IHK ermuntert mittelständische Betriebe zur Inanspruchnahme von Förderungen

„Irgendwas passt immer“

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Forderten gestern dazu auf, Förderprogramme von Bund, Land und EU in Anspruch zu nehmen (v.l.): Holger Richter (Bundeswirtschaftsministerium), Stephen Struwe-Ramoth (NBank), Maike Bielfeldt (Hauptgeschäftsführerin der IHK Stade), MdB Andreas Mattfeldt und Markus Merzbach (KfW).

Verden - „Die Konjunkturumfragen sind super“, sagte Siegfried Deutsch, Geschäftsführer der IHK-Geschäftsstelle in Verden. Dennoch hielten sich die Unternehmen mit Investitionen zurück. Mit der Informationsveranstaltung „Aufbruch in die neue Förderära“ gestern Nachmittag im Verdener Hotel Niedersachsenhof wollte die IHK, in Kooperation mit dem Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeldt, kleine und mittelständische Betriebe in der Region zum Handeln ermuntern.

Den einen Grund für die geringe Investitionsbereitschaft vermochte Deutsch nicht zu nennen. Für den einen Unternehmer seien Zweifel am Fortbestand der guten Auftragslage ausschlaggebend, der andere traue der langfristigen Zinsentwicklung nicht, der dritte vermisse stabile politische Rahmenbedingungen.

Ein weiteres Motiv mochte im Untertitel des Info-Nachmittags, „Bewährte und neue Förderprogramme von Bund, Land und EU“, zu finden sein: Es ist ein Dschungel, in den sich ein Antragssteller begibt. Es braucht also erfahrene Führer, die dem Unternehmer eine Bresche schlagen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, NBank und Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind dazu gerne bereit. Sie müssen nur kontaktiert werden. „Rufen sie uns an“, forderten deren Vertreter Holger Richter, Stephen Struwe-Ramoth und Markus Merzbach mit Nachdruck auf. „Wir haben Geld, wir haben Programme, nun kommt“, formulierte es Siegfried Deutsch salopp am Rande der Veranstaltung und verwies zum Einstieg auf die Internetseite www.foerderdatenbank.de. Sie bietet nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen, Vereinen und Institutionen eine Schnellsuche an.

„Irgendein Programm passt immer“, machte Markus Merzbach Mut und rührte gleichzeitig die Werbetrommel für das am 1. Juli startende Energieeffizienzprogramm. Hier gewährt die KfW beim Kauf von energiesparenden Maschinen oder bei der Umstellung von Prozessen günstige Kredite. Und wer seinen Betrieb erweitern oder in Teilen energetisch sanieren möchte, könne neben einem Darlehen einen Tilgungszuschuss in Anspruch nehmen.

Dieser sei eine Reaktion auf das allgemein niedrige Zinsniveau, um das KfW-Förderprogramm attraktiv zu halten, erläuterte Merzbach und legte damit den Finger in die Wunde. Kredite mit geringen Zinsen erhielten Unternehmer derzeit auch bei ihrer Hausbank, nannte Siegfried Deutsch einen Grund für die geringe Nachfrage nach KfW- oder NBank-Darlehen.

Und wer in den Genuss von EU-Mitteln kommen möchte, muss sich in Geduld üben. Kalendarisch betrachtet, hat die neue Förderperiode zwar am 1. Januar 2014 begonnen, Mittel fließen aber bis heute nicht, weil die Fördermodalitäten noch nicht verbindlich sind.

Dennoch: Es lohne sich nachzufragen, betonten die Experten. Andreas Mattfeldt machte es am Beispiel eines Oytener Unternehmers deutlich. Dessen Idee von einem Tankreinigungsroboter, ausgesprochen bei einem Glas Wein, habe sich dank einer Förderung von 135000 Euro zu einem erfolgreichen Programm entwickelt.

kp

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