Fachtagung des Kreisverbandes Legasthenie und Dyskalkulie

Problematik kommt bei Lehrerausbildung zu kurz

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Dorit Schmitt (l.) und Dörte Meyer vom Kreisverband Legasthenie und Dyskalkulie fordern mehr Sensibilität.

Verden/Landkreis - Bereits seine 24. Fachtagung zum Thema Lese-, Rechtschreib- und Rechenschwäche hat der Kreisverband Legasthenie und Dyskalkulie Verden/Rotenburg/Soltau/Fallingbostel am Sonnabend für Eltern, Lehrkräfte und Therapeuten im Verdener Hotel Niedersachsenhof ausgerichtet.

Für die aus ganz Niedersachsen angereisten weit über 100 Teilnehmer stand diesmal die Arbeit in vier Workshops im Vordergrund. Die Pädagogen und Lerntherapeuten Christiane Buda, Frank Steinkopf, Kerstin von Werder und Prof. Dr. Werner Stoye standen dafür als Referenten zur Verfügung.

In Kais Texten tanzen oft Buchstaben durcheinander. Felix dagegen hat Probleme mit Zahlen. Wie die beiden leiden viele Schüler unter Legasthenie oder Dyskalkulie. Dorit Schmitt vom Kreisverband schätzt, dass je Schulklasse durchschnittlich zwei Kinder von der Schreib- und ein Kind von der Rechenschwäche betroffen sind. Daher sei es so wichtig zu wissen, dass weder Legasthenie noch Dyskalkulie Krankheiten wären. Die Betroffenen seien Menschen, die eine bestimmte Lernschwierigkeit hätten, die einen Namen habe.

Laut Schmitt sind die beiden Begriffe in der Gesellschaft inzwischen weithin bekannt. Dennoch sei noch viel zu tun, damit mehr Menschen verstünden, was Dyskalkulie und Legasthenie überhaupt seien und mit welchen Problemen die Betroffenen umgehen müssen.

„Die Situation der Kinder hat sich schon verbessert, aber meines Erachtens bei Weitem noch nicht genug, um damit zufrieden zu sein“, so Schmitt. Vor allem kritisiert sie, dass die Problematik in der Lehrerausbildung nach wie vor viel zu kurz komme. Schmitt: „Diese Ignoranz und dieser Stillstand lösen schon auch Frust bei mir aus. Deshalb ist es für viele Kinder wie ein Glücksspiel, auf welche Voraussetzungen sie im persönlichen Umfeld treffen.“ Dabei müssten Kompetenz und Verständnis von Eltern und Lehrkräften um die Problematik und rechtzeitige Hilfsangebote selbstverständlich sein.

Der Kreisverband bietet in Achim und in Verden Gesprächskreise an. Interessierte können sich unter Telefon 04231/961171 oder 04207/801052 informieren.  - nie

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