Die Johanniter-Unfall-Hilfe probt im Sachsenhain in Dauelsen bei großer Übung

Ein fast echtes Szenario in Dauelsen

„Bayrische Pfundskerle“ hatten sich vor einem Gebäude eine handfeste Schlägerei geliefert.

Verden - Die Johanniter-Unfall-Hilfe probte am Sonnabend im Sachsenhain in Dauelsen bei einer großen Katastrophenschutz-Übung den Ernstfall. Rund 35 Kräfte aus dem Regionalverband Bremen-Verden waren beteiligt. Parallel dazu fand in dem Jugendhof der sechste Schulsanitäterkongress der Johanniter statt.

Die bei der Übung beteiligten Retter gehören Ortsverbänden in Verden, Visselhövede, Bremen, Delmenhorst und Stade an, erklärte Jan Klaassen, Sprecher des Regionalverbandes Bremen-Verden. Vorgabe bei der Übung im Sachsenhain war eine unklare Anzahl verletzter Personen infolge einer Lebensmittelvergiftung.

Sarah Schult aus Arsten spielte eine Schwerstverletzte. „Ich stand am Grill, als es eine große Verpuffung gegeben hat“, so die Schülerin zu ihrer Rolle. Die Profis aus dem Team der „Realistischen Unfalldarstellung“ hatten dafür ganze Arbeit geleistet. Schnittverletzungen in Gesichtern und Armen wirkten bei allen Opfern sehr real.

Doch Hilfe ließ zunächst auf sich warten. Die Retter hatten sich bei der BBS gesammelt und spätestens da war allen klar, dass es sich um eine Übung handelte. Sie folgten der Umleitung und gelangten über Eissel und Langwedel zum Sachsenhain. Bei einem realen Einsatz wären sie von der Leitstelle auf dem kürzesten Weg zum Sachsenhain geleitet worden, erklärte Klaassen. Notärzte und Rettungswagen wären dann schon vor Ort gewesen und hätten die Johanniter wegen der Vielzahl von Verletzten nachalarmiert.

Nach dem Eintreffen der zahlreichen Fahrzeuge beim Jugendhof ging alles recht schnell. Zelte für die Behandlung der Verletzten wurden errichtet. Die Erstversorgung fand parallel dazu auf dem Parkplatz statt. Zwei Jugendliche waren in Panik weggelaufen und mussten im Wald gesucht werden, so die Übungsvorgabe. Dabei kamen zwei vierbeinige Mitglieder der Rettungshundestaffel aus Visselhövede zum Einsatz. Das Kriseninterventionsteam kümmerte sich um die psychologische Betreuung der Verletzten.

Verletztendarsteller standen Dank des von Freitag bis Sonntag im Jugendhof stattfindenden Schulsanitäterkongresses ausreichend zur Verfügung. Dieser wurde bereits zum sechsten Mal veranstaltet und beinhaltete neben Workshops, praktischer Ausbildung und Freizeitaktivitäten auch eine Übung, von der die Schüler jedoch nichts wussten. „Bayrische Pfundskerle“ hatten sich vor dem Gebäude eine handfeste Schlägerei geliefert, so das Übungsszenario.

Katastrophenschutzübung in Verden-Dauelsen

Die Schulsanitäter bemerkten dies im Gebäude und schritten souverän ein. Beeindruckend fand dies auch Oliver Vogt. Der Notfallsanitäter hatte erst im Januar die Schüler in einem Grundlehrgang in die Arbeit von Schulsanitätern eingeführt. „Das habe ich in der Altersstufe so noch nicht gesehen“, so sein späteres Fazit. „Da können sich manche Profis eine Scheibe abschneiden“, lobte er die beteiligten Schüler der Verdener Realschule und des Gymnasiums am Wall.

wb

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