Verdener Jugendherberge wieder voll im Betrieb

„Es geht spürbar aufwärts“

Zwei junge Radsportler in ihren Anzügen, mit Helmen und Mundschutzen,  halten ihre bepackten Rennräder.
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Henri Appelbaum und Robin Sengstock mussten sich auch nachts nicht von ihren wertvollen Rennmaschinen trennen.

Nach monatelangem Lockdown ist in der Verdener Jugendherberge endliche wieder Betrieb. Zurzeit sind es vor allem Gäste auf der Durchreise. Aber auch Stammkunden, die Sportvereine, kehren langsam zurück, um in dem günstig gelegenen Haus ihre Trainingslager abzuhalten.

Verden – Henri Appelbaum und Robin Sengstock sind zufrieden. Die Radler im Bundesligateam Rose NRW haben auf ihrer Trainingstour von Gütersloh nach Hamburg erste Station in der Verdener Jugendherberge gemacht, wo touristische Übernachtungen wieder möglich sind. 180 Kilometer haben die 16 und 17 Jahre alten Radsportfreaks an einem Tag auf ihren Rennmaschinen zurückgelegt, die sie sogar mit auf das Zimmer nehmen durften.

„Bei uns ist vieles möglich. Wir gehen auf die Wünsche unserer Gäste ein –  und die Räder der Jungs haben ja auch einen Wert. Ich verstehe, dass sie sie im Auge behalten wollen“, sagt Jan Feldmann, der die Jugendherberge seit 26 Jahren leitet.

Dass man sich hier wirklich gut um die Gäste kümmert, bestätigen auch Appelbaum und Sengstock, die bereits über ein gewisses Maß an Jugendherbergserfahrung verfügen. „Alles ist hier sehr unkompliziert. Die Unterbringung ist super, toll, dass es im Zimmer einen eigenen Sanitärbereich gibt; es passt“, so die Freunde.

Befragt, wie viel Punkte sie der Jugendherberge in einer Scala von eins bis zehn geben, grinst Appelbaum. „Sieben, weil es kein Abendbrot mehr für uns gab. Wir hatten aber auch vergessen, es im Vorfeld zu buchen.“ Mit der Tatsache konfrontiert, dass sie schließlich aus Kulanz ihre Räder mit aufs Zimmer nehmen durften, legen die Freunde dann aber noch einen Punkt nach. „Gut, dann eben acht Punkte, aber mit Abendbrot wären es zehn gewesen.“

Hausleiter Jan Feldmann ist froh, dass der Betrieb wieder losgehen konnte.

Vom ersten Lockdown kalt erwischt

Feldmann ist froh, dass endlich wieder reger Betrieb in der am Saumurplatz gelegenen Jugendherberge herrscht. „Vor allem der erste Lockdown im März vergangenen Jahres hat uns kalt erwischt.“ Feldmann: „Die Folge war eine Art Schockstarre. Niemand wusste, wie lange die Zwangspause dauert und alle hatten Ängste, wie lange das Haus die komplette Schließung überhaupt verkraften kann.“

Durch die von der Bundesregierung aufgelegten Förderprogramme und die Möglichkeit, die Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken, hätten sich die Ängste dann aber zunehmend gelegt. „Ich persönlich bin mit den staatlichen Hilfen sehr zufrieden. Sie haben diese – wie viele weitere Jugendherbergen auch – gerettet. Außerdem musste ich nicht einen Mitarbeiter entlassen.“

Blick in eines der Zimmer: 130 Betten stehen Reisenden in der Jugendherberge zur Verfügung.

Aktuell hat das Haus mit seinen 130 Betten seine Pforten nahezu uneingeschränkt geöffnet und die coronabedingten Auflagen für Gäste sind gering. So müssen nicht vollständig geimpfte Personen beim Einchecken einen negativen Coronatest vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden sein darf, außerhalb der gebuchten Zimmer gilt eine Maskenpflicht. Feldmann: „Bei uns gelten die gleichen Regeln wie im Hotel.“

Mehrarbeit durch häufiges Desinfizieren

Auf den Hausleiter und seine 14 festangestellten Kräfte wartet ein Mehr an Arbeit. Denn zusätzlich zu den gewohnten Tätigkeiten müssen sie Sorge für die Einhaltung des Hygiene-Konzepts tragen und häufig umfangreich reinigen und desinfizieren.

Feldmann erzählt, dass es in den vergangenen Wochen vor allem Radtouristen, Familien, Einzelgäste und Durchreisende für eine Nacht waren, die in der Verdener Jugendherberge eingebucht haben. Das Hauptklientel der Vorjahre – Fußballvereine und andere Sportmannschaften – habe sich lange in Zurückhaltung geübt. Aber inzwischen komme auch hier Bewegung in die Buchungslandschaft. „Heute reisen bereits 40 Fußballer an, und es werden noch weitere folgen“, berichtet er. „Es geht spürbar aufwärts.“ Gut läuft laut Feldmann derzeit auch das Geschäft im Kletterpark und beim Minigolf. „Beide Angebote werden sehr gut angenommen.“ Sorge, dass an stark frequentierten Tagen die vorgegebenen Sicherheitsabstände nicht mehr eingehalten werden könnten, brauche dennoch niemand zu haben. „Wir haben im Park sechs Parcours mit 70 Stationen und folglich auch ausreichend Platz“, so Feldmann.  

Von Christel Niemann

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