Ernst Schirmer starb im Alter von 94 Jahren in Achim / Leidenschaft für Musik und Verantwortung im Straßenverkehr

Der tanzende „Disco-Opa“ war in Verden bei vielen beliebt

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Die Karte 0001 war seit Jahren für Ernst Schirmer reserviert.

Verden - Ernst Schirmer verstarb am Mittwoch vergangener Woche im Alter von 94 Jahren in Achim. Die Verdener nannten ihn liebevoll „Disco-Opa“ und die Sympathie zeigte sich schnell, als sich im Internet die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitete. Auf einer eigenen Facebook-Trauerseite haben bereits viele ihre Anteilnahme zum Ausdruck gebracht.

Ernst Schirmers Leidenschaft für die Musik hatte ihm im höheren Alter eine größere Bekanntheit beschert. Häufig war er deshalb in der Verdener Diskothek „de la SOL“ und anderen Musikveranstaltungen anzutreffen. Mit seinem Tanz, mit der für das Alter eher ungewohnten rhythmischen Bewegung zur Musik, eroberte Schirmer die Sympathie der Musiker und der Zuhörer.

Besonders eng war das Verhältnis Ernst Schirmers denn auch zum Verdener Jazz- und Blues-Festival. Die Karte mit der Nummer „0001” für die Kneipennacht mit Live-Bands in der Innenstadt war traditionell für den einstigen Versicherungskaufmann reserviert. Die Karte ging gar nicht erst in den Verkauf, sondern der Verein sah es als Ehre an, Ernst Schirmer als Gast begrüßen zu können. Auch wenn er die Karte in diesem Jahr auf den Verdener Jazz- und Blues-Tagen in wenigen Wochen nicht mehr nutzen kann, so wurde entschieden, bleibt sie ihm gewidmet: Das Ticket für die Kneipennacht wird nicht vergeben.

Einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte Schirmer zudem, als er im Alter von 92 Jahren medienwirksam seinen Führerschein abgab. Freiwillig, weil er sich hinter dem Steuer nicht mehr sicher genug gefühlt hatte. In seiner Geburtsstadt Hamburg, genauer gesagt in Harburg, hatte er 1950 die Prüfung abgelegt und die Fahrerlaubnis erlangt. Mit seiner Aktion wollte er anderen Senioren, die im Alter zu unsicheren Fahrern geworden sind, ein Beispiel geben.

Stets erinnerte sich Schirmer unter Freunden gerne an Urlaubsfahrten mit seiner vor 26 Jahren verstorbenen Frau und den fünf Kindern auf der Rücksitzbank zurück. Dabei sei die Familie nach Tirol, Salzburg und in viele andere Gegenden gefahren.

Freunde und Nachbarn kamen auch in den Genuss seiner musikalischen Leidenschaft, wenn er ihnen Lieder auf der Mundharmonika vorspielte. Im Internet kursieren Videos, die zeigen, wie gut er das Musikinstrument beherrschte. Zudem zeigen einige Filme, wie gut er tanzen konnte und wie viel Spaß er auf den Musikveranstaltungen hatte.

as/kle

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