# Feministin Anna Wizorek beim Frauenrat

„Sind noch lange nicht am Ziel“

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Die Vorsitzende des Kreisfrauenrates, Karin Labinsky-Meyer (l.) und Gleichstellungsbeauftragte Christine Borchers (r.) freuen sich über den Besuch von Anna Wizorek.

Verden - Einen prominenten Gast konnte der Kreisfrauenrat im Pferdemuseum begrüßen. Die durch den # (Hashtag) Aufschrei bekannt gewordene Bloggerin, Autorin und Grimmepreisträgerin Anne Wizorek las aus ihrem Buch „Weil ein # Aufschrei nicht reicht“.

Anfang 2013 erfuhr Wizorek mit ihrem Twitter # „Aufschrei“ eine riesige Resonanz im Netz. Tausende Frauen berichteten auf diesem Wege über ihre Erfahrungen mit dem täglichen Sexismus. Wizorek war daraufhin zu Gast in vielen Fernsehsendungen. „Ein # Aufschrei reicht aber bei weitem noch nicht“, findet die Feministin. In ihrem Buch beschreibt sie ihren Weg zur Aktivistin und möchte ihre Geschlechtsgenossinnen dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden.

Im ersten Teil ihres Buches „Weil ein # Aufschrei nicht reicht“, beschreibt die Autorin die „Baustellen“, die der Feminismus noch zu bearbeiten hat. „Wir haben doch schon alles erreicht, wir dürfen wählen, können studieren, verdienen unser eigenes Geld und können sogar Bundeskanzlerin werden, oder?“, fragt sie – um gleich darauf klarzustellen: „Wir haben zwar schon viel erreicht, sind aber noch lange nicht am Ziel.“

Nach wie vor bestimmten Geschlechterstereotype den Alltag. „Demnach haben Frauen schön zu sein, kümmern sich gern um Haushalt und Kinder, wollen erobert werden, kaufen gern Schuhe und reden viel.“ Dabei würden Frauen aber immer noch als „schwierig“ gelten, wenn sie ihre Meinung sagen. Männer dagegen seien stark, interessierten sich für Autos, lieben technische Berufe und wollen immer Sex.

Nach wie vor seien im Feminismus unterschiedliche Bezahlung, Altersarmut oder Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie aktuelle Themen. Dabei weist Wizorek darauf hin, dass sich gerade die Vereinbarkeitsdebatte nicht ausschließlich auf Frauen bezieht. „Das Geschlechterdenken ist auch für Männer schädlich“, weiß sie. Viele Männer würden ebenfalls gern länger die Elternzeit für sich wahrnehmen, haben dazu aber kaum die Möglichkeit, wenn sie nicht auf ihre Karrierechancen verzichten wollen.

Im zweiten Teil des Buches beschreibt Wizorek wie sie zum Feminismus gekommen ist. Auch der Verdenerin Anita Augspurg, die sich für das Frauenwahlrecht stark gemacht hatte, sind einige Zeilen gewidmet.

Anne Wizorek sieht sich als eine Feministin der neuen Generation. Für diese sei das Internet ein Instrument, mit dem man Erfahrungen teilt und Frauen aus verschiedenen Schichten, Nationalitäten und in unterschiedlichen Lebenssituationen anspricht. „Hetero gilt heute immer noch als Maßstab. Eine Familie besteht aber längst nicht nur mehr aus Mann und Frau.“

Zum # „Aufschrei“ ist Anna Wizorek gekommen, weil sie über den Professor sprechen wollte, der von ihr wissen wollte, ob sie ihren Referatspartner datet. „# Aufschrei war wie ein Befreiungsschlag, weil viele plötzlich den Mut aufbrachten, ihre Geschichten zu teilen. Wir teilen aber nicht nur unsere Geschichten, sondern auch den Schmerz dahinter.“

ahk

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