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Aller-Weser-Dreieck feiert Gebietsreform

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Die Ortsbürgermeister Wolf Hertz-Kleptow (am Mikrofon) und Mischa Meininger (re.) begrüßten zahlreiche Gäste.
Die Ortsbürgermeister Wolf Hertz-Kleptow (am Mikrofon) und Mischa Meininger (re.) begrüßten zahlreiche Gäste. © Privat

Erst war die Gemeindereform in Hönisch und Hutbergen kritisch beäugt worden, jetzt gilt die Zusammenarbeit mit der Stadt Verden als erfolgreich. Vereine und Institutionen feierten.

Döhlbergen-Hönisch-Hutbergen – Eine Feier, ein buntes Treffen für Jung und Alt: Die sechs Orte aus dem Aller-Weser-Dreieck, Hönisch, Hinter-Hönisch, Rieda, Döhlbergen, Klein- und Groß Hutbergen zelebrierten am Samstag das 50-jährige Jubiläum der Eingliederung in die Stadt Verden. Ehrenamtliche und örtliche Vereine verwandelten das Gelände rund um die Mehrzweckhalle in Döhlbergen in einen kleinen Festplatz. Zahlreiche Menschen folgten der Einladung.

„Wir halten uns kurz, weil heute die Aktivitäten, die angeboten werden, im Vordergrund stehen sollen“, sagte Wolf Hertz-Kleptow, Ortsbürgermeister von Hönisch, zu Beginn seiner Rede.

Alle Vereine aus der Ortschaft sich beteiligten sich am Programm, jeder Besucher kam auf seine Kosten: ,,Angebote gibt es sowohl für ältere als auch für jüngere Besucher“, versprach der Bürgermeister im Vorfeld. Und tatsächlich: Menschen aller Altersklassen tummelten sich auf dem Gelände und nutzten die Attraktionen. Während Ältere in der Halle blieben, um mit Bekannten und Freunden bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee zu plaudern, gingen Eltern mit ihren Kindern raus, um den Umgang mit einem Feuerwehrschlauch zu üben oder Fußball zu spielen. Einige ukrainische Flüchtlinge, die im Hotel Maske untergekommen sind, mischten sich unter die Besucher. Einer von ihnen beteiligte sich am musikalischen Programm, spielte Gitarre und sang dazu. Auch die Nachbarschaftsmusiker vom Vorkampsweg sorgten für Musik in der Halle.

„Ich muss mich bei den Vereinen für deren Engagement bedanken. Das ist schon enorm“, war Mischa Meininger, Ortsbürgermeister von Döhlbergen und Hutbergen voll des Lobes. Gemeinsam mit den Ortsräten wurden die Feierlichkeiten mit den folgenden Vereinen organisiert: von den Ortsfeuerwehren Döhlbergen-Rieda sowie Hönisch-Hutbergen, von den Schützenvereinen Döhlbergen-Rieda sowie Hönisch, dem SV Hönisch, den Dart Dragons, der KiTa Hönisch, dem Ernteclub Klein Hutbergen und dem TVW Rieda.

Die Erträge aus dem Fest sollen einem gemeinnützigen Projekt als Spende zugutekommen.

Bereits vor der offiziellen Feier konnte auf einer Fahrradtour die Region erkundet werden, die gefahrenen Kilometer wurden danach beim Wettbewerb Stadtradeln eingereicht.

„50 Jahre Gebietsreform ist ein Jubiläum, das es zu feiern gilt, denn dieser Vertrag markiert den Abschluss einer umfassenden, kommunalen Gebietsreform, die in ganz Niedersachsen durchgeführt wurde“, erklärt Hertz-Kleptow den Gästen den Anlass. Der Vertrag regelte die Eingliederung von Hönisch, Groß- und Klein Hutbergen in die Stadt Verden. Besonders hervor hob der Ortsbürgermeister die Vorzüge für die demokratische Beteiligung: „Die Wahl von Ortsbürgermeistern und Ortsräten ermöglicht über einen verlässlichen Austausch mit dem Stadtrat und eigenen politischen Gestaltungsspielräumen eine stabile Kommunalpolitik“, so Hertz-Kleptow.

Hönisch habe sich über die Jahre verändert und entwickle sich stetig weiter. „Rückblickend ist der Wandel der Infrastruktur in unserer Ortschaft gut erkennbar“, stellt er fest.

Meininger sah die Gebietsreform ebenfalls als „richtigen Schritt“ an, auch wenn er sie als zunächst ,,zweischneidiges Schwert“ für seine Ortschaften erwies. „Durch die vielen Handwerksbetriebe und die Landwirtschaft hat unsere Ortschaft viele Gewerbesteuern eingenommen, mit denen wir beispielsweise die Betonplattenstraßen, die es zum Teil noch heute gibt, finanzieren konnten. Nun mussten wir diese Einnahmen teilen“, sagt er. Allerdings stellte sie die Selbstverwaltung durch ehrenamtliche Ortsvorsteher vor große Aufgaben, waren sie schließlich nicht immer vom Fach und außerdem auch hauptberuflich tätig. „Die Gebietsreform löste dieses Problem. Die Belange und Sorgen der Ortschaften wurden nun von der Stadt Verden mit entsprechendem Fachpersonal verwaltet“, erzählte Meininger. Die Ortsvortsteher wurden entlastet. „Somit war die Gebietsreform die richtige Entscheidung“, schlussfolgert der Ortsbürgermeister.

Ebenfalls mit von der Partie war die Landtagsabgeordnete für Verden/Achim Dörte Liebetruth. Sie richtet herzliche Glückwünsche im Namen des Niedersächsischen Landtages aus. „Meine Mutter und meine Großmutter wurden hier im Aller-Weser-Dreieck geboren, deswegen bin ich mit dieser Ortschaft in besonderer Weise verbunden“, so die Sozialdemokratin. Ein großes Dankeschön geht an die Vereine. „Ich finde es großartig, was die Vereine zu diesem Anlass auf die Beine gestellt haben“, lobt sie. Auch Matthias Langemeier, Vorsitzender des Kirchenvorstandes der St. Andreaskirche, richtet Glückwünsche von der Kirchengemeinde aus.

„Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist bis heute eine gute“, berichten sowohl Hertz-Kleptow als auch Meininger. „Zwar gibt es hin und wieder unterschiedliche Interessen, bisschen Überzeugungsarbeit ist auch mal notwendig, aber insgesamt sind wir sehr zufrieden“, kann Hertz-Kleptow bestätigen.  dab

Früh übt sich, wer zur Feuerwehr will: In der Halle und auf dem Gelände in Döhlbergen hatten Vereine und Feuerwehren ein buntes Programm vorbereitet.
Früh übt sich, wer zur Feuerwehr will: In der Halle und auf dem Gelände in Döhlbergen hatten Vereine und Feuerwehren ein buntes Programm vorbereitet. © böse

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