Festival-Eröffnung mit Regisseurin Kerstin Ahlers und Gast aus Hannover

Alle Genres beim Filmsalat

+
Zur Eröffnung konnten die Festivalmacher viele Besucher im Kino begrüßen.

Verden - Dass es beim Filmsalat, dem Kurzfilmfestival in Verden, keinen roten Teppich gibt, ist bekannt. Dafür bot die elfte Auflage des Festivals unter Schirmherrschaft von Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, wieder den Charme eines innovativen Festivals. Sämtliche Genres des Kurzfilms rückte das Festivalprogramm im Cine City in den Fokus.

Und weil eine Veranstaltung wie der „Filmsalat“ nur mithilfe von Sponsoren funktionieren kann, die mit Geld und Herzblut hinter der Sache stehen, hatten die Festivalmacher vom Kommunalen Kino Verden zunächst zum Empfang mit Staatssekretärin Daniela Behrens aus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium eingeladen.

Und gleich konnte der Vereinsvorsitzende Jürgen Menzel den ersten Preis vergeben: Der „Preis der Herzen“ würdigt die Arbeit der Film AG am Verdener Domgymnasium. Die Schüler hatten den Werbetrailer für das Festival umgesetzt. „Das Resultat der filmischen Arbeit ist geradezu phänomenal“, schwärmte Menzel bei der Übergabe an Lehrerin Julia Monsees.

Doch damit der Freude nicht genug, schließlich konnte Menzel mit der Regisseurin Kerstin Ahlrichs noch einen VIP zum Festivalauftakt begrüßen. Ihr Kinofilm „Taxi“, gedreht nach der Romanvorlage von Karin Duve, wurde später als Eröffnungsfilm gezeigt. Es ist eine deutlich verkürzte Version des Romans, die Ahlrichs in insgesamt sechsjähriger Arbeit für die Kinoleinwand inszeniert hat, allerdings, so sagte sie, in enger Zusammenarbeit mit der Autorin, die auch das Drehbuch geschrieben habe. „Wir mussten den Stoff raffen. Der Plot spielt über mehrere Jahre und zeigt viele Nebencharaktere, die wichtig sind“, so die Regisseurin.

Wichtig sei ihr auch eine authentische Kulisse der 80er-Jahre gewesen, da die Story in der Gegenwart gar nicht mehr funktionieren würde. „Heute wird ein Taxi von einem ganz anderen Klientel genutzt.“ Insgesamt 28 Tage, so die Regisseurin, wurde gedreht, die Taxiszenen sind übrigens fast alle im Studio entstanden, was wiederum dem hohen Anspruch an eine 80er Jahre-Szenerie geschuldet war. Und die Besetzung? Hatte sie als Regisseurin hier entscheidendes Mitspracherecht? „Ja“, sagte Ahlrichs, die sogar Armin Rohde für eine Gastrolle gewinnen konnte. „Ich habe die Schauspieler ausgesucht“. Ob sie der Erfolg des Films überrascht hat; immerhin gewann er beim 25. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin im Mai den Publikumspreis? Ahlrichs: „Ehrlich gesagt, ja. Weil man immer mit dem Schlimmsten rechnet und Arthouse-Filme haben es nun einmal schwer.“

In Grußworten betonten dann Daniela Behrens und die stellvertretende Landrätin Jutta Sodys die Bedeutung des regionalen Festivals. Behrens erwähnte die Bedeutung von Sponsoren sowie das Fehlen öffentlicher Förderung durch die Nordmedia. Die unterstütze nur noch große Festivals. „Ich verspreche ihnen, dass ich dieses Problem in den Aufsichtsrat einbringen werde. Die Fördermodalitäten gehören neu diskutiert“, sagte die Staatssekretärin zu.

Im Wettbewerb wurden am Wochenende 30 Filme gezeigt, die das achtköpfige Vorbereitungsteam aus 110 Einsendungen ausgewählt hat. Darunter auch „Erledigung einer Sache“, ein Kurzfilm von Dustin Loos, der bereits für den Oskar nominiert ist, sowie mehrere regionale Beiträge. Den Inhalten der Filme waren keinerlei Grenzen gesetzt und so war von der Dokumentation bis zum Spielfilm, vom Drama bis zur Komödie thematisch alles dabei.

nie

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Deutsche Soldaten sterben bei Hubschrauberabsturz in Mali

Deutsche Soldaten sterben bei Hubschrauberabsturz in Mali

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Mittwoch

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Mittwoch

Hochwasser-Einsatz der Verdener Feuerwehren

Hochwasser-Einsatz der Verdener Feuerwehren

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Meistgelesene Artikel

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Hochwasser-Helfer aus dem Kreis Verden bei Hildesheim im Einsatz

Hochwasser-Helfer aus dem Kreis Verden bei Hildesheim im Einsatz

Axthieb statt Lohn für Schwarzarbeiter

Axthieb statt Lohn für Schwarzarbeiter

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

Kommentare