Campus setzt vermehrt Tablets ein / Ausschuss bewilligt Neuanschaffungen

Ende der Zettelwirtschaft

Tablet statt Mappe: Die Digitalisierung in den Schulen schreitet fort.
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Tablet statt Mappe: Die Digitalisierung in den Schulen schreitet fort.

Verden – Geht es bei der Stadt Verden um elektronische Datenverarbeitung, führt kein Weg an der EDV-Abteilung vorbei. Das gilt nicht nur für das Rathaus, sondern auch für Einrichtungen unter städtischer Trägerschaft. Schulen zum Beispiel. Weil auch dort die Digitalisierung immer weiter voranschreitet, bekommen IT-Experten wie Jens Steigerwald und Alexander Kuhlenkamp im Rathaus immer mehr zu tun. So viel, dass sie demnächst personelle Verstärkung erhalten sollen, wie Bürgermeister Lutz Brockmann am Mittwoch dem Schulausschuss berichtete. Getagt wurde in der Campus Oberschule und damit in der Lehranstalt, die auch thematisch im Mittelpunkt der Sitzung stand.

Anfang Juli hatte der Stadtrat beschlossen, dass Schulen in städtischer Trägerschaft ihrer pädagogischen Konzepte gemäß „Endgeräte für das digitale Lernen der Schülerinnen und Schüler“ erhalten können. Die Verdener Grundschulen hätten bislang keine Anträge dazu gestellt, berichtete Fachbereichsleiterin Sabine Mandel dem Ausschuss.

Anders sieht es bei der Oberschule aus. Dort sollen gleich drei Jahrgänge, die sechsten bis achten Klassen, mit Tablets ausgestattet werden. Unentgeltlich, über Leihgeräte. So beschied es der Schulausschuss einstimmig und holte die Lehrkräfte hier gleich mit ins Boot.

Auch sie sollen sich ein digitales Entgerät von der Stadt leihen können. Vorläufig. „Wir übernehmen keine Landesaufgaben“, stellte der Bürgermeister klar, wo die Verantwortung für die (technische) Ausstattung der Kollegien eigentlich liegt: in Hannover.

Verkompliziert wird die Ausstattung der Oberschüler mit Tablets dadurch, dass der aktuelle siebte Jahrgang bereits über Geräte verfügt. Angeschafft über die Schule, den Schülern über Mietkaufverträge zur Verfügung gestellt.

Den betroffenen Familien soll die Stadt nun anbieten, die abgeschlossenen Verträge zu übernehmen und bereits gezahlte Raten zu erstatten. Dort, wo Eltern sich für die Beibehaltung des Mietkaufs entscheiden, muss darüber gesprochen werden, im welchem Umfang das Kind das Tablet nutzen darf.

Das Ausstatten der Geräte mit den nötigen Lernprogrammen, der Einbau bestimmter Filter, das Spreen diverser Apps sowie die weitere technische Betreuung werden bei der Stadt liegen, vor allem bei Alexander Kuhlenkamp und der Fachkraft, die da noch kommen soll. „Wir schmeißen die Dinge nicht raus und gucken, was passiert“, sicherte Kuhlenkamp den Nutzern Unterstützung zu.

Die digitalen Endgeräte, das machten Oberschuldirektor Christian Piechot und Lehrer Michael Bielefeld dem Ausschuss deutlich, kommen im Unterricht und bei den Hausaufgaben mehr und mehr zum Einsatz. Unter anderem durch ein auf den Campus und sein Konzept zugeschnittenes Lernmanagementsystem. Arbeitsblätter werden nicht mehr ausgeteilt, sondern hochgeladen. Der Lehrer kann seinen Unterricht online vorbereiten und ist bei Fragen nur einen Klick entfernt. Das ist besonders jetzt wichtig. Und selbst mit den Eltern könne die Schule über das System kommunizieren, so der Schulleiter.

„Die Schüler sollen nach wie vor mit Füller und Stift schreiben“, betonte Piechot zwar. Doch auch das Schulbuch aus Papier, so scheint es, wird nach und nach von Downloads aufs Tablet abgelöst.

„In Klassen sieben sind die Bücher bis auf eine Ausnahme komplett digital“, berichtete Michael Bielefeld. Das Mathebuch mit seinen vielfältigen Aufgaben auf unterschiedlichen Niveaus ist ein Beispiel dafür, dass das kein Nachteil sein muss. „Es hat ein deutliches größeres Funktionsspektrum, als es ein Schulbuch hat“, erklärte er.

Digitale Bücher beendeten zudem die „Zettelwirtschaft“ in vielen Schultaschen, fügte der Lehrer hinzu. Die Schüler müssten weniger mit sich schleppen und könnten den Fokus mehr auf das Lernen legen, statt sich mit dem Organisieren ihrer Mappen zu beschäftigen.  kp

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