Mehr als 1. 000 Fans feiern zum letzten Mal

Zum Finale gab es „Original Düshorner Country-Suppe“

„Wir sind sehr traurig, dass das Fest nicht mehr stattfindet“: Uwe Klinge vom Westernverein Hameln war zum 18. Mal nach Düshorn gekommen. Eva List aus Hankensbüttel begleitete ihn.

Düshorn - Uwe Klinge stand auf dem uralten Hof des „Gasthauses am Walde“ und schüttelt nur noch den Kopf. „Ich bin, wie viele andere auch, so traurig darüber, dass es das letzte Country-Fest hier in Düshorn sein soll. 18 Jahre bin ich aus Hameln hergekommen und habe viel Spaß gehabt.“ Und er hat alte Traditionen aus dem mittleren Südwesten der USA mitbringen dürfen. „Aber jetzt ist Schluss“, sagte auch der Vorsitzende des Trucker-&-Country-Clubs aus Munster. Detlef Rothe verabschiedete sich am Samstagabend mit einer kleinen, sehr emotionsgeladenen Rede von den Fans.

„Wir haben hier eine gute Zeit gehabt“, sagt Rothe und bedankt sich besonders bei Jan Bunke, der auch Mitglied des Vereins ist und dessen Vater, „Vize“ Bunke, das Fest einmal ganz zufällig gemeinsam mit Rothe ins Leben gerufen hat. „Wir haben einfach keinen Nachwuchs und nach 20 Jahren ist auch für mich Schluss. Mehr als 14 Tage intensivste Vorbereitung für ein solches Fest, das geht nicht mehr.“

Noch einmal waren viele Country-Fans aus ganz Norddeutschland gekommen, hatten am Freitag und Samstag den Hof hinter der Gaststätte bis auf den letzten Platz gefüllt. Mehr als eintausend Freunde der Country-Musik dürften es letztendlich gewesen sein, die wieder ein sehr friedliches Fest miteinander gefeiert haben. Eine kleine Zeltstadt war aufgebaut, es gab typische Stände und natürlich das kräftige Steak, das noch kräftigere Trucker und Country-Fans zur Musik genossen. Es gab das bei der Hitze herrlich frische Bier und am Nachmittag auch einmal einen guten selbstgebackenen Kuchen.

Detlef Rothe. Fotos: Müller

Das Umfeld mit der Scheune und den vielen Ecken und Nischen auf dem Hof stimmte hundertprozentig. Es passte sich ins Country-Fest auf dem Lande ein. Und trotzdem: „Vielleicht gibt es ja noch einmal auf dem Saal ein Fest“, sagt der Munsteraner, der unter seinen 20 Mitgliedern auch viele Fans aus dem Südkreis weiß.

Rothe, ehemaliger Lastwagenfahrer und Tausende von Kilometern auf den Straßen Europas unterwegs, arbeitet heute beim Bund in einem Büro in Munster. Er hat in der Country-Musik seine Erfüllung gefunden. „Wir haben in Breloh mit Truckern diesen Club gegründet“, erinnert er sich ein wenig wehmütig. Und dann hat er mit Düshorn über 20 Jahre einen Ort gefunden, wo die Country-Fans ihre Heimat hatten, beim jährlichen großen Musik-Festival. Damals hatte noch der unvergessene Gerhard Hager mit seiner Skiffle-Band in Düshorn gespielt.

„Chefchen“, so ist der Spitzname des Vorsitzenden, werde es später einmal, in siebeneinhalb Jahren, ganz nach Amerika ziehen. Er schwärmt von Utah, von den Dörfchen und unendlichen Weiten, von der Freiheit des Landes. Mit seiner Lebensgefährtin will er dort noch einmal durchstarten. „Ich habe in Amerika die Country-Musik kennengelernt und möchte sie nie mehr missen.“ Erst kürzlich war er auf einer Hochzeit in dem Land mit mexikanischem Einfluss. Und er war wieder tief beeindruckt.

Für Uwe Klinge, der die Tracht eines Cherokesen in Düshorn trug, und seine Bekannte Eva List aus Hankensbüttel werden die Wege länger werden zu Country-Festen in Deutschland. „Düshorn war ein Erlebnis. Ich werde es nie vergessen.“

Zum Finale des Festes gab es noch einmal musikalische Highlights mit typischen Gruppen der Szene, mit Line-Dance, einem Gottesdienst unter freiem Himmel und der „Original Düshorner Country-Suppe“, die auch unvergessen bleiben wird.  mü

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