„Young Women in Public Affairs“

Zonta Award 2018 für Julia Meyer aus Dörverden

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Die Preisträgerin Julia Meyer (2. v. r.) und Marie Voigt (2. v. l.) mit den Zonta-Vertreterinnen Ute Scholz (l.), Carola Schäfer und Ex-Frauenministerin Christina Bührmann (r.).

Verden - Julia Meyer (17) aus Dörverden gewinnt in diesem Jahr den „Young Women in Public Affairs Award“ (YWPA) des Zonta Clubs Verden. Der Service-Club vergibt den Preis zum neunten Mal an junge Frauen, die sich ehrenamtlich engagieren.

Am Mittwochabend nahm die Gewinnerin den mit 300 Euro dotierten Preis im Hotel Höltje von Clubpräsidentin Carola Schäfer entgegen. Ganz knapp setzte sich Julia gegen ihre Mitbewerberin, die 16-jährige Achimerin Marie Voigt, durch. Julia kann sich jetzt auf der nächsten Districtebene international qualifizieren. Beide jungen Frauen profitieren künftig von der Unterstützung des Zonta-Netzwerks.

Als externes Mitglied saß diesmal die ehemalige niedersächsische Frauenministerin Christina Bührmann mit in der Jury. Beide Bewerbungen hätten ihr sehr gut gefallen, betonte sie. „Es ist schön, so starke und engagierte Frauen in unserer Mitte zu haben. Beiden geht es nicht nur um ihr eigenes Wohlergehen, sondern sie haben auch einen Blick auf andere und keine Angst, sich auf andere Lebensverhältnisse einzulassen und diese zu akzeptieren.“

Ute Scholz vom Vorstand Zonta international sagte, der Preis werde vergeben, um junge Frauen, die ehrenamtliche Führungsaufgaben übernehmen, zu würdigen. An ihrem Beispiel könne man sehen, was bereits in jungen Jahren für die Gesellschaft geleistet werden könne.

Sich dem Sanitätsdienst verschrieben

Dieses sei bei beiden Bewerberinnen beeindruckend. Julia, die die elfte Klasse des Gymnasiums am Wall besucht, ist seit 2011 im Schulsanitätsdienst aktiv. Sie leitet ihn seit 2015 und bildet neue Sanitäter aus. Daneben muss sie sich um die Bestellung neuer Materialien kümmern und Dienstpläne machen. 

Weiter unterstützt sie leitend die Fortbildung der Lehrkräfte in Erster Hilfe. Julia übernimmt zuverlässig und gewissenhaft für über 1 000 Schülerinnen und Schüler sowie 100 Lehrkräfte die Verantwortung für die Organisation der Erstversorgung.

Marie besucht die zwölfte Klasse des Cato Bontjes van Beek-Gymnasiums. Seit ihrem neunten Lebensjahr ist sie aktive Schülervertreterin. Jetzt ist sie Schülersprecherin, leitet die Vertretung und ist Mitglied im Vorstand des großen Gymnasiums. Viele Veranstaltungen und Belange habe Marie eigenverantwortlich organisiert.

Gleichberechtigung nicht voll umgesetzt

Auch in ihrer Freizeit sind Julia und Marie für das Gemeinwohl aktiv. Julia engagiert sich bei den Johannitern und der Feuerwehr. Bei der Johanniter-Unfallhilfe hat sie ihren Jugendleiterschein gemacht und ist seit 2016 Mitglied in der Ortsjugendleitung. Bei der Feuerwehr war sie Jugendsprecherin und ist nun Betreuerin. 

Außerdem ist sie Sprecherin des Kreisjugendforums und vertritt die Kreisjugendfeuerwehr auf Bezirks- und Landesebene. Ihre Leidenschaft für Rettungsdienst und Feuerwehr möchte Julia später eventuell in der Berufsfeuerwehr verbinden.

Marie ist als Schulsprecherin auch Mitglied des Achimer Stadtschülerrats. Daneben betreut sie Kinder zwischen zwei und acht Jahren, gibt Nachhilfe und betreut das Tennis-Schnuppertraining in den Sommerferien. Auch gibt sie einer syrischen Frau Nachhilfeunterricht.

Zu den Bewertungskriterien für den Zonta-Preis gehört auch eine Stellungnahme zur Stellung der Frau im eigenen Land und weltweit. „In vielen Ländern wie in Indien sind Frauen benachteiligt“, weiß Julia. Durch frühe Mutterschaft und mangelnde Bildung hätten sie kaum Chancen, sich vor Abhängigkeit, Gewalt und Ausbeutung zu schützen. Auch in China hätten Mädchen einen geringeren Wert und würden deshalb häufig abgetrieben. 

Julia fordert, mehr in die Bildung von Frauen und Mädchen zu investieren. Auch in Deutschland sei die Gleichberechtigung noch nicht voll umgesetzt. „Männer verdienen immer noch mehr.“ Marie sieht das ähnlich: „Gleichberechtigung steht nur auf dem Paper und ist noch nicht in den Köpfen verankert.“ Die Stärkung der Frauen müsse über die Politik stattfinden, deshalb sollten mehr Frauen in die Politik gehen. - ahk

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