„Attraktive Alternative zu den beiden Gymnasien“ Thema im Ausschuss

Expertenrunde mehrheitlich für die Oberschule

Verden - Verden soll eine Oberschule bekommen. Jedenfalls, wenn es nach der Mehrheit in der Expertenrunde geht, die sich im Auftrag des Stadtrates mit der Thematik auseinandersetzte und am Dienstag im Schulausschuss eine Empfehlung aussprach.

Lehrer und Leiter von Grund-, Haupt- und Realschule, dazu die städtische Bildungskoordinatorin Dr. Christiane Morré und der Erziehungswissenschaftler Dr. Jörg Matzen als Moderator hatten sich in den zurückliegenden zwölf Monaten intensiv damit auseinander gesetzt, welche Schulform einst die Haupt- und die Realschule ablösen könnte. Sollte es die Oberschule (OBS) sein? Oder passt eine Integrierte Gesamtschule (IGS) besser nach Verden?

Eine solche Diskussion ist an sich nicht neu. Doch während sich die politischen Vertreter in anderen Kommunen dabei die Haare raufen, kann man sich in der Allerstadt entspannt zurücklehnen. Stabile Schülerzahlen sowohl an der Real- als auch an der Hauptschule nehmen hier bislang den Druck zu handeln.

Dennoch haben sich Rat und Verwaltung vor zwei Jahren aufgemacht, den „Verdener Weg“ zu beschreiten. „Im Streit kann man keine Schule entwickeln“, machte Bürgermeister Lutz Brockmann deutlich.

Frei von politischen Ideologien, unter Mitwirkung von Schülern, Eltern und Lehrer, wurden zunächst pädagogische Leitsätze zusammengetragen. „Unsere Schule ist in der Stadt Verden vernetzt und verwurzelt. Sie ist offen im Geist und im Gebäude“, ist ihnen als Präambel vorangestellt. Die Ziele selber – unter anderem ein respektvolles Miteinander, langes gemeinsames und individuelles Lernen, Berufsorientierung und Bildungsgerechtigkeit – bildeten dann die Arbeitsgrundlage für die Expertenrunde.

Grundsätzlich, so Jörg Matzen im Schulausschuss, ließen sich die Leitziele sowohl innerhalb einer OBS als auch mit einer IGS umsetzen. Gerne hätte die Expertenrunde ein „Best off“ beider Formen empfohlen. „Aber das ist leider schulrechtlich nicht möglich.“

Ausschlaggebend für das Mehrheitsvotum sei schließlich der „Blick auf die Stadt Verden“ gewesen. Politischer Wille ist eine zukunftsweisende Sekundarschule als attraktive Alternative zu den beiden Gymnasien. „Die OBS hat für die Stadt Verden die bessere Passung, weil der Fokus auf dem nichtgymnasialen Bereich liegt“, hatte die Expertenrunde als einen entscheidenden Vorteil der Oberschule gesehen.

„Ich nehme heute mit, dass es keine falsche Entscheidung geben kann“, fasste Lutz Brockmann die Ausführungen Matzens zusammen. Was der Fachmann vorgetragen hatte, stellte offensichtlich auch die Ausschussmitglieder zufrieden. Rückfragen gab es keine, stattdessen dankten die Politiker der Expertenrunde einmütig für ihren Einsatz.

„Ihre Empfehlung hat für meine Fraktion einen sehr hohen Stellenwert“, sagte Jürgen Weidemann (FDP). Und Jens Richter (CDU) erklärte, es sei für ihn zunächst ungewohnt gewesen, das Thema nach der Entscheidung über die Leitsätze loszulassen und der Expertenrunde zu überlassen. „Aber es hat sich gelohnt und ich bin mir sicher, dass am Ende ein gutes Ergebnis herauskommen wird.“

Uneinig war man sich lediglich darüber, wie die Diskussion angesichts der Kommunalwahlen am 11. September weiterzuführen sei. Sie wolle daraus kein Wahlkampfthema machen, erklärte die Auschussvorsitzende Gunda Schmidtke (SPD). Werner Meincke (Grüne) widersprach. Sollte es zu keiner einvernehmlichen Lösung kommen, müssten die unterschiedlichen Sichtweisen auch dargestellt werden. Der Wähler wolle das schließlich wissen. -kp

Rubriklistenbild: © dpa

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