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Unfallbilder direkt in die Leitzentrale

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Zwei Männer, einer davon mit Headset, stehen an einem Tisch mit mehreren Monitoren.
Bilder vom Unfallort direkt auf den Bildschirm: Leitstellendisponent André Bornemann (links) und Leitstellenleiter Ralf Wiechers. © Landkreis Verden

Verden/Achim – Die Hilfe im Fall des Unfalles ist im Landkreis Verden in eine neue Dimension vorgestoßen. Mit einer neuen Notruf-Software kann sich jetzt die Leitstelle auch auf das Smartphone des Anrufenden aufschalten und sich so selbst ein Bild von der Lage machen, den genauen Notfallort feststellen und hierdurch Zeit gewinnen. Wer bisher im Landkreis Verden den Notruf wählte, erreichte in der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle des Landkreises Verden den Disponenten, der gezielt Fragen stellte und aufmerksam zuhörte, ehe er auf Grundlage dieser Informationen schnellstmöglich die geeigneten Hilfsmittel entsenden und, soweit möglich, telefonische Hilfestellungen zu Erstmaßnahmen geben konnte.

Notfallort durch Ortung genauer bestimmen

„Im Notfall zählt jede Sekunde. Die Leitstellendisponenten sind dabei auf möglichst präzise Erklärungen der Anrufenden angewiesen, was in der Aufregung nicht immer einfach ist“, weiß Leitstellenleiter Ralf Wiechers. Mit Hilfe der neuen Software haben die Disponenten einer Mitteilung aus dem Kreishaus zufolge nun die Möglichkeit, den Notfallort durch Ortung genauer zu bestimmen oder die Kamera auf dem Smartphone des Anrufers zu aktivieren, um sich einen Überblick über die Situation vor Ort zu verschaffen.

Zustimmung für Verbindung mit dem Smartphone erforderlich

„Das geht aber alles nur mit Zustimmung durch den Notrufenden. Der Datenschutz hat oberste Priorität“, erklärt Wiechers. Der Anrufer müsse zustimmen, ob die Leitstelle sich aufschalten darf. Sowohl bei Ortung als auch Videoverbindung sei eine separate Zustimmung erforderlich. Sogar der Akkustand des Handys könne angezeigt werden, um abzuschätzen, wie viel Zeit für die Kommunikation bleibt. Der Anrufer könne zudem jederzeit die Datenverbindung unterbrechen. „Es geht allein um die Notrufoptimierung und eine schnelle und effiziente Hilfeleistung“, betont der Leitstellenleiter.

Übersetzung in Chatform in mehr als 15 Sprachen

Der Notrufende selber benötigt keinerlei Vorinstallation in Form von Apps auf seinem Telefon. Auch im Falle von Sprachproblemen kann die Leitstelle die Kommunikation mit sofortiger Übersetzung in Chatform in mehr als 15 Sprachen führen. Alle Funktionen werden dabei ganz unabhängig vom Smartphone des Anrufenden aus der Leitstelle heraus gesteuert. Die Integration in das vorliegende Einsatzleitsystem sichert darüber hinaus eine genaue Dokumentation aller Maßnahmen für eine spätere Nacharbeit und die Einhaltung der gesetzlichen Dokumentationspflichten.

Bessere Einschätzung von Gefahren

Die Software ist nach Herstellerangaben bei rund 40 Einrichtungen in Deutschland und der Schweiz im Einsatz. Für die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle des Landkreises ergeben sich viele neue Möglichkeiten: „Die Disponenten können von ferne die Situation erfassen oder auch Brandherde überblicken. Das macht das Arbeiten effizienter“, so Wiechers. Die Notruf-Software lasse sich auch in zahlreichen anderen Situationen für Feuerwehr und Rettungsdienst einsetzen, in denen das Notfallmanagement kontaktfrei und per Telefon geleistet werden müsse. So könnten beispielsweise wie am vergangenen Wochenende Gefahren durch umstürzende Bäume gezielter eingeschätzt oder Maßnahmen von Ersthelfern in medizinischen Notfällen konkret begleitet werden.

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