„Lange Nacht der Kirchen“ endet im Dom

Wie erleben Christen die Spuren der Reformation?

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Im Innenhof des Doms gab es eine Stärkung während der Kirchentour.

Verden - Kirche einmal anders. Zum vierten Mal gab es am Freitag die „Lange Nacht der Kirchen“. Sechs Verdener Kirchen öffneten ihre Türen und luden zum Erleben und Entdecken ein. Mit Musik und Kunst, Texten und Begegnungen, Stille und Gesang, Filmen und Kulinarischem konnten die Besucher erfahren, wie Christen heute die Spuren der Reformation erleben.

Jede Kirche hatte ihren eigenen Schwerpunkt gesetzt. Der Dom präsentierte sich als Musikkirche, in St. Andreas ging es um „Bibel heute“, in der Zionskirche war man „Bei Luther zu Hause“. In St. Josef waren die Besucher zum „Schauen – Reflektieren – Gestalten“ eingeladen und St. Nikolai hatte sich in eine Filmkirche verwandelt.

Bigband des Gymnasiums besorgt stimmungsvollen Auftakt

Im Dom sorgte die Bigband des Domgymnasiums unter der Leitung von Michael Spöring mit kathedralem Groove für den schwungvollen Auftakt. Anschließend hieß es „Blockflöten contra Orgelflöten“. Der Organistennachwuchs lieferte sich einen musikalischen Wettstreit mit dem Blockflötenquartett. Beim offenen Singen waren die Gäste eingeladen, selbst ihre Stimme zu erheben. Am späteren Abend gab es „Musik zum Träumen“.

In St. Andreas hatte sich die evangelische Jugend mit der Bibel auseinandergesetzt. Mit Rollenspielen, Gedichten und Songs zeigten sie ihre Sicht auf die Bibel. Im weiteren Verlauf des Abends gab es vertonte Psalmen mit der Kantorei St. Andreas und poetischer Harfenmusik mit Ann-Christin Bensel, verbunden mit poetischen Bibeltexten.

In der Zionskirche fühlte man sich in die Zeit Luthers zurückversetzt. Es gab Luthers Tischreden gewürzt mit Gesang und Spielszenen aus dem Leben des Reformators und später dann Musik aus der Zeit der Reformation.

Bedeutung des Beichtstuhls hat sich verändert

„Umformation“ war das Stichwort in St. Josef. Der gesamte Innenraum der Kirche war umgestaltet. Es gab verschiedene Stationen. Die Besucher konnten ein Standbild selbst gestalten, sich Gedanken über die „Mauern im Kopf“ machen oder am Taufbecken, dem „Ort der Umwandlung“, Erneuerung erfahren. Für die Nicht-Katholiken war es auch eine interessante Erfahrung, einmal in einem Beichtstuhl Platz zu nehmen. Früher ein Ort für das persönliche Sündenbekenntnis, ist er heute vor allem ein Ort der Begegnung mit sich selbst, an dem man Gott sagen kann, was einen bewegt, und an dem man sich beim „Blick in den Spiegel“ seines eigenen Wertes bewusst wird. Die Besucher hatten auch die Möglichkeit, ihre eigenen Thesen in der Kirche zu hinterlassen. „Kirche darf nicht hinter Mauern bleiben. Lasst uns rausgehen“, war dort unter anderem zu lesen.

Schnell musste man in der St. Johanniskirche sein. Hier gab es ein Speed-Dating. In zwei Minuten konnte sein Gegenüber fragen, was man schon immer fragen wollte – zum Thema Glauben, Reformation oder ganz allgemein. Dann wurde ein Platz weiter gerückt. Als Belohnung für eine absolvierte Dating-Runde konnte man sich eine Kugel Eis holen. Das Eismobil stand direkt in der Kirche. Zwischen den Fragerunden gab es auch ein musikalisches Date mit Kaya Schimann und Wilfried Snakker, alias „Capo 2“.

„Luther fast n‘ loud“

In St. Nikolai wurden verschiedene Kurzfilme gezeigt. In „Luther fast n´loud“ etwa. wurde in verschiedenen Clips auf ungewöhnliche Weise Wissen über die Reformation vermittelt. Mal gerappt, mal animiert, mit und ohne Worte, ernsthaft oder witzig aufbereitet. Schüler der Realschule Verden setzten sich filmisch mit dem Thema Angst auseinander.

Während der ganzen „Langen Nacht“, gab es im Innenhof des Doms Speis und Trank wie zu Luthers Zeiten für die Kirchenwanderer, darunter auch das würzige „Lutherbier“. Gegen 23.30 Uhr endete die „Lange Nacht der Kirchen“ mit einer Andacht im Dom.

ahk

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