Der erste Schnee kam nicht 

Zwei Südafrikanerinnen interessiert das Leben in Verden

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Persönliche Beziehungen: Emily Karius (l.) und Pia Kämpfert (2. v. r.) mit Yerang Oh und Lettie van Zyl ( r.).

Verden - Yerang Oh und Lettie van Zyl hatten auf Schnee zum Fest gehofft. Es wäre der erste gewesen, denn die beiden Südafrikanerinnen erleben. Mit der weißen Weihnacht wurde es nichts. Für die beiden weltoffenen Austauschschülerinnen hatten die zurückliegenden Tage dennoch so einiges neue zu bieten. Mit Spannung hatten sie das große Fest erwartet, das sie auf dem anderen Kontinent in Verden in den Familien Karius und Kämpfert erleben sollten.

„Wir haben nur Plastik-Weihnachtsbäume“, bekannten die beiden jungen Frauen beim Redaktionsbesuch mit ihren Gastgeberinnen Emily Karius und Pia Kämpfert. Dass ihre Reise nach Deutschland nun gerade in die Weihnachtszeit und über den Jahreswechsel fällt, geht für die beiden Südfafrikanerinnen in Ordnung.

Schon wenn es um tannenähnliche Gewächse geht, ist es verständlich, dass die beiden 17-Jährigen die Verdener Alternative interessiert erwarteten. „Wir sind gespannt, wie hier Weihnachten gefeiert wird“, gaben Oh und Lettie kurz vor dem Fest. Jetzt können sich die beiden mit Emily und Pia auf die Silvester-Party freuen.

Kontakt über Freundeskreis Südafrika

Die Verbindung nach Europa kam über den Freundeskreis Südafrika (SFA) zustande. „Ich hab einen Aushang in der Schule gesehen“, berichtete Emily Karius. Es war im Frühjahr, als die Wallgymnasiastin den Hinweis fand. In der Familie sei sie auf offene Ohren gestoßen, und so habe sie sich bei der Organisation beworben. Seit fast zwei Wochen ist Yerang Oh jetzt bei ihr zu Gast. Die 17-Jährige, die ursprünglich aus Südkorea kommt, lebt in Pretoria.

Ganz so neu war der Austausch für Pia Kämpfert nicht. Ihre Schwester sei schon in dem Land am Südzipfel des afrikanischen Kontinents gewesen, berichtet sie. Die BBS-Schülerin nahm Verbindung mit dem Freundeskreis auf und so konnte sie Lettie van Zyl aus der südafrikanischen Provinz Free State in Verden begrüßen.

Nicht als Touristen verstehen

Die beiden Gäste interessieren sich dafür, wie das Leben in Verden ist. Beiden gefällt das Städtchen und vor allem die „hübsche Altstadt“ sehr. Neu war für sie, dass sie hier in den Wohngebieten so wenig Sicherungsmaßnahmen und Wachleute wahrnehmen. Das kennen sie aus bestimmten Stadtteilen zu Hause anders. Die großen sozialen Unterschiede und Probleme in Südafrika machen die Security nötig.

Die Organisation SFA legt Wert darauf, dass sich die jungen Menschen von verschiedenen Kontinenten und Lebensweisen kennenlernen. Ganz bewusst sollen sie sich nicht als Touristen verstehen. Spannend waren denn auch auch die letzten Schultage vor den Ferien, die die beiden Gäste noch miterleben konnten. Eine gemischte Schule ist für sie ungewohnt.

Austausch unterschiedlicher Kulturen

Etwas mehr werden die beiden jungen Gäste dennoch von der Alltagswelt in Norddeutschland zu sehen bekommen. Ausflüge nach Bremen, Hamburg und Hannover stehen auf dem Plan. Alle vier freuen sich aber auch schon auf einen Musical-Besuch: Grease.

Das Leben in der Gastfamilie gehört ganz bewusst zum Programm. Und das passt zu den Interessen von Emily Karius. „Der Austausch unterschiedlicher Kulturen und das Kennenlernen“, erklärt sie. Deshalb hat sie ihren Gegenbesuch bereits geplant. In den Sommerferien geht es nach Südafrika. Auch Pia Kämpfert will nach Südafrika. Ihre Reise wird allerdings weitgehend unabhängig von der SFA laufen. Sie und ihre Schwester wollen sich lieber auf die bereits bestehenden Verbindungen beschränken. Sie wollen Freunde besuchen und ausgewählte Ziele ansteuern.

kle

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