Unerwartete Bilanz nach 50 Jahren AVS: Ausschuss zur Sportförderung

Fast eine Jubiläumsfeier

Ein Beachhandballfeld mit Turnierqualitäten soll In Eitze entstehen. Der Ausschuss Jugend, Sport und Soziales nahm das von der Handballspielgemeinschaft Aller-Weser angeregte Projekt wohlwollend zur Kenntnis. Auf dem Sportplatz am Hexenmoor sei Platz dafür, sagte Ortsbürgermeisterin Anja König. Der Ortsrat begrüße das Vorhaben.
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Ein Beachhandballfeld mit Turnierqualitäten soll In Eitze entstehen. Der Ausschuss Jugend, Sport und Soziales nahm das von der Handballspielgemeinschaft Aller-Weser angeregte Projekt wohlwollend zur Kenntnis. Auf dem Sportplatz am Hexenmoor sei Platz dafür, sagte Ortsbürgermeisterin Anja König. Der Ortsrat begrüße das Vorhaben.

Verden – Eigentlich hatte es niemand beabsichtigt, aber dann geriet die Sitzung des städtischen Ausschusses Jugend, Sport und Soziales unversehens zu so etwas wie einer Jubiläumsfeier. Am 14. Januar hatte die Arbeitsgemeinschaft Verdener Sportvereine (AVS) ein halbes Jahrhundert vollendet. Sprecher Hans-Joachim Albers lobte das Verfahren, mit dem die Stadt Verden ihre Sportförderung gestaltet, und auch die Ratsmitglieder im Gremium beeilten sich, die gute Zusammenarbeit zu würdigen.

Manchmal endet eine Geschichte ganz anders, als anfangs zu erwarten ist. So war das auch bei der Sitzung im Ratssaal. Die Ausschussmitglieder sollten ihre Empfehlung dazu abgeben, ob das Budget für die Investitionen der Sportvereine erhöht werden soll. Für drei Jahre, so hatte die Verwaltung vorgeschlagen, sollen 15 000 Euro mehr in den Topf, damit 60 000 Euro an die Vereine gehen können.

„Da ist ein Stau von Anträgen. Und der lässt sich nicht mehr durch Verschiebungen bewältigen“, erklärte Fachbereichsleiterin Sabine Mandel. Hintergrund der regen Investitionstätigkeit in den Vereinen könnte sein, so vermutet die Verwaltung, dass der Landessportbund seinen Fördertopf für vereinseigene Investitionen erhöht hat.

„Das zeigt doch, dass wir ein lebendiges Vereinsleben haben“, fand Bene Pape (SPD) und sprach sich für die Erhöhung aus. Auch Anja König (CDU) war nicht dafür, die „Bugwelle von Anträgen“ über Jahre vor sich her zuschieben. Allein Werner Meinken wollte dem Vorschlag nicht ohne Bedenken folgen. Er stellte fest, dass in der Liste der Investitionen, die die AVS wie seit Jahrzehnten aufgenommen hatte, auch umfangreiche Baupläne des Verdener Luftfahrtvereins stehen. Der geplante Hangar für 400 000 Euro sollte in den nächsten drei Jahren mit insgesamt 50 000 Euro aus dem Stadtsäckel gefördert werden. „Das entspricht etwa der Erhöhung, über die wir jetzt beraten“, stellte der Grüne fest. Meinken wünschte sich mehr Informationen.

Mit Lars Brennecke löste Meinkens Bitte aus, dass die Sitzung eine ganz andere Richtung nahm. Der Christdemokrat sah damit die Arbeit der AVS infrage gestellt, und das wollte er nicht hinnehmen. Brennecke wollte der Erhöhung des Sportfördertopfes schon deshalb zustimmen, weil damit die Arbeit des AVS gewürdigt wird. Und als Sabine Mandel auf das Jubiläum der Arbeitsgemeinschaft hinwies und berichtete, dass sie die älteste ihrer Art im Lande ist, stand der Zusammenschluss der Sportvereine auf einmal im Mittelpunkt der Beratung.

Anja König stellte fest, dass die Konstruktion, nach der die AVS eigenständig und verantwortungsvoll über die Verwendung der städtischen Fördermittel entscheidet, super sei. Und auch Werner Meinken machte deutlich, dass die Zusammenarbeit gut funktioniert.

Schließlich meldete sich dann auch Hans-Joachim Albers zu Wort. Als 1. Sprecher der AVS ist er seit zehn Jahren Mitglied des Ausschusses und freute sich, auch mal das Lob an die Stadt zurückgeben zu können: „Es ist bombastisch, was die Stadt für die Vereine tut.“ Auch wenn keine Zweifel an korrekter Verteilung der Mittel geäußert wurden, versicherte er, dass das fünfköpfige Team der AVS sich intensiv mit den 42 Vereinen und ihren Projekten auseinandersetzt. Er wies aber auch auf den Umfang der Arbeit hin und schätzte, dass sie durchaus zwei Stellen im Rathaus ersetzen würde. „Das ist eine schöne Aufgabe, manchmal aber auch stressig“, verriet er.

Dass das Jubiläum bislang nicht offiziell gefeiert wurde, habe anfangs interne Gründe gehabt und als die Jahreshauptversammlung im Juni sich dafür angeboten hätte, war Corona. Auf Nachfrage berichtete Albers gestern, dass die AVS hoffe, Jahreshauptversammlung und Jubiläumsfeier nachholen zu können. Derzeit werde ein geeigneter Ort gesucht.

Von Ronald Klee

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