Es war ein Feuerwehrmann

26-jähriger Anwärter soll Feuer an Rundballen in Scharnhorst gelegt haben

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Mit 70 Einsatzkräften kämpften die Feuerwehren in Scharnhorst gagen das Feuer an den 200 Rundballen. Ein 26-jähriger angehender Kollege von ihnen gestand, den Brand gelegt zu haben. 

Verden/Scharnhorst - Von Wiebke Bruns. Ein 26 Jahre alter Feuerwehranwärter soll für den Brand von rund 200 Rundballen vor zwei Wochen in Scharnhorst verantwortlich sein. „Der Mann hat die Tat in einer Vernehmung durch die Polizei zugegeben“, sagte gestern Nachmittag auf Nachfrage Helge Cassens, Sprecher der Polizeiinspektion Verden/Osterholz. Der Tatverdächtige habe sich erst vier Wochen zuvor bei einer Feuerwehr angemeldet. Er wohne im Landkreis Verden. Nähere Angaben zum Wohnort und der Wehr, machte Cassens nicht.

Am späten Abend des 5. September waren 200 Rundballen eines Reiterhofes in Scharnhorst in Flammen aufgegangen. 70 Einsatzkräfte waren über Stunden im Einsatz. Die Polizei bezifferte den Schaden mit rund 10 000 Euro. Verletzte gab es nicht, dafür aber mehrere Zeugenhinweise. „Wir sind allen Hinweisen nachgegangen und da war die heiße Spur dabei“, so Cassens. Der Mann befinde sich auf freien Fuß, teilte der Polizeisprecher mit.

Die Ermittlungen dauern an und dabei werde auch untersucht, ob der 26-Jährige für weitere Brände verantwortlich ist. Dafür gibt es aber laut Cassens derzeit keine Hinweise. Zumindest sei der Tatverdächtige nicht einschlägig vorbestraft.

Nach Informationen der Kreiszeitung soll es sich bei dem 26-Jährigen um ein Mitglied der Verdener Feuerwehr handeln. Ortsbrandmeister Jürgen Barkfrede wollte dies weder bestätigen noch dementieren. Bei dem Brand in Scharnhorst war die Verdener Feuerwehr gar nicht alarmiert worden, weil unmittelbar zuvor ein Schuppen in Dauelsen in Flammen aufgegangen war und die dort tätigen Wehren dann gleich nach Scharnhorst gefahren waren.

Im Fall einer Verurteilung wegen Brandstiftung droht dem 26-Jährigen eine Freiheitsstrafe zwischen ein und zehn Jahren. Da für neue Mitglieder eine einjährige Probezeit besteht, dürfte ein Ausschluss auch ohne rechtskräftige Verurteilung für die Feuerwehr problemlos möglich sein.

Laut Stadtbrandmeister Peter Schmidt genügt dafür bereits ein unkameradschaftliches Verhalten. Fälle in denen Feuerwehrmänner zu Brandstiftern werden, gibt es immer wieder. „Das bedeutet immer einen Imageschaden, aber auch wir können den Leuten nur bis vor die Stirn gucken“, so Schmidt. Zu dem konkreten Fall konnte er keine Angaben machen.

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