Für Europa und den Landkreis

Verdienstkreuz der Bundesrepublik für Kommunalpolitiker Wilhelm Hogrefe

In einer feierlichen Zeremonie wurde Wilhelm Hogrefe (vorne re., mit Frau Renate) im Kreistagssaal mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Landrat Peter Bohlmann (vorne li.) überreichte die Auszeichnung. Unter den vielen Gästen aus Politik und Verwaltung war auch Ex-Minister Heiner Ehlen (r.). - Foto: Klee

Landkreis - Von Ronald Klee. 45 Jahre arbeitet Wilhelm Hogrefe mittlerweile im Kreistag und vielen anderen Gremien in Politik und Verbänden. Für sein beispielhaftes ehrenamtliches Engagement und seinen Einsatz in der Kommunalpolitik heftete Landrat Peter Bohlmann ihm in Vertretung des Bundespräsidenten Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz ans Revers.

Bei der feierlichen Verleihung im Kreishaus machte der Geehrte allerdings nicht den Eindruck, dass er sich auf diesen Lorbeeren ausruhen will. „Die Aufgabe besteht darin, weiter zu machen“, sagte Hogrefe. Und so wird der 67-Jährige wohl auch das halbe Jahrhundert als CDU-Abgeordneter vollenden.

„Politik, insbesondere die Kommunalpolitik, ist und bleibt deine große Leidenschaft“, wusste auch der Landrat in seiner Laudatio zu berichten. Er würdigte den großen Beitrag des Kommunalpolitikers an der Entwicklung des Landkreises Verden. Schwerpunkte seien der ländliche Raum, Umwelt- und Naturschutz sowie das Bildungswesen mit der Schulentwicklung im Kreis. „Wer dich näher kennt, weiß, dass du deine Anliegen beharrlich in der Sache, jedoch verbindlich und bescheiden im Umgang verfolgst“, sagte Bohlmann. Der „Vollblutpolitiker“ sei uneitel und agiere diplomatisch, Ausdauer und Geduld seien seine Stärken.

Ihm sei es immer darum gegangen, „Dinge voranzubringen“, versuchte Wilhelm Hogrefe selbst eine Zusammenfassung. Die hohe Auszeichnung habe seine Frau Renate mindestens ebenso verdient, wie er. Für Aufgaben, die sie übernommen habe, und Zeit, die er nicht zur Verfügung stand. Der Kirchlinteler präsentierte sich selbst eher als überzeugter Europäer. Dazu trieb ihn weniger die Erinnerung an seine Aufgabe im Landtag als europapolitischer Sprecher seiner Fraktion an. Eher war es die jüngere Entwicklung im Staatenbund, die Hogrefe zu dem Appell bewegte: „Es lohnt, sich für Europa einzusetzen!“

„Er ist ein Netzwerker“, urteilte Adrian Mohr. Das sei eine weitere Stärke Hogrefes, die einen Kollegen dazu veranlasst habe, den Kirchlinteler als „Konsensmaschine“ zu beschreiben. Als CDU-Kreisvorsitzender legte Mohr aber auch Wert auf die Feststellung, dass Wilhelm Hogrefe immer ein überzeugter Christdemokrat gewesen sei: „Ein Mann mit Bekenntnis.“

„Landwirt, Lehrer, Landtagsabgeordneter – diese drei Worte umreißen sehr kompakt deinen beruflichen Werdegang“, sagte Bohlmann. Der Landrat deutete damit zugleich die drei Pole an, zwischen denen sich Wilhelm Hogrefes öffentliches Leben abspielt. Die Landwirtschaft, in die er hineingeboren wurde, und die er bis heute im Nebenerwerb ausübt, den Beruf als Lehrer und die Arbeit im Landtag, die Hogrefe vier Wahlperioden lang bis vor vier Jahren ausgeübt hat.

Den Broterwerb als Pädagoge hatte der Kirchlinteler gar nicht im Auge gehabt, als er die landwirtsschaftliche Lehre und später das Studium des Agraringenieurwesens antrat. „Dass du stattdessen Lehrer wurdest, ist eher dem Zufall zu verdanken“, stellte Bohlmann fest. An Niedersachsens Schulen hätten damals Fachlehrer für naturwissenschaftliche Fächer gefehlt.

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