Im Garten von Funkienliebhaber Rainer Seckinger wachsen 250 verschiedenen Sorten

Fasziniert von der Vielfalt

Rainer Seckinger kümmert sich täglich mit viel Liebe um seine Funkien. - Fotos: Haubrock-Kriedel

Verden - Funkien, auch Hosta oder Herzblattlilie genannt, sind die große Leidenschaft von Rainer Seckinger. Vor ungefähr zehn Jahren entdeckte der Verdener seine Liebe zu dieser dekorativen Staude, die ursprünglich in Korea, Japan und China beheimatet ist. In seinem Garten wachen heute 250 verschiedene Sorten, von denen keine der anderen gleicht.

„Als ich damals angefangen habe, mich mit Funkien zu beschäftigen, habe ich nicht gedacht, dass es einmal so viele werden würden, man muss schon ein bisschen verrückt sein“, schmunzelt Rainer Seckinger Doch wenn man seinen Garten betritt, versteht man die Begeisterung für diese Pflanzen sofort. Die Stauden überraschen durch ihre enorme Vielfalt. Die kleinste Funkie hat eine Größe von nur wenigen Zentimetern, während die Größte, die „Empress Wu“ 140 Zentimeter groß wird.

Doch nicht nur in der Größe unterscheiden sich die Schmuckblattstauden. „Die Blätter können grün, blau, grau, gelb oder panaschiert sein, in unzähligen Farbabstufungen“, schwärmt Seckinger.

Auch die Blattform variiert von herzförmig, lanzettartig bis rund, die Blätter können glatt, gewellt oder gehämmert sein. Selbst die Blattstiele sind ein Blickfang, ihre Farben reichen von Grün, Rot, fast Schwarz, gepunktet bis Weiß. Einige Funkien wachsen hostartig, andere vasenförmig.

Nicht nur die Blätter, auch die Blüten sind hübsch anzusehen. Je nach Sorte blühen die dekorativen Stauden von Juni bis spät in den Herbst hinein. Die Farbe reicht von weiß bis zu einem tiefen Purpur, selten gibt es auch gelbe oder rötliche Blüten.

Ein Prachtexemplar mit panaschierten Blättern.

Dabei sind Funkien anspruchslos, sie wachsen auch im Schatten, wo sonst kaum etwas wächst. Sogar als Kübelpflanzen eigenen sie sich sehr gut, Temperaturen bis unter minus 20 Grad machen den robusten Stauden nichts aus. „Derzeit gibt es 50 Arten mit 5.000 Sorten, die vorwiegend in der USA gezüchtet werden. Eine Neuzüchtung wurde für 2.000 Dollar versteigert“, erzählt der Hobbygärtner. Natürlich ist auch Rainer Seckinger immer auf der Suche nach Neuheiten für sein kleines Paradies. „Der neue Trend ist ein roter Stiel, der sich ins ganze Blatt hinein fortsetzt. Die sind mir im Moment aber noch zu teuer“, bedauert er. Hat der Gärtner Glück, bilden sich neue Sorten aber auch von selbst. Manche Pflanzen bilden Sprosse, sogenannte „Sports“, die sich genetisch von ihrer Mutterpflanze unterscheiden. Auch Rainer Seckinger hat so schon neue Sorten gewonnen. 

Kann man bei so vielen verschiedenen Funkien eigentlich noch den Überblick behalten? „Bis 100 Pflanzen hatte ich noch alle Namen im Kopf, dann aber irgendwann nicht mehr“, gesteht Seckinger. In einer Exceltabelle sind jetzt Namen und Standort aller Pflanzen genau erfasst. 

Am 18. Juni hatte der Hostafreund zu einem Funkientag in seinen Garten eingeladen. Auf dem Rasen hatte er die Stauden, die in kleine Töpfe gepflanzt waren, in alphabetischer Reihenfolge aufgestellt. „Es waren bestimmt um die 50 Besucher da. Mein Funkienplakat war der besondere Blickfang. Auf der Rückseite hatte ich alle 250 ausgestellten Sorten aufgeführt“, berichtet er.

Sein neuestes Projekt ist nun ein Funkienkalender, den er für 2017 herausgeben möchte. Auf der Internetseite hostafreund.blogspot.de betreibt Rainer Seckinger zudem seinen eigenen Funkienblog. 

ahk

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