Thema Surinam

Ökumenische Frauengruppe lädt zum Weltgebetstag in die St. Andreaskirche ein

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Die von Traudi Bechtler (an der Gitarre() koordinierte Musikgruppe begleitet den Gottesdienst zum Weltgebetstag.

Verden - Die Ökumenische Frauengruppe Verden lädt für Freitag, 2. März, um 19.30 Uhr, zu einem besonderen Gottesdienst in die St. Andreaskirche ein. „Gottes Schöpfung ist sehr gut“ lautet in diesem Jahr das Motto des Weltgebetstags. Dieser wird seit mehr als 130 Jahren in über 100 Ländern der Erde am ersten Freitag im März gefeiert. In jedem Jahr steht ein anderes Land und ein anderes Thema im Mittelpunkt. Diesmal wurde die Gottesdienstordnung von den Frauen aus Surinam entworfen. Im Zentrum steht die Schöpfungserzählung aus dem Buch Genesis/1. Buch Mose.

Schon seit einigen Wochen treffen sich 18 Frauen aus den Gemeinden St. Josef, St. Andreas, Dom, St. Johannis, St. Nikolai und der Zionsgemeinde (Selk) regelmäßig, um den Gottesdienst vorzubereiten. „Wir haben uns näher mit dem kleinsten südamerikanischen Land Surinam beschäftigt und freuen uns darauf, die Besucher mit auf die Reise zu nehmen“, sagt Marlies Kiesewetter von St. Andreas. Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst von der Musikgruppe unter der Leitung von Traudi Bechtler. Im Anschluss sind alle Besucher zu landestypischem Fingerfood im Turm eingeladen.

Vom Land Surinam haben sicher viele bislang kaum etwas gehört. Mit 542 000 Einwohnern ist es das kleinste unabhängige Land auf dem südamerikanischen Kontinent. Die ehemalige Kolonie Niederländisch-Guyana ist erst seit 1975 eigenständig.

Surinam ist ein ethnischer, religiöser und kultureller Schmelztiegel. Hier sind auf kleinem Raum und auf unaufgeregte Weise niederländische und kreolische, westafrikanische und indische, aber auch indonesische und deutsche Einflüsse vereint. In der Hauptstadt Paramaribo, wegen ihrer Holzbauten seit 2002 Teil des Weltkulturerbes, stehen Kirche, Moschee, Hindu-Tempel und Synagoge einträchtig nebeneinander, knapp die Hälfte der Bevölkerung ist christlichen Glaubens.

„Die Einwohner Surinams bezeichnen sich selbst als Moksi, als einen Mischmasch aus vielen verschiedenen Ethnien, die aus vier Kontinenten zusammengewürfelt wurden. Moksi heißt aber auch gemeinsam, denn mit dieser Vielfalt haben sie ein buntes Miteinander gestaltet. Um diese Vielfalt geht es auch beim Weltgebetstag“, erzählt Marlies Kiesewetter.

Doch dieses traditionell harmonische Zusammenleben im Naturparadies Surinam gerät zunehmend in Gefahr. Rund 90 Prozent der früheren niederländischen Kolonie bestehen aus Regenwald. Rodungen und rücksichtsloser Rohstoff-Abbau zerstören die einzigartige Flora und Fauna. Das Land ist wirtschaftlich abhängig vom Gold- und Öl-Export. Wegen schwankender Rohstoff-Preise ist das Sozialsystem kaum noch finanzierbar. Dass das gesellschaftliche Gleichgewicht aus den Fugen gerät, trifft besonders die Frauen und Mädchen. Gewalt gegen sie nimmt zu und Frauen prostituieren sich aus finanzieller Not.

„Lasst uns nicht länger zögern, sondern alles tun, was wir können, um die Erde für diejenigen zu erhalten, die nach uns kommen“, lautet der eindrückliche Appell der surinamischen Christinnen.

Diesen unterstützt die Ökumenische Frauengruppe Verden mit ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag. „Gemeinsam informiert beten für die Anliegen von Frauen aus aller Welt und betend handeln durch Veränderungen auch vor unserer Haustür, das ist uns ein großes Anliegen“, so Kiesewetter.

Mit der Kollekte des Abends werden Partnerorganisationen weltweit unterstützt. In diesem Jahr unter anderem junge Surinamerinnen, die mit der Herstellung von Naturkosmetik Geld verdienen wollen. Sie sind somit weniger gefährdet, ihr Einkommen durch Sextourismus erwirtschaften zu müssen.

ahk

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