Sozialausschuss: Druck auch in kreiseigenen Einrichtungen zu spüren

Fachkräftemangel belastet Pflege

Elke Lindhof, Heimleiterin. Foto: Niemann

Verden – Die Auslastung ist gut und die Erträge sind entsprechend. Das Haus am Hesterberg in Dörverden und das Haus in der Bürgerei in Thedinghausen laufen eigentlich gut. Dennoch belastet der Fachkräftemangel gerade in der Pflege auch Heimleiterin Elke Lindhof zunehmend. Das Problem betrifft nicht nur die beiden Seniorenheime des Landkreises, sondern die gesamte Branche. Folgen des Mangels in den 35 Einrichtungen im Kreisgebiet gehörten mittlerweile zum Tagesgeschäft für die Heimaufsicht, bestätigte Bernd Dannheisig als zuständiger Fachdienstleiter dem Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreistags.

„Kaum eine Einrichtung schafft die Fachkraftquote von 50 Prozent“, wusste Dannheisig. Das beschäftige die Heimaufsicht, weil solche Engpässe sogar zum Schließen einer Abteilung führen könnten.

Der Fachkräftemangel wirkt sich in den kreiseigenen Einrichtungen direkt auf die Erträge aus, weil die Belegung der 161 Pflegeplätze in den Häusern sich nach dem Personalbestand richten muss. Mit der Steigerung der Auslastung könnte Elke Lindhof also die Erträge nur erhöhen, wenn sie mehr Pflegekräfte zu Verfügung hätte.

Bernd Dannheisig wusste aber von einem schwierigen Markt zu berichten, auf dem Einrichtungen bereits versuchen, mit Abwerbungen und Prämien die Personalnot zu lindern. Heimleiterin Lindhof zeigte sich denn auch eher pessimistisch, dass sich die schwierige Situation in absehbarer Zeit deutlich verbessern werde. Mit der Überarbeitung des Personalschlüssels und anderen Maßnahmen habe man versucht, die Arbeitsbelastungen der Beschäftigten zu verringern.

Lindhof blickt zudem mit Sorge in die Zukunft, wenn sie sich die Altersstruktur ihrer Mitarbeiter ansieht. Viele nähern sich in den kommenden Jahren dem Rentenalter. „Das sind ja keine rosigen Aussichten“, hatte Jens Richter (CDU) Verständnis für die Sorgen. Dass das Problem aber ein Allgemeines sei, machte Landrat Peter Bohlmann deutlich von 1 800 Plätzen im Landkreis seien 200 unterbesetzt.

Etwas Hoffnung schöpfte der Verwaltungschef aus der Neuordnung der Pflegeausbildung. Die Zusammenfassung von Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege in einer gemeinsamen Ausbildung verleihe dem Bereich schon wegen der Menge der Azubis eine gewichtigere Stimme und eine Imageverbesserung.

Gerade das fehlende Bewusstsein der gesellschaftlichen Bedeutung und das Ansehen des Berufsstandes bei den jungen Leuten erschien auch Elke Lindhof als größtes Hindernis, dass sich Bewerber für die Ausbildung zur Pflegefachkraft finden. Mit der vor zwei Jahren geschaffenen Altenpflegeschule in den Berufsbildenden Schulen in Verden-Dauelsen (BBS) und dem privaten Schulangebot in Achim sei wohnortnähe gewährleistet, und Schulgeld müsse seit sieben Jahren nicht mehr gezahlt werden. Selbst in der Höhe der Bezahlung sah sie kein entscheidendes Argument gegen eine Pflegeausbildung.

Unter diesen Bedingungen konnte die Heimleiterin dennoch immerhin einen Jahresabschluss für 2018 vorlegen, den sie als „punktgenau“, wenn auch nicht ohne Minus kommentieren konnte. Ähnlich war das Ergebnis der Hochrechung für das laufende Jahr.

Dem Ausschuss konnte sie zudem einen Wirtschaftsplan für das kommende Jahr vorlegen, dem die Abgeordneten einmütig zustimmen konnten. Dabei wies auch der einen Fehlbetrag von 325  000 Euro auf. Hintergrund für dieses Minus sind Maßnahmen zur Gebäudeunterhaltung und Ersatzbeschaffungen für die Küchen der Einrichtungen.  kle

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