500 Unternehmen beantragten allein bei der Kreissparkasse Tilgungsaussetzen

Firmen erwarten Corona-Folgen

Dr. Beate Patolla.

Verden – Die Unternehmen im Landkreis Verden stellen sich offenbar auf eine längere Dauer der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ein. Darauf deutet ein Strategiewechsel hin, der jetzt die Banken der Region beschäftigt. „Ursprünglich verzeichneten wir viele Anträge auf Aussetzen der Tilgung. Inzwischen werden längerfristige Hilfen der Kfw-Bank in Anspruch genommen“, sagt etwa Dr. Beate Patolla von der Kreissparkasse Verden. Darüber hinaus haben mehr als tausend Unternehmen bereits die Soforthilfe des Landes in Anspruch genommen. Nach Angaben der Landtagsabgeordneten der Region überwies die NBank 11,3 Millionen Euro an 1 772 Betriebe.

Allerdings befruchteten sich offenbar die unterschiedlichen Hilfen gegenseitig. Patolla: „Die Soforthilfen des Bundes und des Landes haben in Verbindung mit unseren Tilgungsaussetzungen gerade in der Anfangszeit der Coronakrise wertvolle Unterstützung geleistet. So haben wir bereits in über 500 Fällen Tilgungsaussetzungen vorgenommen. Unsere Unternehmen haben dadurch die Zeit gewonnen, auf die Krise zu reagieren, alternative Geschäftsideen zu entwickeln und verlässlicher ihren Liquiditätsbedarf zu ermitteln. Auf dieser Basis werden häufig Kreditanträge über uns an die Kfw adressiert.“

Besondes betroffen waren nach Erkenntnissen der Kreissparkasse Unternehmen aus der Gastronomie, der Reise-, Freizeit- und Veranstaltungsbranche oder den personennahen Dienstleistungen. die oftmals sofortige Schließungen und damit extreme Umsatzeinbußen zu verkraften hatten.

Nachdem die Bedingungen der Kfw-Bank nachjustiert worden waren, sie übernimmt nun 100 Prozent des Ausfallsrisikos, was langwierige Bonitätsprüfungen durch die Hausbanken vermeidet, stehe nun auch ein gutes Instrumentarium zur Verfügung, um, über die Soforthilfen hinaus, möglichst vielen Kunden nachhaltig helfen zu können.

Auf jeden Fall entwickelt sich die Zahl der längerfristig orientierten Kfw-Hilfen stetig nach oben. Das sei nicht nur eine Eintagsfliege, glauben Banker. Patolla: „Wir rechnen damit, dass dieser Trend noch eine Zeit anhält. Für die weitere Entwicklung vieler Unternehmen wird entscheidend sein, inwieweit die schrittweisen Lockerungen durch Bund, Länder und Kommunen wieder eine annähernd normale Geschäftstätigkeit ermöglichen. Wir erwarten hier je nach Branche sehr unterschiedliche Verläufe und sind deshalb mit den gewerblichen Kunden fortlaufend im Gespräch.“ kra

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