Radiosendung in Scharnhorst 

„Keine Erdgasförderung im Wasserschutzgebiet“

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Moderator Stefan Pulß holte auch die Meinungen der Zuhörer ein.

Verden - Um die geplante Erdgasbohrung im Wasserschutzgebiet Panzenberg ging es am Mittwochabend in einer Live-Sendung von „Bremen Zwei unterwegs“. Redakteurin Franziska Rattei und ihr Team sendeten aus dem Landhaus Müller in Scharnhorst. Es war mächtig Stimmung im Saal, aber auch dermaßen voll, dass Moderator Stefan Pulß den Zuhörern empfahl, nicht mehr vorbeizukommen: „Es gibt keinen freien Platz mehr. Hören Sie besser Radio.“

Thema war der Konflikt von wirtschaftlichen Interessen und Trinkwasser-Schutz. Von Christoph Löwer, Hauptgeschäftsführer im Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG), wollte Pulß wissen, ob man überhaupt sicherstellen könne, dass das Trinkwasser keinen Schaden nimmt. Durch die Standards der Branche könne man sicherstellen, „das Bestmögliche zu tun“, sagte Löwer und sorgte damit für Gelächter bei den zahlreichen Kritikern im Saal.

Zwischenrufe gab es mehrfach. Dea-Pressesprecher Heinz Oberlach ließ sich davon überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Dem Argument, dass man das Gas aus dem Ausland beziehen könne, hielt er entgegen: „Jeder Kubikmeter, den wir unter deutschen Umweltschutzbedingungen und unter deutschen Arbeitsschutzbedingungen fördern, der ist doch sehr viel besser gefördert als jeder Kubikmeter, von dem wir nicht wissen, wie er entsteht.“

Aber nicht im Wasserschutzgebiet, sagen die Kritiker, und so sieht es auch die SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Dörte Liebetruth. Im Koalitionsvertrag stehe bereits: „Der Schutz des Trinkwassers hat für uns absoluten Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen.“ Dies müsse nun aber mit Leben gefüllt werden, betonte Liebetruth.

Bei der Radiosendung von Radio Bremen um die geplante Erdgasbohrung im Wasserschutzgebiet Panzenberg ging es im übervollen Saal des Landhauses Müller in Scharnhorst so richtig zur Sache.

Sie macht sich stark für ein generelles Verbot von Erdgasförderung in allen Wasserschutzzonen, und diesbezüglich habe sie Kontakt zu Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und Umweltminister Olaf Lies aufgenommen. Beide seien kurzfristig zu Gesprächen bereit. „Es gibt einen runden Tisch zu risikoreicher Erdgasförderung im Landkreis Verden. Vertreter dieses runden Tisches sind herzlich eingeladen, mit nach Hannover zu kommen und mit den beiden Ministern darüber zu sprechen“, sagte die Landtagsabgeordnete in der Live-Sendung.

Ein weiterer geladener Gesprächspartner war Andreas Sikorski, Präsident des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie des Landes Niedersachsen (LBEG). Zum aktuellen Stand bei der geplanten Förderung erklärte er, dass derzeit geprüft werde, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist, und er erklärte, welche Rolle der Landkreis bei dem Genehmigungsverfahren spielt.

Ausbau des seismischen Messsystems gefordert

Martin Busch stellte sich als Sprecher der Bürgerinitiative „Walle gegen Gasbohren“ den Fragen des Moderators. Er wies nicht nur auf die Gefahren hin, sondern forderte einen Ausbau des seismischen Messsystems zur Erfassung von Erdbeben, vollständige Schadensregulierungen und von der Politik eine Erhöhung der Standards in Verbindung mit der Erdgasförderung. Auf die Schlussfrage des Moderators zu möglichen Kompromissen gab es von ihm eine klare Absage: „Es gibt keinen Kompromiss. Keine Erdgasförderung im Wasserschutzgebiet“, forderte er.

Wer die Sendung verpasst haben sollte, findet einen Mitschnitt im Internet auf der Homepage unter der Rubrik Radio Bremen Zwei.

wb

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