Grundschule am Sachsenhain

Ja zu Erweiterung – aber mit Waschbecken

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Auf dieser Freifläche soll ein Anbau mit drei zusätzlichen Klassenräumen entstehen. Damit sind die Möglichkeiten auf dem Schulgelände laut Fachplaner ausgereizt.

320 Mädchen und Jungen besuchen derzeit die Grundschule am Sachsenhain. „Tendenz steigend“, sagte Meike Wernwag am Dienstagabend im Schulausschuss, der gemeinsam mit dem Ortsrat Dauelsen tagte. Die Schulleiterin legte damit den Finger in die Wunde. Denn die erst 2016 abgeschlossene Erweiterung reicht nicht mehr aus.

Verden – Drei neue Klassen- und Differenzierungsräume, insgesamt 350 Quadratmeter Nutzfläche, sollen nun nach dem Willen der beiden Gremien entstehen. Damit, so signalisierte der Leiter der städtischen Hochbauabteilung, Wolfgang Tobias, seien die Möglichkeiten auf dem Schulgelände auch weitestgehend ausgeschöpft. Allerdings soll der eingeschossige Anbau, was Statik und Versorgungsleitungen angeht, gleich so errichtet werden, dass eine Aufstockung um ein bis zwei Etagen möglich ist.

1,238 Millionen Euro hatten die Architekten als Baukosten errechnet. Nicht darin enthalten: der Einbau von Waschbecken in den Klassenräumen. Statt dieser haben die Planer eine Waschgelegenheit auf dem Flur vorgesehen, die die drei Klassen gemeinsam nutzen sollen.

Die Idee kommt nicht von ungefähr. Der vorhandene Kanal mit seinem Gefälle reicht nicht aus, um die Abwasser von drei zusätzlichen Becken aufzunehmen. So müssten ein komplett neuer Kanal sowie eine Hebeanlage eingebaut werden, wollte man die neuen Klassenräume ebenfalls mit Handwaschgelegenheiten ausstatten. Zusätzliche 50.000 Euro wären dann fällig.

„Es ist immer eine Abwägung von Kosten und Nutzen“, erinnerte Tobias die Politiker daran, dass Kommunen dazu angehalten sind, günstig zu bauen. Zudem sei die Stadt vom Bauverordnungsrecht her nicht dazu verpflichtet, in allen Klassenräumen Waschplätze einzurichten.

Meike Wernwag gab Wolfgang Tobias recht. „Handwaschbecken sind nur eine Empfehlung“, sagte sie, nannte dann jedoch gute Gründe dafür, dieser Empfehlung zu folgen: das Einhalten des schuleigenen Hygieneplans; die einfachere, teils pflegerische Versorgung von Kindern mit Unterstützungsbedarf; die Aufsichtspflicht, der Lehrende schwieriger nachkommen könnten oder auch – ganz praktisch – der Weg, den 26 Knirpse mit ihren Tuschgläsern zurückzulegen haben.

Bei Ortsrat und Schulausschuss rannte Wernwag mit ihren Worten offene Türen ein. „Wir halten Waschbecken in den Klassenräumen für eine Selbstverständlichkeit“, sagte Bärbel Rater (Grüne). Umut Ünlü stellte für die SPD im Schulausschuss den Antrag, die Waschbecken in die Planungen mit aufzunehmen. Jens Richter (CDU) tat selbiges für den Ortsrat.

Beide Gremien stimmten dem mehrheitlich zu. Zumal Andreas Lange, SPD-Ortsratsmitglied, darauf hinwies, dass sie zusätzlichen Kosten von 50 .000 Euro sich bei einer Aufstockung des neuen Anbau wieder relativieren würden. Ohne neuen Kanal wären auch in den oberen Stockwerken keine Waschbecken in den Klassenzimmern möglich. Einzig die Vertreter der FDP enthielten sich. „Nicht alles, was wünschenswert ist, können und sollten wir uns erlauben“, sagte Jürgen Weidemann mit Blick auf die Investitionen, die sich die Stadt mittelfristig nicht leisten könne.

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