Extreme Situation

Hans König mit neuem Kammerspiel „Waidmanns Heil“ im Cine City

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Bereiten das Theaterprojekt vor (v.l.): Moritz Bölter, Hans König, Kim Müscher, Julia Nehus, Birgit Scheibe, Wolfgang Bohling und Christoph Plünnecke.

Verden - Besonderes Theater an einem ungewöhnlichen Spielort feiert am Sonnabend, 15. September, um 20 Uhr, seine Premiere: Hans König, in Verden vor allem als Autor und Regisseur der Domfestspiele bekannt, inszeniert mit den regionalen Schauspielern Julia Nehus, Birgit Scheibe und Christoph Plünnecke „Waidmanns Heil“, ein Kammerspiel über politischen Extremismus. Insgesamt sind bis zum 22. September acht Vorstellungen auf der Bühne im Kino 4 im Cine City Verden geplant.

„Die Kooperation mit dem Kino klappt wunderbar. Wir sind dankbar für die Spielmöglichkeit. Alles passt, zumal das Stück von Filmsequenzen flankiert wird“, freute sich König beim Pressegespräch. Neben den Darstellern sitzen noch Kim Müscher vom Cine City und Wolfgang Bohling vom Präventionsrat der Stadt Verden, dem Träger der Produktion, sowie Techniker Moritz Bölter im Boot des Projektes. Sie sprachen über die Details des Kulturvorhabens, das länderübergreifend von öffentlichen Einrichtungen, Institutionen und Stiftungen gefördert wird.

Nach „Die Reise nach Jerusalem“ im Jahr 2015, ein Bühnenstück, das in ganz Norddeutschland großen Anklang fand, ist es für den Bremer König das zweite Mal, dass er mit Nehus, Scheibe und Plünnecke ein Kammerspiel erarbeitet. Die Thematik damals, die Generation der Kriegsenkel und die Auswirkungen der NS-Verbrechen bis in die heutige Generation hinein, war alles andere als leichte Theaterkost. „Darauf sollte sich das Publikum auch diesmal einstellen“, so König, der das Buch zu „Waidmanns Heil“ geschrieben hat.

Im Fokus des Stücks, das in eindringlichen Szenen die Kontinuität des rechtsradikalen Denkens in Deutschland und in der Welt ausdrückt, steht Erdinc Kalcuk, ein türkischstämmiger Journalist, der für seine Reportagen aus dem rechten Milieu bekannt ist. Er hat einen umfassenden, kompromittierenden Artikel über das private Geschäftsgebaren der bekannten rechtspopulistischen Politikerin Petra Waidmann verfasst, den er zu veröffentlichen plant. Auf der Hochzeit seiner Tochter kommt es zu einem Zusammentreffen zwischen Kalcuk und seiner Ex-Schwägerin Elisabeth von Döhlen. Als die von Kalcuks Plänen erfährt, beschließt sie, die geplante Veröffentlichung zu verhindern und bringt den ahnungslosen Journalisten in ihre Gewalt. Außerdem gelingt es ihr, Waidmann an den Entführungsort zu locken, wo sie diese zwingen möchte, den für sie gefährlichen Erdinc, mit dem sie auch noch eine andere Rechnung offen hat, auszuschalten.

Er wolle den schwelenden Konflikt zwischen Menschenfreunden und Menschenfeinden aufzeigen, diesen immerwährenden Spagat, sagte König und dass er die Frauenfiguren ohne jede Überzeichnung angelegt habe. „Mir ist wichtig, dass ihr Handeln für das Publikum jederzeit nachvollziehbar bleibt. ,Waidmanns Heil’ soll zeigen, was es für Konsequenzen für die Welt hat, wenn man diesen oder jenen Weg beschreitet.“ Daher habe er für die Inszenierung auch den Kammerspielmodus gewählt, außerdem werde es im Anschluss an die Aufführungen ein moderiertes Publikumsgespräch geben. Bewusst werde auch die Ausstattung des Stücks sehr schlicht gehalten, sodass es nahezu überall spielbar sei.

Das Theaterstück richtet sich an Erwachsene und an Jugendliche ab Klasse 9. Weitere Aufführungen gibt es vom 16. bis 22. September, jeweils um 20 Uhr. Karten sind bei der Tourist-Information Verden, Telefonnummer 04231/12345, und im Cine City, 04231/9529709, erhältlich. Außerdem kann das Stück über den Präventionsrat der Stadt Verden und über die Internetseite des Regisseurs unter www.hanskoenig.net gebucht werden. 

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