Gesundheitsamt ordnet Quarantäne an

Coronavirus: Erste Reiserückkehrer im Landkreis Verden infiziert

Am Mittwoch war der Tag endlich gekommen. Die Ergebnisse einer Testserie unter betroffenen Bewohnern des Oytener Altenheimes lagen vor. Und die fielen ermutigend aus. „14 Patienten konnten als genesen aus der Quarantäne entlassen werden, davon 13 aus Oyten“, sagt Amtsärztin Jutta Dreyer.

Achim/Verden – Gleichzeitig ziehen nächste dunkle Wolken am kreisweiten Corona-Himmel auf. Erste Reiserückkehrer aus Risikogebieten wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Der Leiterin des Gesundheitsamtes schwant nichts Gutes. „Das wird uns die nächsten Wochen noch intensiver beschäftigen. Darauf müssen wir uns einstellen.“ Auch die beiden positiv getesteten Menschen, die seit Ende Juni zu Buche schlugen, seien dieser Gruppe zuzuordnen. „Darüber hinaus befinden sich noch eine ganze Reihe Studenten in Risikoländern. Sie sind bisher nicht herausgekommen und beginnen jetzt die ersten Möglichkeiten zur Rückkehr zu nutzen.“ Ihnen werde eine Quarantäne auferlegt. Zeigten sich Symptome, sei sofort ein Test erforderlich. Auch bei Verwandten oder Bekannten, die die Reiserückkehrer am Flughafen in Empfang nehmen, werde nichts dem Zufall überlassen. „Da können sie beteuern, was sie wollen, beispielsweise, dass die Begrüßung weniger als 15 Minuten gedauert habe – es findet trotzdem eine Testung statt.“ Das bisherige Ergebnis: Alle Laborüberprüfungen bei Empfangspersonen verliefen negativ.

Coronavirus: Landkreis Verden testet Reiserückkehrer

Dreyer weist darauf hin, Rückkehrer aus Risikogebieten haben sich im Gesundheitsamt anzumelden. Man wende die aktuelle Staatenliste des Robert-Koch-Instituts an. „Immerhin sind seit der Herausnahme von Schweden zu Beginn der Woche keine Hauptreiseziele dieses Sommers mehr dabei.“ Wer den Urlaub indes in Ländern wie den USA, Indien oder Brasilien verlebe, müsse damit rechnen, anschließend in eine zweiwöchige Quarantäne zu wandern. „Und um Missverständnissen vorzubeugen: Dafür kann keine Krankschreibung erfolgen.“

Lage allmählich entspannt: Mittwoch konnten 13 Bewohner des betroffenen Oytener Pflegeheims die Krankenstation als genesen verlassen.

Derweil entspannt sich die Lage im Oytener Altenheim, in dem Mitte Juni die Pandemie ausgebrochen war. „Wir haben an den vergangenen Tagen Tests bei allen betroffenen Personen vorgenommen. Das waren noch 25 Heimbewohner“, so Dreyer. Seit Mittwoch liegen die Laborergebnisse vor. 13 Menschen, und damit mehr als die Hälfte, konnten die Krankenstation als genesen verlassen. Die noch verbliebenen zwölf Patienten würden in der kommenden Woche nochmals getestet.

Coronavirus: Lage im Oytener Altenheim entspannt sich

Dass inzwischen gut vier Wochen seit der ersten Infektionswelle verstrichen sind, überrasche sie nicht, sagt Dreyer. „Ein Virusnachweis ist bis zu 40 Tage nach dem Erstauftreten möglich.“ Und der Heilungsprozess könne noch deutlich länger dauern. „Zwei der drei stationär aufgenommenen Patienten leiden unter einem schweren Verlauf. Sie befinden sich seit neun Wochen in Behandlung.“

Erste Reiserückkehrer aus Risikogebieten wurden positiv getestet. 

Tatsächlich hat sich das Infektionsgeschehen kreisweit gewandelt. „Wir haben praktisch zurzeit keines mehr“, sagt Dreyer. Es gehe zurzeit lediglich noch um Altfälle. In einem Punkt könne mit Ferienbeginn sogar für längere Zeit Entwarnung gegeben werden. „In den Schulen ist es in den vergangenen Wochen zu keinerlei Neuinfektionen gekommen.“ Mitte Mai und Anfang Juni fand das Gesundheitsamt eine andere Lage vor. Mehrere Lerngruppen wanderten geschlossen in die Quarantäne.

An Aufgaben mangelt es dem Gesundheitsamt und den Pandemie-Abteilungen im Kreishaus dennoch nicht. Die niedersächsische Verordnung sei zwar nicht gerade kurz gefasst, Fragen blieben dennoch jede Menge. „Wir beziehen zu privaten Geburtstagsfeiern Stellung, weil es keine Zahlenbeschränkungen gibt“, sagt Landrat Peter Bohlmann, „wir beschäftigen uns mit geschäftlichen Hygienekonzepten in Fällen, in denen die Betreiber auf Schutzmasken verzichten wollen, wir geben Auskunft wie viele Musiker bei musikalischen Darbietungen auftreten dürfen, und zwar drinnen oder draußen, und welche Musikinstrumente erlaubt sind.“ Das alles koste viel Zeit. Er plädiere wie berichtet für eine unkompliziertere Verordnung. Von Entwarnung könne indes keine Rede sein. Bohlmann: „Eine zweite Welle kann gerade in den kälteren Jahreszeiten nicht ausgeschlossen werden, weil das Infektionsrisiko in geschlossenen Räumen um eine Vielfaches höher liegt als draußen.“

Rubriklistenbild: © Duncan

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