Fans planen Besuch zum Jubiläum der Aufnahmen für „How I won the war“

Chance Lennon-Tourismus

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Kurt Niebuhr berichtete von seinen Erinnerungen an die Filmaufnahmen am Mühlentor.

Verden - „Es ist eigentlich nur in Insiderkreisen bekannt, dass 1966 in Verden ein Film mit John Lennon gedreht wurde“. Alfred Ebeling, Gründer des Beatles-Stammtischs Hannover, kennt die Entstehungsgeschichte des Antikriegsfilms „How I won the war“ („Wie ich den Krieg gewann“) von 1967 sehr genau. Gemeinsam mit seinem Stammtischfreund Reinhard Meyer organisiert er für Oktober bereits die dritte Tour zu den Drehorten in der Lüneburger Heide.

Um die 40 Freunde aus den untereinander gut vernetzten Beatles-Clubs in Hannover, Berlin, Flensburg, Schwedt an der Oder und Aschersleben wollen am 9. Oktober die Gegend um Verden erkunden. Die Bustour ist schon seit Monaten ausgebucht. „Wir verbinden die Freude am Reisen in schöne Gegenden mit dem Interesse an der Musik und dem Lebenswerk des genialen Tonkünstlers und Komponisten John Lennon“, erklärt Meyer. „Gleichzeitig ist dies ein Stück kulturelle Bildungsarbeit.“

Die beiden Fans aus Hemmingen und Barsinghausen sehen große Chancen für Verden, den Lennon-Tourismus zu entwickeln. Der von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden mit dem Prädikat „Wertvoll“ ausgezeichnete Film „How I won the war“ ist im In- und Ausland bekannt und anerkannt als „Antikriegsfilm, in dem mit den Mitteln des Absurden die Absurdität des Krieges und seiner Glorifizierung aufgedeckt werden“, ist auf der Kinowebsite epd Film zu lesen.

Gerade in Großbritannien, wo die Lennon-Begeisterung besonders groß ist, seien zwar die Drehorte in Spanien und England bekannt, weniger aber, dass ein Großteil des Films in Bergen, Achim und vor allem in Verden aufgenommen wurde. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Dreharbeiten ist sogar am Originaldrehort am Mühlentor ein Lennon-Denkmal errichtet worden.

„Für unsere Tour im Oktober suchen wir noch Zeitzeugen der Dreharbeiten“, verrät Meyer. 2013 hatten die Stammtischler großes Glück, als sie in Verden auf Kurt Niebuhr stießen. „Wir besuchten das Denkmal an der Aller, wo eine Szene mit einer deutschen und einer englischen Soldatentruppe gedreht wurde.“ Kurt Nie-buhr hatte die Lennon-Fans vor seinem Haus gesehen, ging hinaus und schilderte ihnen seine fast 50 Jahre zurückliegenden Erlebnisse: Von der Handgranaten-Attrappe, die von den Deutschen mehrmals gegen seine Haustür geworfen wurde und wofür er 50 Mark Entschädigung bekam, und von seinem Teelöffel, den er dem Filmteam für John Lennons Tee geliehen hatte und niemals wiedersah.

Alfred Ebeling hat der Stadt Verden vorgeschlagen, eine Straße nach John Lennon zu benennen. In Erinnerung an den großen Musiker, aber auch um die Verbindung zur Stadt deutlich zu machen. In Verden wird die Fangruppe am 9. Oktober John Lennons 75. Geburtstag feiern. Auf dem Programm stehen Musik am Denkmal mit dem Lennon-Interpreten Johnny Silver, ein Abendessen und eine musikalische Geburtstagsfeier mit Johnny Silver im Hotel Höltje (wo übrigens auch Lennon gegessen hat), Übernachtung, am nächsten Tag Shopping und Stadtbesichtigung. „So könnten doch auch andere Besuchsprogramme in Verden aussehen, wenn die Stadt entsprechende Angebote entwickelt“, sinniert Ebeling.

Auf seinen Antrag hat Ebeling zunächst eine Zwischennachricht aus dem Fachbereich Stadtentwicklung erhalten. Bleibt zu hoffen, dass die Stadt über den städtebaulichen Aspekt hinaus auch noch das touristische Potenzial entdeckt, das sich hinter einer solchen Idee verbergen kann. Sein Tipp: 2016 ist das besondere Jubiläum „50 Jahre Dreharbeiten zu ‚How I won the war‘“. Der Beatles-Stammtisch Hannover plant jedenfalls schon.

Zeitzeugen, die die Dreharbeiten in Verden und Umgebung im Jahr 1966 beobachtet haben, werden gebeten, sich mit der Redaktion der Kreiszeitung in Verbindung zu setzen: Volkmar Koy, Telefonnummer 04231/ 801-143, E-Mail-Adresse volkmar.koy@kreiszeitung.de.

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