Erfolg durch Umstrukturierung und Prävention

Endlich weniger Einbrüche: Polizei stellt Kriminalstatistik vor

Verden - „Endlich“, sagt Uwe Jordan mit Blick auf die am Dienstag veröffentlichte Kriminalstatistik. Was den Leiter der Polizeiinspektion Verden/Osterholz und seine Kollegen in der Vergangenheit besonders umtrieb, war die Zahl der Wohnungseinbrüche. Allein 2016 registrierte die Polizei im Landkreis Verden 302 Einbrüche in Privathäuser und -wohnungen. Hinzu kamen 209 Versuche. Vergangenes Jahr gingen diese Zahlen rapide nach unten.

151 Mal stiegen Einbrecher erfolgreich ein, 127 Mal blieb es beim Versuch. „So drastisch hatten wir's nicht erwartet“, kommentiert Jordan die positive Veränderung. Und der Kriminaldirektor kann noch nachlegen. Gleichzeitig schnellte die Aufklärungsquote 2017 nach oben auf 41,37 Prozent, nach 23,29 Prozent im Jahr zuvor.

Die Gründe für die Entwicklung seien vielfältig, so der Inspektionsleiter. Unter anderem macht Jordan eine Umstrukturierung innerhalb der Polizeiinspektion dafür verantwortlich. Acht Sachbearbeiter, die zuvor in Osterholz, Achim und Verden ihren Dienst versahen, wirken nun in der Kreisstadt zusammen. Das verkürzt die Dienstwege und verbessert den Informationsfluss.

Mit dem Zusammenziehen der Kräfte sei man ein Risiko eingegangen, so Jordan. Immerhin stünden die Kollegen nun ihren Dienststellen für andere Aufgaben nicht mehr zur Verfügung. „Aber der Erfolg gibt uns Recht“, fasst Fabian Bernert, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, beim Pressegespräch in Verden zusammen.

Aufklärungsarbeit trägt Früchte

„Es sind immer mehr Menschen, die sich bei uns melden, weil sie etwas beobachten“, sagt Dieter Kröger, stellvertretender Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes in Achim. Ein Beleg dafür, dass auch die Aufklärungsarbeit der Polizei Früchte trägt. Zudem hätten die Leute inzwischen weniger Wertsachen daheim und die Häuser seien besser gesichert.

Nicht nur die Zahl der Einbrüche ist gesunken. Auch insgesamt gab es weniger Straftaten. Wurden 2016 in den Kreisen Verden und Osterholz zusammen 14 .568 Delikte registriert, waren es im vergangenen Jahr 13 .520.

Die Statistik setzt sich zusammen aus Taten von Minderjährigen, Körperverletzungen, Diebstählen, Autoklau, Wohnungs- und Geschäfts-/Firmeneinbrüchen. Mit Ausnahme der Straftaten von Minderjährigen sind alle Zahlen rückläufig. Sorge bereitet die Kinder- und Jugendkriminalität aber nicht. Unterm Strich ist sie seit Jahren rückläufig und liegt aktuell bei 606 Fällen. 2009 waren es fast doppelt so viele. Erstmals ausgewiesen ist die Zahl von Fällen „mit Flüchtlingsbezug“. Hier, so Jordan, seien die von Geflüchteten untereinander dominant.

Nichts zu mäkeln

Die Zahlen seien „ein Spiegelbild dessen, was in der Gesellschaft passiert“, erklärt Fabian Bernert. Er räumt ein, dass die Statistik angesichts steigender Internet-Kriminalität zumindest ein wenig verzerrt ist. Dennoch gebe es diesmal „wirklich nichts zu mäkeln“, lautet das Resümee von Uwe Jordan. Über mangelnde Arbeit können er und seine Kollegen aber nicht klagen. Der Aufwand, zum Beispiel bei der Beweisführung oder der Auswertung gerade von Massendaten, sei erheblich gestiegen.

Eines bereitet den Polizisten Sorgen: Landesweit registrieren sie immer mehr Straftaten, denen Senioren zum Opfer fallen. Ob nun der angebliche Enkel in Geldsorgen, der falsche Kripo-Beamte, der sich nach Wertsachen erkundigt, der vermeintliche Handwerker, der eine Reparatur dringend macht, oder das Unternehmen, das große Gewinne verspricht – grundsätzlich gilt: das Gespräch sofort beenden. 

kp

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