Feuerzangenbowle online

Sommerhit im Internet: Reaktionen auf anonyme Schulbeschwerde

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Ein anonymes Schreiben an die Schulbehörde hat viele Leser zu Reaktionen angeregt.

Verden - Als Sommerhit im Internet entpuppte sich der Bericht über die anonyme Schülerklage über Missstände am Gymnasium am Wall in der Verdener Aller-Zeitung. „Anekdoten wie in der Feuerzangenbowle“ war eigentlich als eher unterhaltsame Ferienschnurre gedacht, aber die Klickzahlen auf der Internetseite der Kreiszeitung schossen in ungeahnte Höhen. Und das Interesse scheint anzuhalten. Die Facebook-Gemeinde hat das Thema begeistert und mit einer Fülle von Reaktionen aufgenommen. Zahllose Likes und nach oben deutende Daumen garnierten Kommentare, in denen die Autoren ihre Schulerinnerungen beisteuerten.

Zugegeben, bei einer höheren Ereignisdichte als jetzt mitten in den Sommerferien hätte die Redaktion einer anonymen Denunziation wohl nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet. Insofern hat ein Kritiker, der in dem Bericht ein Sommerloch-Produkt erkannt hat, sicher ein Stück weit Recht. Andererseits erscheint doch bemerkenswert, dass die Aufsichtsbehörde in Lüneburg auch einem solchen Schreiben nachgeht. Und das laut Pressesprecherin Bianca Schöneich grundsätzlich.

Die anonyme Beschwerde bei der Landesschulbehörde hat vor allem die eigene Schulzeit vieler Leser wieder lebendig werden lassen. „Kommt euch das alles auch so bekannt vor?“, fragt einer und deutet damit an, was viele mit ihren eigenen Anekdoten dann detaillierter ausgeführt haben. Eine kleine Sammlung von Geschichten kommt da mittlerweile zusammen. Sie belegt, dass weder der im Unterricht schlafende Lehrer noch die ängstliche Spanischlehrerin, die der angebliche Schüler anführt, Seltenheitswert haben. „Und was ist jetzt neu daran? Wir sind zwar alle nicht mehr auf der Schule, aber kennen noch mit Abstand schlimmere Fälle, die dort niemanden interessiert haben. Also ist das kein Wunder“, kommentiert ein User.

Ein weiterer stellt klar, dass die angeprangerten Missstände nicht auf das Gymnasium am Wall beschränkt sind: „Ich denke auch Schüler des Domgymnasiums hätten die eine oder andere Geschichte diesen Kalibers auf Lager.“ Einige glauben sogar, die in dem Schreiben nicht namentlich genannten Lehrer identifiziert zu haben: „...also den Sportlehrer kenn ich – und wenn der Geschichtslehrer vor 17 Jahren Englisch unterrichtet hat, dann kenn ich den auch.“

Jeder Schüler kennt solche Geschichten

Der allgemeinen Schulpflicht jedenfalls ist zu danken, dass jeder sich an eigene Erlebnisse im Klassenzimmer erinnern kann. Und so kommt es sogar vor, dass auch Ehemalige anderer Schulen ihr Scherflein zur Verdener Feuerzangenbowle beitragen: „Alle geschilderten Geschichten sind so an Herner Gymnasien passiert. An meinem Gymnasium war es ein Physiklehrer, der im Unterricht stets eingeschlafen ist oder bei Konfrontationen mit den Schülern weinend den Raum verlassen hat. Außerdem gab es da zwei Sportlehrer, die nicht nur gerne im Unterricht den Flachmann rausgeholt haben, sondern auch 'spezielle Griffe' für die Hilfestellung bei Mädchen hatten.

Jeder Schüler kennt diese und schlimmere Geschichten, weil sie an so ziemlich jeder Schule vorkommen. Oft findet man Anspielungen darauf in Abizeitungen, die als „Abrechnung“ von den Schulleitern abgetan werden, obwohl diese oftmals davon wissen. Insofern ist die Landesschulbehörde schon der richtige Ansprechpartner beziehungseise die Bezirksregierung. Anonym ist aber einfach immer eine dumme Sache, da viele Dinge nicht nachprüfbar sind.“

Unter den Lesern finden sich aber auch Mahner. Ein User kommentiert die Zustände nur resigniert mit „traurig!“, ein anderer nimmt den anonymen Ankläger ernst: „Man hätte so ein Schreiben nicht zur Landesschulbehörde schicken, sondern zuerst ein Gespräch mit den Lehrern oder der Schulleiterin führen sollen. Man hätte es nicht in den Ferien machen sollen, sondern in den Schultagen. Einfach nur traurig, dass Schüler in den Ferien damit aktiver sind als in der Schulzeit.“ 

kle

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