Heimattreffen der Kreisgemeinschaft Preußisch Eylau

Erinnerung an Schreckliches als Mahnung bewahren

Kreisvertreterin Evelyn von Borries.

Verden - Mit einer Feierstunde im Forum der Niedersachsenhalle und anschließender Kranzniederlegung am Mahnmal im Bürgerpark endete gestern das Heimatkreistreffen der Kreisgemeinschaft Preußisch Eylau in Verden.

Kreisvertreterin Evelyn von Borries konnte neben Angehörigen der Kreisgemeinschaft auch Delegationen der Partnerkommunen des ehemaligem ostpreußischem Landkreises aus Polen und Russland begrüßen. 

Landrat Peter Bohlmann erinnerte in seiner Rede an die ersten Partnerschaftsverträge mit den polnischen und russischen Städten und Landkreisen vor 24 Jahren. „Dies geschah in der Zuversicht, dass uns als Menschen und Kommunen auch die Weltpolitik nicht mehr trennen kann“, so der Landrat. So habe man in den letzten Jahrzehnten tagtäglich und bei den jährlichen Treffen die Beziehungen immer weiter verbessert. Auch an diesem Wochenende hätte es wieder wieder viele neue Impulse gegeben, zum Beispiel bei der Zusammenarbeit beim Landtourismus, der Erwachsenenbildung oder in Museumsfragen.

Bohlmann unterstrich ferner, dass eine wirtschaftlich verflochtene und von kommunalen Partnerschaften geprägte Welt den wichtigsten Beitrag für einen dauerhaften Frieden darstellt. „Allein dürfen wir uns darauf aber nicht verlassen. Eine Gefahr ist, dass es immer mehr Menschen in unseren Ländern gibt, die sich die Schrecken des Krieges nicht mehr vorstellen können und mit unbedachten Äußerungen oder einer unbedachten Politik den Frieden leichtfertig riskieren“, gab Bohlmann zu bedenken. Deshalb bleibe es eine wichtige Aufgabe, von Generation zu Generation die Erinnerung zu bewahren und weiterzugeben – als Mahnung, dass sich so etwas Schreckliches nie wiederholen darf.

Angeführt von Landrat Peter Bohlmann und der ersten Kreisrätin Regina Tryta werden die Kränze zum Mahnmal im Bürgerpark getragen.

„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, sie ist ein hohes Gut, das auf der Achtung grundlegender Werte fußt: Der Unveräußerlichkeit der Menschenrechte, der Herrschaft des Rechts, der Gewaltenteilung und der Souveränität des Volkes.“ Demokratie sei ein Bekenntnis zu freiheitlichen Werten und zum Prinzip der pluralistischen Gesellschaft, ein Bekenntnis zu Freiheit und Toleranz, zu Meinungsvielfalt, Solidarität und Mitmenschlichkeit, so der Landrat weiter. Demokratie fuße aber auch auf dem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zu sich selbst, ihrer eigenen Gestaltungskraft und damit letztlich auf dem Vertrauen zu ihrem Staat. Gerade hier zeige sich aber auch die Verletzlichkeit der Demokratie. 

„Diese Partnerschaft hat uns zu Freunden werden lassen“

„Demokratie darf nicht nur ein Versprechen für eine bessere Zukunft sein, Sie muss allen Menschen eines Gemeinwesens, und gerade auch den schwächeren, konkrete Teilhabe an Wohlstand, Bildung und Lebensqualität, aber auch Chancen auf persönliche Entwicklung sowie Perspektiven der Mitwirkung und Mitgestaltung bieten“, betonte Bohlmann. Nichts sei selbstverständlich, weder Frieden, noch Freiheit, noch Wohlstand. Das gelte auch für die Völkerverständigung. Dennoch habe man gemeinsam über die Jahrzehnte hinweg einen Weg der Annäherung und Aussöhnung gefunden. „Uns eint zum einen die über viele Jahre bestehenden kommunalen Partnerschaften und die entstandenen Freundschaften sowie unser Wunsch, diese auch in Zukunft fortzusetzen und mit Leben zu füllen“, schloss der Landrat.

„Diese Partnerschaft hat uns zu Freunden werden lassen. Das ist das Wichtigste an dieser Gemeinschaft und auf diese wollen wir gerade in so einer Stunde, in der wir der viele Toten gedenken, aufbauen“, sagte Kreisvertreterin Eyelyn von Borries. Sie bedauerte allerdings, dass es nicht allen Familien gelungen sei, die nächste Generation in den Heimatgedanken einzubeziehen. Für die noch lebenden ostpreußischen Landsleute sei es wichtig, die Geschichte des Vaterlandes stets wachzuhalten, weiterzugeben und zu archivieren, damit die Geschehnisse niemals vergessen werden.

Nachdem mit einer Schweigeminute der Toten gedacht worden war, erfolgte die Kranzniederlegung am Mahnmal im Verdener Bürgerpark. - ahk

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