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Verdener Jugendherberge: Endlich wieder mehr Gäste

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Die Betten sind gemacht: Jan Feldmann, Leiter der Jugendherberge in Verden, freut sich auf viele Gäste.
Die Betten sind gemacht: Jan Feldmann, Leiter der Jugendherberge in Verden, freut sich auf viele Gäste. © David Böse

Die Stimmung in der Jugendherberge in Verden ist gut. Endlich kann das Team wieder Gäste empfangen: Mannschaften, Schulklassen oder andere Gruppen. Doch die Pandemie hat auch in der Einrichtung am Saumurplatz ihre Spuren hinterlassen.

Verden – Ein wenig durchatmen! So ein bisschen Licht am Ende des Tunnels: „Im Moment läuft es ganz gut“, so die Einschätzung von Jan-Walter Feldmann, Leiter der Jugendherberge in Verden. Die Zahlen sprechen für sich: Regelmäßig seien etwa 70 Prozent der Zimmer ausgelastet. Vor allem Sportgruppen und Schulklassen, die nun wieder öfter auf Klassenfahrt gingen, gehören zu den Menschen, die ihre Bleibe in der Herberge finden.

Gäste halten sich an Regeln

Die Freude der Besucher vor Ort ist spürbar. Auch Feldmann ist das schon aufgefallen: „Alle sind sehr glücklich, endlich wieder was machen zu können. In der Pandemie lief ja nichts, aber zurzeit geht das.“ Und, so Feldmanns Beobachtung: „Die Leute verhalten sich regeltreu und sind auch recht unkompliziert.“

Die Jugendherberge in Verden ist fast ausschließlich eine Unterkunft für größere Gruppen, beispielsweise Schulklassen. Oder auch für zwei Footballmannschaften, die sich zum Zeitpunkt des Gesprächs im Gebäude aufhalten. „Die Schüler kommen zum großen Teil aus anderen Orten in Niedersachsen, viele auch aus Hamburg oder Nordrhein-Westfalen“, so der Leiter. Dass mal eine Familie oder Einzelpersonen übernachten, sei selten, aber möglich.

Kletterpark ein beliebtes Ziel

Was machen die Besucher in der Reiterstadt? „Von Besichtigungen im Domherrenhaus oder im Pferdemuseum bis zu einem Tag im Verwell oder im Magic Park ist vieles möglich. Vor allem der Kletterpark nebenan ist sehr beliebt. Wir organisieren die Ausflüge“, so Feldmann.

Über die Osterfeiertage erwarte er allerdings weniger Gäste. Lediglich zu 40 Prozent sei die Herberge dann ausgebucht. Aber das stabilisiere sich in den Wochen danach wieder. „Wir erwarten wieder einige Schulklassen“, berichtet Feldmann. Insgesamt sei das Niveau von vor der Pandemie aber noch nicht erreicht, auch in den kommenden Monaten werde das voraussichtlich nicht passieren. Die Sportgruppen würden sich noch etwas zurückhalten.

Alle Mitarbeiter sind gelieben

Die Pandemie hat vieles verändert. Auch den Tagesablauf im Haus. Die Angestellten bekommen das zu spüren. Sie hatten und haben aufgrund der geringeren Auslastung weniger zu tun. „Bei sonst gut besuchten Jahreszeiten mit bis zu 140 Menschen am Tag, kamen coronabedingt teilweise 30 oder 40 Gäste“, so Feldmann.

Aber das Team in der Herberge zieht mit. „Alle sind geblieben“, freut sich Feldmann. Er musste keinen entlassen. „Das zeugt auch von Teamgeist und Spaß an der Arbeit im Unternehmen, wenn sich alle dafür entscheiden, zu bleiben, auch wenn es Kurzarbeit gab“, sagt der Hausleiter. Voller Vorfreude blicke seine Mannschaft auf die kommenden Wochen. „Hoffentlich unter normalen Bedingungen“, so Feldmann.

Doch die Pandemie hat nachhaltig Spuren hinterlassen: Als besonders aufwendig empfindet Feldmann die sich wöchentlich ändernden Maßnahmen. Um diese gut umsetzen zu können, herrsche ein ständiger Kommunikationsfluss zu den Gästen. Härter trifft die Einrichtung der Verlust an Einnahmen: „Es fehlte das Geld für Investitionen. Dramatisch ist das nicht, wir haben schon darauf geachtet, Gebäude und Außengelände in Schuss zu halten. Dennoch konnten einige Maßnahmen nicht umgesetzt werden“, bedauert er.

Aber nicht nur die Pandemie, auch der Ukrainekrieg beeinflusse das Geschehen in der Jugendherberge. Noch sind dort keine Flüchtlinge untergekommen, doch das könnte sich schnell ändern. Feldmann: „Der Landkreis hat uns gefragt, ob wir Geflüchtete aufnehmen können. Natürlich stehen wir den Menschen hilfsbereit und solidarisch zur Seite und sind jederzeit bereit, sie bei uns im Haus unterzubringen.“

Von David Böse

Einbruch der Zahlen in der Pandemie

Lange Zeit war während der Pandemie auch die Verdener Jugendherberge am Saumurplatz geschlossen. Der Re-Start am 2. Juni 2021 konnte nur zeitweise gelingen, das Haus war teilweise nur an den Wochenenden geöffnet. Als reines Schulklassen- und Gruppenhaus war die Jugendherberge sehr stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Im August wurden mit Unterstützung des Landes Niedersachsen kostenlose Jugendfreizeiten im Rahmen der „LernRäume“ angeboten. Im Spätsommer und Herbst konnten Klassenfahrten wieder stattfinden. Der Kletterpark Verden auf dem Gelände der Jugendherberge bietet seit Saisonbeginn ein neues Sanitärgebäude mit moderner Ausstattung und konnte in 2021 als Freiluftstandort von einer starken Nachfrage gerade durch Familien profitieren.

Ein Blick auf die Zahl der Übernachtungen in der Jugendherberge zeigt, wie die Auslastung der 154 Betten mit der Pandemie eingebrochen ist: Im Jahr 2019, vor der Pandemie, waren es 9202 Gäste und 24 966 Übernachtungen; 2020 nur noch 2303 Gäste und 5421 Übernachtungen, 2021 dann 3032 Gäste und 7626 Übernachtungen.

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