dem Rentnerdasein ist daher Bartels Motto für die Zukunft. „Ich hatte bislang nie Zeit, auch nicht für Hobbys. Als Einzelkämpfer habe ich keine Sonn- und Feiertage gekannt, denn wenn ich nicht auf den Wochenmärkten stand, habe ich meine Waren produziert. Ich bin jetzt neugierig auf das, was kommt.“

nie

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