Frostschäden im Kreis Verden auf 10000 Euro geschätzt

Erste Schlaglöcher schon beseitigt

Schlagloch in Straße.
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Nicht schön, aber selten: Frostschäden wie hier auf der Großen Straße in Verden kurz vor dem Nordertorkreisel hielten sich einer ersten Bilanz der zuständigen Stellen zufolge in Grenzen.

Kaum ist der Wintereinbruch vorbei, haben Straßenkontrolleure im Landkreis Verden begonnen, die Schäden aufzulisten. Einige Schlaglöcher sind bereits beseitigt.

Verden/Achim – Das zweiwöchige Gastspiel des Winters ist vorüber, der Schnee beginnt sich aus den letzten Schattenecken zu verabschieden, und schon tauchen sie auf, die Schlaglöcher im Asphalt, die Spätfolgen der kalten Jahreszeit. Und bereits jetzt steht fest, ganz spurlos sind die Minusgrade nicht an der Region vorbeigegangen. „Bei ersten Kontrolltouren haben wir einige Schäden im Asphalt festgestellt und sie meist auch gleich behoben“, heißt es etwa aus der Straßenmeisterei Oyten, die für die Landes- und Bundesstraßen verantwortlich zeichnet.

Ersten Schätzungen zufolge dürfte die kalte Pracht der vergangenen Wochen auf sämtlichen Straßen des Landkreises bis hinunter auf Stadt- und Gemeindeebene Kosten im unteren fünfstelligen Bereich verursacht haben.

Noch allerdings sei es für eine Entwarnung zu früh, sagt Rick Graue von der Straßenbaubehörde Verden. Erstens drohe in der kommenden Woche schon die nächste Kälteperiode mit Minusgraden, und wer wisse schon, welches Wetter sonst noch bis Ostern so alles zu erwarten sei und darüber hinaus. Zweitens lehre die Vergangenheit, viele Schadstellen offenbarten sich erst später, sie können im Laufe der Zeit herausgefahren werden. Und drittens vermochten die sibirischen Temperaturen der vergangenen Woche lediglich mittelmäßigen Schrecken auszulösen. Graue: „Längerer Frost ist nicht das Hauptproblem. Viel größer wäre der Schaden, würde die Quecksilbersäule um den Gefrierpunkt pendeln.“ Wasser dringe in den Unterbau ein, es friere, es bringe die befestigten Schichten zum Platzen, es dringe nach dem nächsten Tauwetter noch tiefer ein, es verursache weitere Schäden.

Nach ersten Kontrollfahrten an den vergangenen Tagen ergibt sich ein allenfalls mittleres Schadensbild. Die beiden Autobahnen im Kreisgebiet und die Bundesstraße blieben bisher komplett unversehrt. Auf den Landesstraßen, ebenfalls mit einem überdurchschnittlich guten Ausbaustand versehen, gilt die Lage als überschaubar. „Wir haben uns dem Sorgenkind gewidmet, der Landesstraße 158 zwischen Uphusen und Dauelsen, da waren ein paar Stellen aufgefallen, aber die sind auch schon beseitigt“, heißt es aus der Straßenmeisterei in Oyten. Ähnliches gelte für die Kreisstraßen, auch ihr Qualitätsstandard gilt als gehoben, dennoch habe gehandelt werden müssen. „Die Kreisstraße 5 in Posthausen, die Kreisstraße 36 zwischen Otterstedt und Reeßum, das waren bisher unsere Einsatzorte“, sagt Ulrich Fricke von der Kreisstraßenmeisterei in Verden. Auch kommunale Straßen der Städte und Gemeinden waren betroffen. „Einige wenige Stellen sind ins Auge gefallen“, sagt Rainer Kamermann aus dem Verdener Rathaus. Am Ende der Großen Straße an der Einmündung zum Nordertorkreisel, ferner auf dem Borsteler Weg, da seien kleine Schäden zu beheben. Auch hier gelte: Der überdurchschnittliche Ausbaustand verhindere ein erhöhtes Schadensaufkommen in Frostperioden.

In höchst unterschiedlichen Intervallen begeben sich Straßenkontrolleure auf die Suche nach Macken im Asphalt. Bundes- und Landesstraßen würden etwa zweimal pro Woche in Augenschein genommen, heißt es aus Oyten. Die 228 Kilometer Kreisstraßen seien einmal pro Woche an der Reihe, heißt es aus der Straßenmeisterei in Verden. Unterschiede herrschen indes bei den kommunalen Passagen. „Die Fußgängerzone wird fast jeden Tag auf lose sitzende Pflastersteine kontrolliert“, sagt Kamermann, „die Hauptverkehrswege inklusive Rad- und Fußwegen werden alle zwei Wochen inspiziert.“

Sei lediglich ein relativ kleines Schlagloch zu beheben, komme sogenannter Kalt-Asphalt aus Eimern zum Einsatz. „Er wird ein wenig erwärmt, dann in die schadhafte Stelle gegossen, schließlich verdichtet, und fertig.“ Ganze Straßenmeistereien kommen mit einer Palette pro Jahr aus, Kostenpunkt: rund 500 Euro. Inklusive Personal und Maschineneinsatz kalkulieren Städte wie Verden mit Durchschnittssummen von knapp 5000 Euro pro Jahr.

Ein vergleichsweise kostengünstiges Vergnügen. Längst haben sich ganz andere Kostentreiber für die Straßen herauskristallisiert. Vor zweieinhalb Jahren erst wieder. Der Jahrhundertsommer 2018. Wochenlange Rekordhitze und Trockenheit. Feuchtere Untergründe verkrusteten, ganze Straßenabschnitte brachen weg. „Trockenschäden sind fast noch teurer als die Frostschäden“, sagt beispielsweise Meisterei-Leiter Fricke.

Von Heinrich Kracke

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