Ab Montag Präsenzunterricht

Endlich wieder richtig Schule: Lehrer freuen sich auf Schüler-Rückkehr

Der leere Schulhof des  Gymnasiums am Wall in der großen Pause.
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Große Pause in Coronazeiten. Ab Montag wird mehr los sein auf dem Schulhof des Gymnasiums am Wall.

„Schön, dass sie wieder alle da sind.“ Christian Piechot, Leiter der Verdener Campus-Oberschule, freut sich auf die nächste Woche. Ein Stück Normalität kehrt in die Schulen zurück, aber auch ein Schulleben, das nicht mehr Gewohnheit ist.

Verden – Am Montag kehren die Schüler in ihre Klassenräume zurück. Nachdem die Infektionszahlen gefallen sind, veröffentlichte das Land Freitag die Verordnung, die für die Schulen im Kreisgebiet die Rückkehr ins Szenario A vorgibt. Zumindest, wenn die Inzidenzzahlen das hergeben. Und nachdem sie gerade unter 20 liegen, geben sie das her. Das bedeutet, dass sich am Montagmorgen alle, vom Erstklässler bis zum Berufsschüler, wieder auf den Weg zum Präsenzunterricht machen.

„Endlich wieder richtig Schule“, jubelte die Leiterin des Gymnasiums am Wall, Petra Sehrt, Freitag. Mit ihrem Kollegium freut sie sich auf die Schüler. Auch dass der Geräuschpegel in den Gängen und auf dem Schulhof deutlich höher liegen wird, hatte erstmal keinen negativen Beiklang.

Ungewohntes Bild: 25 Schüler in der Klasse

„Das wird ein ungewohntes Bild, wenn da plötzlich wieder 25 Schüler vor einem sitzen“, kann Christian Piechot sich vorstellen, was in seinen Kolleginnen und Kollegen vorgeht. Über Wochen und Monate hatten sie zwischen den Szenarien hin und her wechseln müssen. Mal waren da die geteilten Klassen, mal gar keine Schule. Der Schulhof wurde mit festen Laufwegen für die Kohorten durchgeplant, Online-Unterricht und Präsenzen mischten sich. Flexibilität war für Schulleitungen, Pädagogen und natürlich die Schüler gefragt, und je nach Pandemie-Lage konnte sich das mehr oder weniger plötzlich ändern. „Das war eine lange Durststrecke“, ist Schulleiterin Sehrt erleichtert.

Recht plötzlich kam dann auch diese Entscheidung aus Hannover. Nach all den Änderungen in der Pandemie war die Entwicklung für Christian Piechot trotz der sinkenden Zahlen nie wirklich abzusehen. Und dann kam sie gerade so eben vor dem Wochenende. Da half es, dass der Landkreis die Schulen zumindest mit dem Verordnungsentwurf vorwarnen konnte.

Minister schreibt an Lehrkräfte, Schüler und Eltern

Freitag wandte sich Kultusminister Grant Hendrik Tonne an die Kollegien, die Schüler und deren Eltern, um sie auf die neue Lage aufmerksam zu machen: „Am kommenden Montag können die allermeisten Schülerinnen und Schüler in die Schule gehen und gemeinsam lernen! Das ist eine richtig gute Nachricht für die Kinder und Jugendlichen, die in den letzten Monaten arg zurückgesteckt haben.“ Auf den Internetseiten der Schulen und in den E-Mail-Kanälen war die Nachricht Freitag so präsent, wie die Schüler am Montag im Unterricht.

Wieder nach dem Kohortenprinzip

Die Normalität, die da in die Klassen zurückkehrt, gehört zur Schule dazu, schreibt Tonne, und für Christian Piechot ist sie auch dringend nötig. Eine Rückkehr in ein Schulleben, wie es vor der Pandemie einmal war, wird da am Montag allerdings auch nicht zu erleben sein. „Wir schnappen zurück in das Kohortenprinzip“, erklärt der Schulleiter, was der Szenarienwechsel bedeutet. Festgelegte Laufwege werden also weiter die Schülergruppen von einander fernhalten. Und auch am Wallgymnasium bedeutet die neue Lage keine organisatorische Herausforderung, wie Petra Sehrt berichtet. Die Schüler kämen sogar gut mit der Einteilung des Schulhofes für die Kohorten zurecht. Die Einhaltung des Rechtsgeh-Gebots sei da schon schwieriger durchzusetzen.

Und der Minister macht auch deutlich, dass Maskenpflicht und Hygiene-Regeln nicht einfach der Vergangenheit angehören: „Innerhalb eurer Kohorte/Gruppe könnt ihr deshalb auch wieder gemeinsam zur Schule gehen. Alle anderen Schutzmaßnahmen wie Mund-Nase-Schutz, Testpflicht, Lüften und Hygiene-Regeln bleiben erhalten. Sie sorgen für einen sicheren Rahmen“, teilte er Freitag den Schülern mit.

Auf dem Verdener Campus jedenfalls wird wie in den Grundschulen, Gymnasien und den BBS wieder das Leben einkehren. Ruhe und viel Platz war in den zurückliegenden Wochen bei den Abschlussprüfungen noch vorteilhaft. „Wegen Corona mussten wir die Schüler auf 40 Räume verteilen“, berichtete Piechot. Wenn die Schüler jetzt zurückkehren können sie auf Erfahrungen mit dem Kohortenprinzip zurückgreifen. „Am Anfang wird das sicher noch wieder etwas ruckeln“, erwartet der Schulleiter, aber das werde sich geben.

Mit Spannung wird Christian Piechot dann die weitere Entwicklung verfolgen. Er blickt schon auf das Ende des Schuljahres und würde zumindest in diesem Jahr gerne wieder eine einigermaßen normale Verabschiedungsfeier durchführen.

Eines allerdings möchte der Pädagoge nicht: Mit der Rückkehr dieser Normalität dürfe keine Diskussion über die aufgelaufenen Defizite der Schüler einsetzen. Der Anspruch, die entstandenen Lücken womöglich bis zum Ende des Schuljahres aufzuholen, hält er für komplett verfehlt. Normale pädagogische Arbeit steht jetzt für ihn an. „Wir müssen die Kinder da abholen, wo sie sind“, ist sowieso Piechots Regel.

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