Planungen der Presse beim Turnier vorgestellt

Eventzentrum in Verden bis 2020

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Dr. Werner Schade (re.), Zuchtleiter und Geschäftsführer des Hannoveraner Verbandes, bei einem Rundgang über die Anlage.

Verden - Von Volkmar Koy. „Wir wollen dieses Gelände verändern und modernisieren.“ Der Zuchtleiter und Geschäftsführer des Hannoveraner Verbandes, Dr. Werner Schade, zeichnete beim Pressefrühstück gestern Morgen im VIP-Zelt ein Bild von den künftigen Planungen. Im Mittelpunkt steht ein neues Reiterstadion, das den ständigen Sandaustausch, wie bisher im Fußballstadion, überflüssig machen wird.

„Wir wollen nun den Rückenwind aufrecht erhalten“, sagte Schade, als er ein vorläufiges Resümee der reitsportlichen Ereignisse an diesem Wochenende zog. Rund 25 000 Zuschauer hätten insgesamt den Weg nach Verden gefunden. Schade räumte ein, die aktuelle Witterung habe einige Pferdefreunde davon abgehalten, ins Stadion zu gehen. Und brachte gleich einen Aspekt ins Spiel, der sich durch das neue Reiterrund ändern dürfte. „Die Zuschauer sollen sich dicht am Geschehen aufhalten“, sagte Schade. Damit könnte auch die derzeitige Weitläufigkeit reduziert werden.

Eine zeitliche Wendemarke gab Schade ebenfalls vor. Nachdem die FEI die Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde für das Jahr 2020 wieder nach Verden vergeben hatte, sollen die rund vier Millionen Euro teuren Investitionen dann auch umgesetzt werden. Eine durchaus ambitionierte Planung, wie Schade gestern einräumte. „Wir wollen aber eine Anlage schaffen, die multifunktional zu nutzen wäre“, so der Zuchtleiter weiter. Die Finanzierung könnte nach den Vorstellungen der Turnierverantwortlichen sowohl über EU- als auch über Landesmittel erfolgen. Ferner könnte auf Landesebene die Stiftung eines großen Autombilkonzerns weiterhelfen.

Rund 1.000 Arbeitsplätze rund ums Pferd

Über das künftige Eventzentrum werden bereits am 22. August Vertreter aller beteiligten Institutionen, Verbände und Vereine zusammen sprechen. Dabei sei Ziel, betonte Schade, die Interessen aller zu berücksichtigen. Folglich könnte sowohl die Rennbahn weiter genutzt werden wie auch die Bahn der Islandpferde. Und Fußballer und Leichtathleten könnten das bisherige Stadion weiter nutzen. Die Oberaufsicht darüber habe ein Planungsbüro aus Hannover im Auftrag der Stadt Verden.

Im Zuge der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Verdens seien die Planungen sehr zu begrüßen, sagte Bürgermeister Lutz Brockmann im Exklusivgespräch mit dieser Zeitung. Es habe bereits sehr konstruktive Gespräche gegeben, die nun mit allen Nutzergruppen fortgeführt würden. Verden kenne sehr wohl die Bedeutung des Pferdesports für die Region. Gerade mit bodenständigen Lösungen seien die besten Ergebnisse erzielt worden, sagte Brockmann. Eigentümerin der Anlage sei die Stadt Verden. Deshalb gebe es jetzt den normalen Beratungsgang mit allen Ratsgremien. „In Verden haben wir rund 1.000 Arbeitsplätze rund ums Pferd“, hob der Verwaltungschef die Bedeutung der künftigen Planungen hervor. Das gelte im übrigen des weiteren für das Land Niedersachsen. Verden liege nun einmal im Herzen des Bundeslandes.

Auch der Turnierleiter von Verden International, Carsten Rotermund, ließ das Geschehen an diesem Wochenende Revue passieren. Die Sportler seien mit den Bedingungen sehr zufrieden. Beim Nürnberger Burgpokal habe es sensationelle Ergebnisse gegeben. 61 Starter im gestrigen großen Preis sage alles über die Wertigkeit aus. Das Interesse der Profis an den Nachwuchspferden sei riesengroß, erläuterte Rotermund. Das Rekord-Nennungsergebnis von mehr als 1.000 Pferden und über 500 Reitern seien schon beeindruckende Zahlen.

Kommentar von Volkmar Koy

Reiterstadt muss ihrem Namen gerecht werden

Verden hat ein Pfund, mit dem es wuchern kann und darf. Nun soll das eigentlich viel zu weitläufige Rennbahngelände zukunftsfähig und heutigen Erfordernissen angepasst werden. Wenn der Name „Reiterstadt“ weiterhin in zahlreichen illustren Veröffentlichungen hervorgehoben werden soll, müssen die Verantwortlichen Geld in die Hand nehmen. Damit sind allerdings nicht die für den Reitsport notwendigen 70.000 Euro gemeint, die der ständige Sandaustausch im Stadion am Berliner Ring kostet. 

Nein, da macht ein neues Reiter-Rund durchaus Sinn. Ganz abgesehen davon, dass der Zuschauer dicht am Geschehen sein möchte. Nicht ohne Grund wurden ehemalige von der Leichtathletik mitgenutzten Stadien längst zu reinen Fußball-Arenen umgebaut. Da darf es den Reitern nicht schlechter gehen. Und wer auf internationale Wettbewerbsfähigkeit setzt, muss diesen Weg konsequent mitgehen. Zuchtleiter Schade möchte eine Anlage schaffen, die durchaus multifunktional zu nutzen wäre. Wer weiß, welche Chancen sich für Verden daraus noch ergeben. 

Vielleicht sogar ein ganz neues Standbein auch für kulturelle Ereignisse. Wenn dann noch jemand auf die Idee käme, die so beliebte Stallgasse in der Verdener Innenstadt wieder zu beleben, der könnte auf einen Schlag zusätzliche Pluspunkte sammeln. Das muss übrigens nicht zeitgleich mit dem Reitturnier geschehen. Bisher hat weder der eine noch der andere von der Parallelität profitiert.

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