Bremsdefekt löst zahlreiche Brände aus

Mehrere Böschungsbrände legen Verkehr rund um Verden lahm

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Verden - Mehrere Böschungsbrände haben am Freitagnachmittag gegen 15 Uhr zu Großeinsätzen von Feuerwehr und Polizei bei Verden ausgelöst. Der Bahnverkehr in dem Bereich wurde komplett eingestellt. Die Löschmaßnahmen gestalteten sich schwierig. Mit einem Twitter-Appell richtete sich die Polizei an Gaffer, da offenbar Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit beeinträchtigt worden waren.

Als Ursache für die Brände nannte ein Sprecher der Feuerwehr einen Zug, der mit defekter Bremse von Rotenburg bis nach Eystrup unterwegs war. Der dadurch entstandene Funkenflug hatte im Verlauf der Strecke zahlreiche Brände ausgelöst.

Auf der Bahnstrecke zwischen Bremen und Hannover fuhren seit dem Nachmittag keine Züge mehr. Auch zwischen Bremen und Eystrup sowie zwischen Verden und Rotenburg ging auf den Schienen zeitweise nichts mehr. Beeinträchtigt war auch der Verkehr auf der B215 und der A27 - beide Straßen mussten für die Löscharbeiten zeitweise gesperrt werden. Dichter Rauch behinderte den Verkehr zusätzlich.

Für die Bahnlinie rechnete die Bahn am frühen Abend mit einer Freigabe gegen 20 Uhr. Nach dem Löschen der Brände sei es notwendig gewesen, Glutnester zu identifizieren und neue Flammen zu verhindern. Auch in der Nacht war der Einsatz für viele Feuerwehrleute noch nicht vorbei. Während das eigentliche Einsatzgeschehen am Freitagabend gegen 2130 Uhr beendet werden konnte, flammten vereinzelt Brände erneut auf und machten einen Einsatz der Feuerwehren erforderlich.

Die Polizei bat am Freitagnachmittag alle Bewohner im Bereich Dauelsen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Beamten berichten von diversen Bränden im Verdener Stadtgebiet sowie im Umland. Auch für den Bereich Dörverden südlich der Verdener City wurde Flächenbrand-Alarm ausgelöst. Die Brände in Dauelsen befanden sich insbesondere an der Bahnstrecke - parallel zur Hamburger Straße, heißt es in einem Tweet.

Dem Tweet zufolge gab es keine Verletzten. „Wir haben alle Streifenwagen im Stadtgebiet und weitere im Einsatz.“ Zudem waren zwei Polizeihubschrauber im Einsatz, die am späten Nachmittag ihren Einsatz beenden konnten. Das Ziel der Überflüge sei das Aufspüren möglicher weiterer Brandorte gewesen. Auf diese Weise wurden weitere Brandstellen im Bereich Wahnebergen lokalisiert.

Zeitweise Sperrung der A27 und Rückstau

Die Autobahnpolizei berichtete, dass mehrere kurzfristige Sperrungen den Verkehr auf der A27 auf Höhe Verden-Nord am Nachmittag zum Erliegen gebracht haben, um die Löscharbeiten zu ermöglichen. Gegen 17.15 Uhr staute sich der Verkehr in Richtung Hannover noch auf etwas weniger als sieben Kilometern. Die Empfehlung der Beamten lautete zu diesem Zeitpunkt, einen Umweg vom Bremer Kreuz über die A1 nach Hamburg bis Hannover zu nehmen. Am frühen Abend sorgten wiederaufflammende Brände erneut für eine Sperrung der Autobahn.

Auch die Bundesstraße 215 musste wegen der über die Strecke geleiteten Feuerwehr-Schläuche für einen längeren Zeitraum bis in den Abend hinein gesperrt werden.

Wegen der Löscharbeiten musste die A27 mehrfach kurz gesperrt werden.

Die Bahn teilte gegen 16.45 Uhr mit, unter anderem die Linie nach Norddeich Mole (RE1) als auch die nach Bremerhaven-Lehe (RE8) seien von der Sperrung betroffen. Bereits abgefahrene Züge warteten die Freigabe der Strecke in den umliegenden Bahnhöfen ab, ein Schienenersatzverkehr mit insgesamt zehn Bussen wurde eingerichtet.

Da das betroffene Gebiet schwer zugänglich ist, herrschte am Ort des Geschehens nach Informationen von kreiszeitung.de in der ersten Phase der Löscharbeiten eine chaotische Situation. Die Sperrungen fielen in den Feierabendverkehr und behindern dadurch viele Pendler.

Böschungsbrände an der Bahnstrecke nach Bremen

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 © Christian Butt
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„Haltet Euch von den Einsatzorten fern!“

Im Einsatzgebiet seien zum Teil Schaulustige unterwegs gewesen, die die Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit beeinträchtigten, twitterte die Polizei Verden und bat darum, die Männer und Frauen der Feuerwehr ihre Arbeit machen zu lassen. „Haltet Euch von den Einsatzorten fern!“, heißt es dort.

Schwierigkeiten machte nicht zuletzt der abgelegene Ort der Brände, die Einsatzkräfte waren lange damit beschäftigt, eine ausreichende Wasserzufuhr zu gewährleisten. Anfangs wirkte die Situation zudem recht chaotisch. Viel zu lange dauerte es, bis ausreichend Feuerwehr vorhanden war. 

Ortsfeuerwehr zu Beginn alleine auf weiter Flur

So berichtete ein Anwohner im Bereich der Dauelser Dorfstraße, dass er eine Stunde zuvor die Feuerwehr alarmiert habe. Doch vor Ort war zunächst offenbar nur die Ortsfeuerwehr. Die bemühte sich darum landwirtschaftliche Gebäude in der Nähe des Bahndamms zu schützen, an anderer Stelle loderten die Flammen. Anwohner versuchten selbst mit Gartenschläuchen zu löschen. Ein gut gemeinter, aber aussichtsloser Versuch.

Unterstützung erhielten die Feuerwehrleute aus Verden letztlich von zahlreichen Wehren aus dem Umkreis - aus dem gesamten Landkreis Verden sowie den umliegenden Kreisen. Insgesamt waren mehrere Hundert Kräfte der Feuerwehr sowie zahlreiche Polizisten im Einsatz. Die Feuerwehr schätzte am Abend, dass mindestens 500 Männer und Frauen von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr sowie vom Notfallmanagement an der Bahnlinie im Einsatz waren.

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