100 Tonnen in drei Teilen: Neue Versorgungszentrale steht an ihrem Platz

Energieschub für die Verdener Klinik

Das Notstromaggregat sieht aus wie ein Schiffscontainer. Es hängt am Haken des Krans.
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17 Tonnen am Haken. In wenigen Minuten hob der 400-Tonnen-Kran das neue Notstromaggregat vom Schwerlasttransporter an seinen Platz.

Verden – Die neue Energiezentrale für das Verdener Krankenhaus steht. Aus zwei Containern und einem neuen Notstromaggregat soll das Haus der Aller-Weser-Klinik auch zuverlässig mit Strom versorgt werden, wenn der Bettenhausneubau fertig und die gründlich ausgebaute und modernisierte Klinik in Betrieb ist. Nachdem am Donnerstagabend ein 400-Tonnen-Kran auf dem Innenhof des bestehenden Gebäudeensembles in Stellung gegangen war, waren Anlieferung und Positionierung der beiden kompletten 45-Tonnen-Gebäude der Transformatorenstation und des 17 Tonnen schweren Notstromaggregats nur noch Sache von ein paar Stunden.

Gegen 15 Uhr konnten Schwerlasttransporter und der Großkran schon wieder abrücken. Kurz vor dem Richtfest auf der Großbaustelle am Burgberg war die Installation der neuen Energiezentrale ein bedeutender Schritt bei der Erneuerung der Klinik. „Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Bettenhausneubaus am Krankenhaus Verden“, stellte Katharina Tretzmüller, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit, klar. Bei laufendem Betrieb mussten trotz des großen Geräts die Wege für Krankentransporte und der Hubschrauberlandeplatz immer zugänglich bleiben. Angesichts des Gebäudebestandes war da einiges an Vorplanung erforderlich.

Rangieren auf dem engen Hof und auf den Straßen

Dass die Fahrer ihre riesigen Vehikel auf dem Hof dann aber so reibungslos rangieren konnten, hatte dann auch Sarah von Larcher beeindruckt, die beim Pressetermin geduldig die Fragen beantwortete. Gegen 20.30 Uhr war der Kran angekommen. „Am Eitzer Kreisel mussten die Schilder abmontiert werden, damit er die enge Stelle passieren konnte“, wusste die Sprecherin.

„Bis Mitternacht hatte es gedauert, das 94 Tonnen schwere Fahrzeug auszurichten und die beiden Beton-Gewichte von 135 Tonnen als Ballast daran anzubringen“, berichtete Oliver Lausch. Aufbau und Ausstattung der neuen Anlagen hat der Technische Leiter im Blick. Er spult Kolonnen von Zahlen ab, die erklären, was da jetzt eigentlich mit dem Innenleben der neuen Gebäude und Gerätschaften installiert wird. In den beiden immerhin jeweils 45 Tonnen schweren Gebäude-Elementen würden Mittlere Spannung, 20 000 Volt, und niedrige Spannung, auch noch 400 Volt, für den Bedarf der Klinik transformiert und gesteuert. Die beiden Schwerlast-Lkws waren am Morgen vor 5.30 Uhr eingetroffen, sodass der Plan am Vormittag seiner Zeit voraus war.

Der alte Diesel war schon abgebaut

Der alte Diesel, der das Haus bei Stromausfällen seit vielen Jahren mit der nötigen Energie versorgt hat, habe ausgedient. Mit seiner Leistung von 350 PS hatte er sichergestellt, dass OPs, medizinische und Klima-Technik weiterlaufen konnten, auch wenn das Stromnetz mal lahmliegt. Dass zimmergroße Aggregat hatte schon Tage früher weichen müssen. Um aber die Versorgung im Fall der Fälle abzusichern, bis die neue Anlage installiert und in Betrieb genommen ist, stand ein transportables Notstromaggregat bereit.

650 PS und ein 4000 Liter-Tank für zwei Tage Stromversorgung

Das neue Aggregat, so berichtete Lausch, werde auch das künftig um einiges größere Krankenhaus sicher mit Strom versorgen können. Mit einer Leistung von 650 PS und einem 4000-Liter-Tank für den Treibstoff, werde die Neuerwerbung die Versorgung unter Volllast für fast zwei Tage übernehmen können. „Wenn das nicht reicht, müssen wir eben nachtanken“, erklärt er.

Aggregat im Format eines Schiffscontainers

Der Stromerzeuger im Format eines Schiffscontainers traf gegen 9.30 auf dem Klinik-Gelände ein. Keine halbe Stunde später hatte der Kran das Gerät an seinen Platz gehievt und millimetergenau auf den vorbereiteten Fundamenten abgesetzt.

Von Ronald Klee

Fast fertig. Am Ende war die Positionierung des Großgerätes Millimeterarbeit.
Maßarbeit zwischen den Gebäuden auf dem Krankenhausgelände.
Die Installation der neuen Energiezentrale für die Aller-Weser-Klinik erläuterte der technische Leiter im Verdener Krankenhaus, Oliver Lausch. Hinter dem Kran stehen bereits die beiden Gebäude-Elemente an ihrem Platz.

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