EWE investiert 2,3 Millionen Euro

Das Dach für das neue Umspannwerk an der Weserstraße ist gerichtet.
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Das Dach für das neue Umspannwerk an der Weserstraße ist gerichtet.

An der Weserstraße in Verden wird gebaut. Doch Fenster hat das Haus nicht, weder Bäume noch Büsche, sondern vielmehr unzählige Transformatoren und Stahltrossen stehen im Garten. Was sich draußen ankündigt, wird sich auch unter dem Dach des Neubaus finden. Dort zieht mit hochmoderner Technik das neue Umspannwerk der EWE Netz ein.

Verden – Hoher Maschendraht, Transformatoren, Stahl und Starkstrom, davor Warnschilder und keine Menschenseele zu sehen, so sieht es normalerweise auf dem Gelände der EWE an der Weserstraße aus. Doch seit Wochen herrscht ein ganz anderes Bild. Die EWE Netz setzt an die Straßenkante ein neues Betriebsgebäude. Modernste Technik des Energieversorgers soll da einziehen. Auch die Verdener Stadtwerke haben sich eingemietet.

Es ist ordentlich Betrieb auf der Baustelle an der Weserstraße. Die Mauern des einstöckigen dunklen Klinkerbaus stehen, die Dachbalken sind frisch gerichtet, nur die Pfannen müssen noch aufgehängt werden. „Wir liegen voll im Zeitplan“, teilt Ina Buchholz, Konzernkommunikation der EWE Netz, auf Anfrage mit. Ist das Gebäude schlüsselfertig, steht im Januar der große Umzug auf dem Plan. Die Experten der EWE rücken an, um dann Gebäude-, Schalt-, Fernwirk- und Regelungstechnik in dem Neubau zu verstauen.

Doch damit nicht genug. Noch an einer weiteren Stelle, draußen vor der Tür des Hauses, wird gebaut, wo die EWE neben das alte ein weiteres Trafofeld setzt. Dafür werden bis Ende Oktober neue Fundamente gegossen, um darauf die Stahlträger für die Mittelspannungstechnik zu montieren. „Der künftige Transformator ist etwas größer und schwerer als das bestehende Fundament aufnehmen kann. Deshalb bauen wir dieses Feld neu auf“, erklärt Stefan Rücker, verantwortlicher Netztechniker in der Netzregion Cuxhaven/Delmenhorst bei EWE Netz. Die Neuanschaffung wird die Nachbarn freuen, denn sie ist geräuschärmer als der Vorgänger. Mitte November wird ein Schwertransport den Transformator anliefern. Bis zur Inbetriebnahme, die für April 2021 geplant ist, sind umfangreiche Leitungsverlege- und Montagearbeiten notwendig.

Neben der EWE nutzen im neuen Betriebsgebäude die Stadtwerke Verden einen eigenen Raum für ihre Schalttechnik. „Wir haben bisher schon eigene Anlagen auf dem Gelände betrieben. Mit dem Neubau hat es sich angeboten, die Technik kompakt unterzubringen und gleichzeitig mit der neuen Schalttechnik eine höhere Versorgungssicherheit zu haben“, so Michael Knezevic, Technischer Leiter der Stadtwerke.

Das Umspannwerk Verden-Maulhoop verbindet die Mittelspannungsnetze von EWE Netz und Stadtwerke. Das Verdener Unternehmen versorgt über das neue Werk gut 50 Prozent seines Versorgungsgebietes.

Wohnen wird in dem Neubau niemand. Das Umspannwerk wird von der Netzleitstelle in Oldenburg fernüberwacht und gesteuert. Es versorgt die Ortsteile Morsum und Blender in der Samtgemeinde Thedinghausen sowie Teile der Gemeinde Langwedel mit Strom. Umspannwerke verbinden das Mittelspannungsnetz von EWE Netz mit dem 110 000-Volt-Übertragungsnetz der Avacon AG.

Das neue Betriebsgebäude ersetzt langfristig das aus den 1960er-Jahren stammende Altgebäude an der Straße Maulhoop. Der rote Ziegelbau soll abgerissen werden. Einen konkreten Termin dafür gibt es noch nicht.

Den Neubau lässt sich die EWE einiges Kosten: „Wir investieren in Verden etwa 2,3 Millionen Euro in die die Modernisierung unseres Netzes und stärken damit zugleich die sichere Versorgung der Region“, so Torsten Wüstenberg, Leiter der Netzregion Cuxhaven/Delmenhorst von EWE Netz.

Von Markus Wienken

Das alte Umspannwerk an der Straße Maulhoop stammt aus den 1960er-Jahren und wird abgerissen.
Neben dem alten wird auf dem Gelände ein neues Transformatorenfeld angelegt.

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