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Feuerwehrhaus Verden: Warten auf Notstrom und Hebebühne

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Von: Markus Wienken

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Blicjk auf die  neue Zentrale der Freiwilligen Feuerwehr Verden.
Die neue Zentrale der Freiwilligen Feuerwehr ist längst gemauert. Nach wie vor fehlt es aber an Teilen auch für das Notstromaggregat. Eine mobile Einheit (blauer Container) springt im Ernstfall an. © Markus Wienken

Schneller als die Feuerwehr? Das mit dem Tempo hat beim Neubau der Brandschützer an der Lindhooper Straße nicht geklappt. Noch immer fehlen Bauteile und auch die Hebebühne steckt noch in Italien......

Verden - Weihnachten 2021, so hatten die Verantwortlichen angepeilt, sollte – nach erheblichen Verzögerungen – alles fertig sein. Nun wird es aller Voraussicht Ende Mai 2022 werden. „Wenn denn alle Teile endlich geliefert werden“, sagt Wolfgang Tobias, im Rathaus zuständig für die Planungen.

Engpässe beim Material sind es weiterhin, die den Beteiligten Kopfzerbrechen machen. Was fehlt, sind Bauteile, um die Netzersatzanlage, das Notstromaggregat, ans Laufen zu bringen. „Das Aggregat ist eingebaut, aber die notwendigen Schaltschränke nicht“, erklärt Tobias. Mit Strom wäre die Feuerwehr im Notfall allerdings trotzdem versorgt. Auf dem Hof steht eine mobile Einheit, die im Ernstfall anspringen würde. Soll aber keine Dauerlösung bleiben. „Wir warten täglich auf die Bauteile“, so Tobias. Wo sie herkommen, in welchem Container sie stecken könnten, darüber könne nur spekuliert werden. „Der Markt ist schwierig.“

Aufwendig, weil eine Sonderanfertigung, ist die Beschaffung einer Scherenhebebühne, die in dem modernen Neubau in der Werkstatt der Feuerwehr in Dienst gehen sollte. Der Unterbau, die Grube, ist längst fertig, allerdings mit einer Plane abgedeckt. Die Hebebühne, Marktpreis circa 50 000 Euro, lässt hingegen auf sich warten, wird aus Italien geliefert. Alternativen sind Mangelware. „Europaweit gibt es nur ein Unternehmen, das auf den Bau solcher Bühnen spezialisiert ist“, weiß Tobias. Das Unternehmen in Südeuropa braucht für die Bühne Stahl. Auch da gebe es auf dem Markt nach wie vor Probleme. Mitte Mai könnte die Sonderanfertigung auf den Hof der Feuerwehr an der Lindhooper Straße rollen. Tobias ist vorsichtig optimistisch. „Gut ist, dass in der Werkstatt bereits gearbeitet werden kann, auch wenn die Bühne natürlich gebraucht wird.“

Freiwillige Feuerwehr Verden: Sämtlich Hallen sind bezogen

Sämtliche Hallen der beiden neuen Gebäudekomplexe sind mittlerweile bezogen, mehr oder eben weniger in die Abläufe – ob Notfall oder normaler Alltag – eingebunden, allein deshalb, weil die alten Hallen auf dem circa 5800 Quadratmeter großen Gelände längst abgerissen sind. Gegen mögliche Emissionen von dem Areal, ob lauter Alarm oder brummende Aggregate, soll auf der rückwärtigen Grundstücksfront eine Schallschutzmauer die Anwohner in den angrenzenden Gärten schützen. Die Pläne für das circa 70 Meter lange und circa drei Meter hohe Bauwerk sind fertig, allerdings mangelt es auch in diesem Fall an den Baustoffen Holz und Stahl. „Die Firma wartet drauf“, kann Tobias nur das weitergeben, was er von dem Bau-Unternehmen hört.

Zügiger voran geht es dafür in den Anlagen rund um die Neubauten. Pflanzen gibt es offensichtlich noch, so die gute Nachricht. Da wo möglich, werden Stauden und der eine oder andere Baum gesetzt. „Der Platz ist aber begrenzt, weil die Feuerwehr den zum Rangieren mit den großen Fahrzeugen braucht.“

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Ist das letzte Bauteil eingesetzt, sind sämtliche Anlagen in Betrieb, steht am Ende eine Rechnung von circa 8,5 Millionen Euro. Die ursprünglich angesetzte Summe lag zu Beginn der Planungen bei acht Millionen Euro. Zeitliche Verzögerungen, begründet durch Stress mit dem ursprünglichen Auftragnehmer, zogen sich anfänglich durch das Projekt. Die Trennung und der nachfolgende Wechsel zu einer anderen Firma brachten zwar neuen Schwung. Weitere Zeit ging allerdings verloren, weil sämtliche Posten, die im zweiten Bauabschnitt noch nicht ausgeführt waren, neu ausgeschrieben werden mussten. Eine Herausforderung für Bauverwaltung und Unternehmen.

Beschluss für Neubau der Feuerwehr Verden vor einem halben Jahrzehnt gefällt

Mehr als ein halbes Jahrzehnt ist es her, als der Rat der Stadt Verden den Beschluss für den Neubau auf dem Grundstück an der Lindhooper Straße gefasst hat. Verbaut wurde in den beiden Komplexen modernste Technik mit Blick auf Nachhaltigkeit. Wärme liefert in den Gebäuden eine Holz-Pelletheizung in Kombination mit einer Gas-Brennwerttherme und das Dach trägt eine Konstruktion aus Holz. Regnet es, sammelt sich das anfallende Wasser in einer unterirdischen Zisterne und kann von der Feuerwehr genutzt werden.

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